Nordhäuser Bierwisch wird zum wertvollsten Spieler

Nordhausen.  Der Nordhäuser Volleyballer, der mittlerweile in Frankfurt spielt, bekommt eine besondere Auszeichnung.

Große Freude: Ben Bierwisch wurde zum wertvollsten Spieler ausgezeichnet.

Große Freude: Ben Bierwisch wurde zum wertvollsten Spieler ausgezeichnet.

Foto: Conny Kurth

Plötzlich im Rampenlicht: Ben Bierwisch hatte soeben mit den United Volleys Frankfurt den Volleyball-Supercup gegen den Titelverteidiger Berlin Recycling Volleys wenig überraschend mit 0:3 (27:29, 22:25, 22:25) verloren.

„Es ist natürlich enttäuschend, ein solches enges Spiel zu verlieren. Dennoch waren alle mit der Leistung zufrieden“, sagte der 18-jährige Außenangreifer, der durch seine unbekümmerte Art bestach und sich über eine spezielle Siegertrophäe freuen durfte. Der gebürtige Nordhäuser wurde nämlich nach einem Online-Zuschauervoting als „Most Valuable Player“ (MVP), also als wertvollster Spieler der Partie, ausgezeichnet.

„Unglaublicher Moment, diese Auszeichnung entgegen zu nehmen“

Ziemlich ungläubig und mit strahlenden Augen nahm er diese Auszeichnung entgegen. „Wir haben nach dem Spiel ein wenig spekuliert, wer als MVP ausgezeichnet wird. Mein Vorschlag war Sergey Grankin. Nach einigen Diskussionen habe ich dann aus Spaß meinen Namen gesagt. Und dann fällt er plötzlich. Für mich war das ein unglaublicher Moment, diese hohe Auszeichnung nach so einem Match entgegen zu nehmen.“

Einerseits zeigte sich das 1,99-Meter-Nachwuchstalent froh und glücklich über dieses sportliche Kompliment, womit er unweigerlich ins Rampenlicht rückte – anderseits hatte er seinen Fokus in dieser Saison etwas mehr auf das Schulische gelegt. Das Abitur hat oberste Priorität. „Es gibt die Abmachung, dass ich einen Tag in der Woche frei kriege und ab nächstem Jahr, wenn es in die heiße Phase der Prüfungen geht, ich für einen bestimmten Zeitraum frei bekomme, um mich auf die Prüfungen vorzubereiten.“

Momentan genießt er seine Ferien. Bis Mittwoch gab es trainingsfrei. Ausnahmsweise. „Ursprünglich gab es nur den Montag trainingsfrei. Weil wir Jüngeren keine Profis sind und noch zur Schule gehen, haben wir uns alle dafür eingesetzt, dass wir ein paar Tage Ferien haben können. Das wurde uns genehmigt.“ Diese Tage genoss er daheim bei seinen Eltern Jörn und Ines. Viel Aktivität war nicht geplant. Stattdessen: einfach mal entspannen. „Das musste ich ausnutzen, weil es in nächster Zeit nur selten vorkommen wird, dass ich Zuhause bin.“

Nur die Finger waren mächtig in Bewegung. Galt es doch die zahlreichen Nachrichten auf allen Kanälen zu lesen und darauf zu reagieren. „Auf der Heimfahrt war ich dann nur damit beschäftigt, diese zu beantworten. Richtig gefreut habe ich mich über die Glückwünsche meines Internatstrainers Dominic von Känel sowie meinen besten Freunden. Mir haben auch Menschen, die ich nicht kenne, geschrieben. Das ist schon ein bisschen aufregend. Auch darüber habe ich mich sehr gefreut.“

Fehlende Spielpraxis ist der entscheidende Grund

Persönlich konnten seine Eltern gratulieren, sie saßen in der Halle und waren nach dem Spiel mächtig stolz auf ihren Sohn. Dass es nicht zur großen Überraschung im ersten Pflichtspiel der Saison reichte, machte Ben Bierwisch an der fehlenden Spielpraxis fest. „Die Berliner waren vielleicht ein bisschen besser eingespielt. Trotzdem hat mit solch einem engen Ausgang der Sätze niemand gerechnet.“ Der Auftritt der Frankfurter war vom großen Kampf geprägt, der Auftrieb für die Saison geben sollte. „Wir haben gezeigt, dass wir mit diesem jungen Team gegen die Weltklasse mithalten können. Ich denke, dass wir um einen Platz in den Top drei oder vier mitspielen können.“

Und dafür soll im Außenangriff ein weiterer Neuzugang helfen und entlasten. Für den verletzten Floris van Rekom kommt mit dem Argentinier Rodrigo Quiroga ein absolut adäquater Ersatz. „Für uns Außenangreifer ist es entspannter, wenn man im Hinterkopf hat, es läuft bei einem nicht so gut, ich kann wechseln.“ Womöglich schon zum Bundesliga-Auftakt am Samstag (19.30 Uhr) gegen die SVG Lüneburg.