Nordhäuser Ron Hütcher bejubelt dreifachen Erfolg

Nordhausen.  Junges weibliches Trio von Trainer Ron Hütcher bejubelt einen dreifachen Erfolg bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Jugend.

Starke Gruppe: Trainer Ron Hütcher, Neele Koopmann, Sophie Olivier und Esther Imariagbee (v.l.).

Starke Gruppe: Trainer Ron Hütcher, Neele Koopmann, Sophie Olivier und Esther Imariagbee (v.l.).

Foto: Ron Hütcher

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Solche Momente sind auch für einen Trainer nicht alltäglich. Wenn drei Berliner Athletinnen auf dem Podium stehen und vom selben Trainer betreut werden, dann kann dies durchaus als außerordentlicher Erfolg verbucht werden. So geschehen bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Neubrandenburg. „Das war richtig klasse. Solch ein Ergebnis hatte ich in den vergangenen zwölf Jahren noch nicht gehabt“, sagte Ron Hütcher erfreut über das Abschneiden seiner Athletinnen in der U-20-Wertung.

Der gebürtige Nordhäuser ist Nachwuchs-Bundestrainer, er verantwortet den weiblichen Hammerwurf-Nachwuchs der U18/U20, und ist zugleich Heimtrainer in Berlin. Für Ron Hütcher war das Ergebnis, das er live an der Anlage miterlebte und anschließend schwarz auf weiß in den Ergebnislisten nachlesen konnte, „ein Stück weit geplant“.

Esther Imariagbee (Berliner TSC), Neele Koopmann und Sophie Olivier (beide SCC Berlin) hatten dieses gemeinsame Ziel – Big Triple – auf ihren Trainingsplänen stehen. „Das war die Zielsetzung für alle drei. Dass es tatsächlich funktioniert, dass sie die Plätze eins bis drei belegen, damit konnte man wirklich nicht rechnen“, sagte Ron Hütcher und zeigte sich über das Abschneiden etwas verblüfft. Bis zur abschließenden Runde hatte die Dritte des Europäischen Olympischen Jugendfestivals, Esther Imariagbee, mit 56,02 Meter geführt, ehe Trainingspartnerin Neele Koopmann stark konterte und sich den DM-Titel mit 56,42 Meter schnappte.

Den Dreifacherfolg machte Sophie Olivier mit 53,62 Meter perfekt. „Der Konter von Neele war richtig stark, wobei sich Esther im letzten Versuch ebenfalls hätte steigern können. So war die Verteilung der drei Mädels auf dem Podest auch ein Stück weit tagesformabhängig“, berichtete Ron Hütcher, der das Geschehen beobachtete und äußerlich sehr entspannt wirkte. „Innerlich war ich schon ein bisschen aufgeregt. Wie auch meine Mädels. Sie sind alle aufgeregt in solch einer Wettkampfsituation.“

Nach dem abschließenden Wurf gab es kein Halten mehr. Die drei Mädels stürmten zu ihrem Trainer, umarmten ihn, tanzten ausgelassen und feierten den historischen Erfolg. „An der Anlage waren weitere Berliner Trainer, die die Durchgänge im Ergebnisticker verfolgten und mir die Zwischenstände weitergaben. So war schnell klar, dass es ein Berliner Dreifacherfolg gibt“, erklärte Ron Hütcher die Jubeltraube schon kurz nach dem Wettkampfende. Das große Ziel für die Hallensaison, selbiges gilt im Übrigen auch für den Sommer, war erreicht.

Drei Athletinnen in der einer Altersklasse zu betreuen, sieht Ron Hütcher als große Chance: „Keine Frage, sie sind Konkurrentinnen, aber sie können sich gegenseitig im Training und im Wettkampf pushen. Beim Coaching muss ich etwas sensibler vorgehen und mir genau überlegen, was ich sage. Schließlich sind es meine Athletinnen. Sie sollen einfach das Beste aus sich herausholen und sich auf die Technik konzentrieren.“

Und dieser Marschroute sind sie alle gefolgt. Einen großen Anteil am Erfolg hatte sicherlich das eine Woche zuvor durchgeführte Trainingslager im olympischen und paralympischen Trainingszentrum in Kienbaum. Im Speziellen wurde der Fokus auf die Wurfeinheiten gelegt. In diesen Tagen kamen um die 100 bis 120 Würfe pro Athletin zusammen. Auch der Spaß kam natürlich nicht zu kurz. Vielleicht ist es genau jene Mischung, die diesen außergewöhnlichen Moment erst möglich machte.

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