Nur im Pokal überzeugt

Erfurt  Junioren-Regionalliga: U19 wie U17 des FC Rot-Weiß Erfurt landeten in der Saison 2018/19 im unteren Tabellen-Mittelfeld und blieben vieles schuldig

Die U19 des FC Rot-Weiß Erfurt (Mitte: Manuel Schiwatsch beim 2:1-Heimsieg gegen Viktoria Berlin) hatte in der Liga selten Grund zum Jubeln.

Die U19 des FC Rot-Weiß Erfurt (Mitte: Manuel Schiwatsch beim 2:1-Heimsieg gegen Viktoria Berlin) hatte in der Liga selten Grund zum Jubeln.

Foto: Gerd Greif

Aufatmen, in der Regionalliga geblieben zu sein!

Eine stille Genugtuung derer, die unter arg beschwerlichen Bedingungen sportliche Verantwortung getragen haben. Lauthalser Jubel wäre auch des Guten zu viel. Die A- wie B-Junioren des FC Rot-Weiß Erfurt blieben mit Rang 11 (U19) und Rang 10 (U17) schlichtweg unter den Erwartungen. Zum Schluss setzte es noch einmal Auswärtsniederlagen. Die U19 unterlag mit dem allerletzten Aufgebot beim SC Staaken mit 1:6, die U17 verlor in Magdeburg mit 0:2 und verdankte den Ligaerhalt den gleichzeitigen Niederlagen von Union Berlin II und Zehlendorf. Vor allem der jüngere Jahrgang sprang dem Abstiegsteufel gerade noch von der Schippe, obwohl er aus den letzten sechs Spielen keinen Punkt mehr holte. Wenigstens qualifizierte man sich per 2:1-Pokalfinalsieg (zweimal Gratz) gegen Nordhausen für den NOFV-Pokal.

Die Gründe für das unbefriedigende Abschneiden sind vielschichtig. Vor allem Verletzungen machten den Trainern Robin Krüger (A) und Markus Mühling (B) wegen der schmalen Kader immer wieder zu schaffen. Auch organisatorische Misshelligkeiten sorgten für Kopfschütteln.

Frage an den Verein: Warum mussten die leistungsmäßig besten A-Junioren bei eigener Abstiegsgefahr an das Männer-Regionalliga-Team abgestellt werden, als es bei denen nur noch um die goldene Ananas ging? Die fadenscheinige Antwort: Für deren Entwicklung sei das besser. Stimmt sicher. Aber nicht in dieser Prekärlage!

Frage an die dafür Verantwortlichen im Thüringer Fußball-Verband: Weshalb hatten die Rot-Weißen in der Qualifikation für den DFB-Pokal bei Wacker Nordhausen gerade mal einen Tag Pause, nachdem sie tags zuvor noch um Punkte dem Liga-Spitzenteam Chemnitzer FC nach kämpferisch strapaziöser Vorstellung mit 0:1 unterlegen waren? Situatives Fingerspitzengefühl derer, die am Schreibtisch entscheiden? Fehlanzeige!

Die Folge, die auch Trainer Krüger in Rage brachte: „Nach den beiden Spielen fehlten mir im Saison-Abschlussspiel in Staaken sieben Stammspieler infolge muskulärer Verletzungen. Ich finde das nahezu skandalös, weil gesundheitsgefährdend.“

Unter diesen Umständen – selbst der zunächst geschonte Stammkeeper Petzold musste letztlich noch als Feldspieler ran – war das an sich desaströse 1:6 schon nicht mehr von Belang.

Dennoch sollte man den über die letzten Jahre schleichenden Leistungsverlust kritisch hinterfragen. Natürlich sind‘s zuvorderst finanzielle Engpässe, die den Rot-Weiß-Verantwortungsträgern die Hände binden. Warum aber sind die B-Junioren final so fürchterlich abgestürzt? Und warum spielen die A-Junioren fast nur im Pokal – selbst Bundesligist Carl Zeiss Jena wurde eliminiert – am Optimum?

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