Noah Bitsch und der große Traum von Olympia

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Waltershausen  Karate-Bundeskader aus Waltershausen absolvierte am Wochenende das erste Trainingslager des neuen Jahres

Noah Bitsch wurde von Athletiktrainer Lutz Anders ordentlich gefordert.

Noah Bitsch wurde von Athletiktrainer Lutz Anders ordentlich gefordert.

Foto: Jana Messerschmidt

Sie mögen noch in weiter Ferne liegen. Dennoch gibt es zwei Ereignisse, die Noah Bitsch ganz genau vor Augen hat. Da ist zum einen der große Traum von Olympia. Das Weltereignis, welches vom 23. Juli bis zum 8. August in Tokio stattfinden soll, wirft längst seine Schatten voraus und wäre für den Waltershäuser Karateka das i-Tüpfelchen einer langen und erfolgreichen Laufbahn.

Doch bevor der Wunsch Realität wird – immer unter der Voraussetzung, dass Olympia überhaupt stattfindet – steht im Juni das entscheidende Qualifikations-Turnier in Paris auf der Agenda. Nur wenn Bitsch dieses erfolgreich bestreitet und sich einen der wenigen Plätze für Tokio sichert, ist er dabei.

Die unsichere Zukunft ob der Austragung hat auch den 31-Jährigen nachdenklich werden lassen. „Man weiß gar nicht mehr, was man denken soll. Aktuell ist die Situation ja schlimmer als im letzten Jahr. Man kann nur hoffen, dass alles normal stattfindet. Aber für uns Sportler gilt, sich nicht von Störgeräuschen ablenken zu lassen“, sagt Bitsch.

Und so ist es kein Wunder, dass Bitsch den Fokus wieder ganz auf die sportliche Seite legt. Zusammen mit 24 anderen Bundeskaderathleten – darunter mit Schwester Jana Messerschmidt, der Weimarerin Madeleine Schröter und der Arnstädterin Charlotte Grimm drei weiteren Thüringern – weilte er am vergangenen Wochenende zum ersten Trainingslager des deutschen Verbandes in Northeim.

Hier wurden die Auswahlkämpfer in mehreren Einheiten ordentlich zum Schwitzen gebracht. Zwar waren Bitsch und Co. auch in den Vorwochen nicht faul und trainierten dank ihres Bundeskader-Status fleißig weiter. Doch nach Monaten im Einzel- und Kleinsttraining war das Trainingslager eine willkommene Abwechslung. „Es hat auch von der Intensität her sehr viel Spaß gemacht. Es tut gut, mal wieder unter Leute zu kommen. Da kommt gleich eine ganz andere Stimmung auf“, sagt Bitsch.

Nicht nur er weiß: die Konkurrenz schläft nicht. Die europäischen Länder ziehen ihre Top-Athleten ebenfalls zusammen; in Ländern wie dem Iran, aus dem der Weltmeister in Bitschs Gewichtsklasse stammt, ist Corona gefühlt überhaupt kein Thema. Dort finden schon einmal ganzwöchige Einheiten statt, um die Kämpfer auf Kurs zu bringen.

Umso besser ist es, dass die deutsche Auswahl nun ebenfalls „in den Angriff“ übergeht. So ist am Wochenende in Salzburg ein Vergleichskampf gegen Österreich geplant. Später im Jahr sind Duelle mit Ungarn und Italien angesetzt. Bitsch ist gespannt. „Meine Trainingsleistungen stimmen. Aber man muss seine PS erst wieder auf die Straße bringen“, zieht er einen Vergleich zum Motorsport.