Nordhausens Handballer übernehmen Tabellenführung

Nordhausen.  Nordhausens Handballer gewinnen gegen Sömmerda 29:26 und sind nun Tabellenführer in der Landesliga.

Jubelfaust: Marcel Effenberger-Kiel war gegen Sömmerda nicht zu bremsen und erzielte 15 Tore.

Jubelfaust: Marcel Effenberger-Kiel war gegen Sömmerda nicht zu bremsen und erzielte 15 Tore.

Foto: Christoph Keil

Mit einer optimalen Ausbeute stürzten die Landesliga-Handballer des Nordhäuser SV den Spitzenreiter in eigener Halle. Gegen den HSV Sömmerda hieß es am Ende 29:26 für die Südharzer.

Die Bestnoten der Partie verdienten sich zwei Mitwirkende, die jedoch keiner Mannschaft angehörten. Beide Teams haben es den Männern in Schwarz zu verdanken, dass die Begegnung selbst auf einem hohen spielerischen Niveau gehalten werden konnte und letztendlich eine Werbung für den Handballsport wurde. Michael Grußdorf und Johannes Kunze leiteten die Partie ruhig, unauffällig und mit kühlem Kopf.

Diesen hatten die beiden Kontrahenten, angesichts der Bedeutung der Partie nicht über die gesamte Spielzeit. Nach dem Eröffnungstreffer der Gäste, öffnete der „Südharzexpress“ seine Garagentore und unter Volldampf stehend legte dieser los (5:2).

Erste Motorgeräusche verlangsamten das Tempo und Nordhausen kassierte in der 12. Spielminute mit dem 6:6 den Ausgleich.

Dann aber kam die spielerisch stärkste Phase der Südharzer. Mit einer leidenschaftlichen Abwehrarbeit und einem ausgezeichneten Konterspiel setzten sie sich in der 21. Minute bis auf 14:9 ab.

Fünf-Tore-Führung war nach der Halbzeit zunichte

Es folgten vier Minuten der Regeneration beider Teams. Nordhausen verstand es nicht, den Druck aufrecht zu erhalten und kassierte dafür im Schlussspurt der Halbzeit die Quittung. Aus einem 16:11 in Minute 25 wurde bis zum Halbzeitpfiff ein 17:15. Da merkte man aber auch, dass Sömmerda keine Laufkundschaft ist und zurecht oben mitspielt in der Landesliga.

In Halbzeit zwei legte zunächst wieder der NSV vor, um danach mit einem kapitalen Motorschaden auf offener Strecke liegen zu bleiben. Der HSV, ausgestattet mit einer starken spielerischen aber vor allem kämpferischen Mannschaft, kam beim 19:19 gleich auf und überholte beim 20:21 und 21:22.

Die Mechaniker des NSV mussten reagierten und beendeten beim 23:23 die Reparatur. Marcel Effenberger-Kiel, der mit 15 Toren am Samstagabend nicht zu bändigen war, schaffte mit zwei Treffern in Folge wieder den Vorsprung.

Die letzten fünf Spielminuten war von stürmischen Versuchen beider Seiten geprägt, die Ziellinie zuerst zu erreichen. Nordhausen störte in der Abwehr mit einer extrem offensiven Spielweise die Angriffsbemühungen der Gäste aus Sömmerda früh. Diese auch schon kräftemäßig gezeichnet, fanden keinen geeigneten Weg zum Torerfolg.

Die Hausherren verteidigten ihren Vorsprung mit 29:26 bis zur Ziellinie und haben damit auch die Tabellenführung übernommen. Die Jäger werden damit zum Gejagten. Eine schöne Momentaufnahme. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Strafwurf gehalten und Wurfversuch gefangen

„Das war eine richtig gute Leistung von uns. Vor allem in der Schlussphase haben wir die Nerven behalten und uns auf das Wesentliche konzentriert“, freute sich NSV-Torwart Christoph Keil, „Auch ich konnte dann noch einen Strafwurf halten und habe sogar einen Wurfversuch gefangen“, sagte der Keeper, der sich in dem Spiel gute Noten verdienen konnte. Mit seinen Aktionen brachte er unter anderem das Momentum auf die Seite der Nordhäuser, die sich dann die Butter nicht mehr vom Brot nehmen ließen.

In der Nordhäuser Ballspielhalle wurde zu Beginn des Spiels auch die neue Lichtanlage eingeweiht und die anwesenden Zuschauer, die alle die Hygieneregeln einhielten, um kein weiteres Risiko einzugehen, waren davon begeistert.