Nach erstem Rückschlag: THC lenkt Blick auf Buxtehude

Bad Langensalza.  HC-Trainer Helfried Müller steckt die Niederlage am Freitag gegen Leverkusen noch in den Kleidern. Sie liefert Anhaltspunkte, wo anzusetzen ist.

Leverkusens Hildigunnur Einarsdottir bricht durch die Lücke, die ihr Beate Scheffknecht und Marketa Jerabkova gewährt hatten.

Leverkusens Hildigunnur Einarsdottir bricht durch die Lücke, die ihr Beate Scheffknecht und Marketa Jerabkova gewährt hatten.

Foto: Christian Heilwagen

Die Handball-Bundesliga der Männer debattiert angesichts der Furcht vor Coronafällen um die Abstellung von Nationalspielern für Länderspiele. Von einem Boykott der Klubs ist im Ringen um einvernehmliche Lösungen auch wegen regional unterschiedlicher Quarantäne-Bestimmungen nach der Rückreise aus Risikogebieten die Rede gewesen. Das Thema beschäftigt auch Herbert Müller. Der Trainer der THC-Handballerinnen aber reibt sich weniger daran.

Ein Boykott käme für den THC- und Auswahl-Coach von Österreichs Nationalteam nicht in Frage. „Wir legen den Spielerinnen keine Steine in den Weg“, sagt Müller. Im Wissen, dass es für Ina Großmann und Meike Schmelzer in dem heute beginnenden Fünf-Tage-Lehrgang der DHB-Auswahlkader in Frankfurt/Main darum geht, sich für ei­nen Platz bei der Europameisterschaft im Dezember zu empfehlen.

Die Begeisterung bei den beiden THC-Trainern hält sich angesichts des Zeitpunktes allerdings in Grenzen. „Wir haben verloren. Wir sollten uns sehr gut auf Buxtehude vorbereiten“, sagte Helfried Müller mit dem Blick auf das Auswärtsspiel am Samstag beim Neunten. Dafür würde er lieber alle Spielerinnen dabei haben. Zumal es nach dem 28:33 (17:14) ge­gen Leverkusen am Freitagabend erst recht einiges aufzuar­beiten gebe. Die erneute Niederlage im Fernsehspiel stieß Helfried Müller auch zwei Tage danach noch auf.

Leverkusen auch mit dem Quentchen Glück

„Wir wussten ja, wie Leverkusen spielt“, sagte er. „Aber wir haben zu viele Fehler gemacht, waren in der Deckung nicht aggressiv genug, haben zu viele Zweikämpfe verloren und vorn auch nicht mehr getroffen“, bezog er sich vor allem auf die Schlussphase. Das Drei-Tore-Plus, das sich die Thüringer nach zähem Start schwer erkämpft und gehalten hatten, gaben sie in zehn Minuten her und bescherten „Hexer“ Andres Thiel auf der Leverkusener Bank ei­nen Top-Einstand. Um den THC in dessen Halle zu entzaubern, bedurfte es aber keiner Magie des Torwarttrainers, der Bayer-Chefcoach Michael Biegler wegen eines Coronafalls im Umfeld vertrat. Es waren vielmehr Biss, mit Mia Zschocke, Zöe Sprengers (je 9 Tore) sowie Zivile Jurgutyte (7) drei starke Werferinnen – und das Quentchen Glück.

Bei einer Bilanz von 1:5 Zwei-Minuten-Strafen und 2:8 Strafwürfen erschien die eine oder andere Strafe ge­gen den THC ebenso unglücklich wie der eine oder andere Siebenmeter. Ein Faktor, aber für Helfried Müller nicht die Ursache für die erste Saisonniederlage. „Wir haben es nicht geschafft, uns eindrucksvoller abzusetzen“, merkte er kritisch an, „daran setzen wir an“. Die Aufbauarbeit für Buxtehude hat begonnen.