Diana Spalteholz: Nach Unfall zurückgekämpft

Nach Unfall zurückgekämpft

Schleiz.  „Eine PW 50 war schuld“, erinnert sich Diana Spalteholz. „So ein Teil bekam ich als Sechsjährige von meinem Vater geschenkt. Mit der kleinen Motocross-Yamaha habe eine Runde nach der anderen in unserem Garten gedreht.“

Mit einem Helm, einer Kombi und einem schnellen Motorrad fühlt sich Diana Spalteholz pudelwohl. Auf dieses Vergnügen verzichtet die Görkwitzerin jetzt aber erst einmal gerne freiwillig.

Mit einem Helm, einer Kombi und einem schnellen Motorrad fühlt sich Diana Spalteholz pudelwohl. Auf dieses Vergnügen verzichtet die Görkwitzerin jetzt aber erst einmal gerne freiwillig.

Foto: Jan Müller / OTZ

„Eine PW 50 war schuld“, erinnert sich Diana Spalteholz. „So ein Teil bekam ich als Sechsjährige von meinem Vater geschenkt. Mit der kleinen Motocross-Yamaha habe eine Runde nach der anderen in unserem Garten gedreht.“

Schnelle Motorräder waren für Diana Spalteholz nichts Außergewöhnliches. Die kannte sie von Vater Axel, ein passionierter Rennfahrer. Das Gelände im Garten hatte 2003 endlich ausgedient und Diana wagte eine Teilnahme am MZ Youngster Cup. Die Supermoto Serie, die sie zwei Jahre fuhr, behagte ihr jedoch nur bedingt: „Zu viel Dreck.“ Es folgte zwangsläufig ein Wechsel auf die Rundstrecke. Drei Jahre war die gebürtige Sächsin zunächst im ADAC Junior Cup unterwegs, ehe für die beiden Saisons 2008 und 2009 ein Start im Yamaha Cup anstand.

2010 entwickelte sich für die junge Frau zu einem einschlägig markanten Jahr. Mittlerweile in der IDM 125 unterwegs, war Diana auf dem Nürburgring in einen schweren Unfall verwickelt. Ein intensives Verletzungsmuster, bei dem die Beine, Arme und vor allem das Becken betroffen waren, zog eine Rekonvaleszenzzeit von langen drei Jahren nach sich. Später wurde noch eine leichte Hirnblutung diagnostiziert. „Ich brach manchmal Sätze während des Sprechens einfach ab. Das war ein intensiver Einschnitt in mein Leben“, spricht Diana Spalteholz heute über ihren Crash, der eine Umorientierung für sie nach sich zog. Von größeren Folgeschäden blieb die heute 30-Jährige glücklicherweise verschont. Ihren erlernten Beruf als Kfz-Mechanikerin kann sie jedoch nicht mehr ausüben. Heute arbeitet sie im Schleizer Landratsamt.

Zunächst wollte Diana Spalteholz vom Motorsport nichts mehr wissen. Doch mit den ersten Erfolgen bei der Rehabilitation wurde der Wunsch und auch der Wille auf ein Rennmotorrad zurückkehren zu können immer größer. 2013 hatte die Wartezeit mit dem Kauf einer Kawasaki ZX6-R, die speziell für die Rennstrecke hergerichtet wurde, ein Ende. Dieses Motorrad ist noch heute im Besitz von Diana Spalteholz. Im tschechischen Most (Brüx) drehte sie zunächst versuchshalber einige schnelle Testrunden. Damit gab sie sich aber nicht zufrieden. Für das erste Rennen hatte sie sich ihre Heimstrecke ausgesucht: das Frohburger Dreieck. Diana Spalteholz war zurück. „Das Tolle am Motorradfahren ist: Ich mache das einfach für mich. Außerdem freue ich mich, wenn ich die Jungs mal wieder ärgern kann.“

Als vorrangiges Betätigungsfeld hat sich die reine Hobbyrennfahrerin, die es inzwischen schon seit geraumer Zeit der Liebe wegen nach Görkwitz bei Schleiz verschlagen hatte, seit einigen Jahren den PZ-Cup, der ausschließlich unter der Woche auf dem Sachsenring ausgefahren wird, ausgemacht. Aber auch ausgewählte Rennveranstaltungen, u. a. auf den Dreieckkursen von Frohburg und Schleiz, stehen auf dem Jahresprogramm der schnellen Dame.

Doch besagtes Programm musste nun grundlegend umgekrempelt werden. Die Nachricht, dass sich Diana in anderen Umständen befindet, sorgte für große Freude im Hause Spalteholz und Schwarz. „Die Schwangerschaft steht natürlich jetzt im absoluten Vordergrund. Mein Rennmotorrad bleibt erst einmal in der Garage. Aber wer weiß, wann es wieder zum Einsatz kommt.“

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