Ohratal verpasst die „goldene Ananas“

Landkreis  Fußball-Landesklasse: Ohrdruf, Siebleben und Fahner Höhe II mit Niederlagen zum Saisonabschluss. Wacker und Waltershausen teilen Punkte

Im Kreis-Derby zum Saisonabschluss trennen sich Waltershausen (links Marius Bertroff) und Wacker Gotha (Dominik Jahns) am Ende mit einem gerechten 3:3.

Foto: Niklas Kubitz

Für einheimischen Mannschaften ging es am letzten Spieltag der Fußball-Landesklasse eigentlich um nichts mehr. Während sich der FSV Ohratal nach dem 2:0-Sieg am Freitag gegen Borsch vor dem Saisonausklang gegen Hildburghausen zumindest noch die Goldene Ananas für den Zweiten in Reichweite hatte, stritten Wacker Gotha und Waltershausen im Kreis-Derby nur noch ums Prestige. Vorab fest standen bereits vorm letzten Spiel die Plätze für den FC An der Fahner Höhe II und die SG Siebleben.

FSV Wacker Gotha – FSV Waltershausen3:3

Mit dem Endstand konnten beim Kreis-Derby am Sonntag beide Seiten gut Leben. Die erste Halbzeit gehörte den Gästen aus der Puppenstadt, die durch Dat Le Duc frühzeitig hätten führen können. Doch der Ball aus spitzem Winkel ging von Innenpfosten zu Innenpfosten – aber nicht über die Linie. Robin Trott gelang nach 19 Minuten dann das 1:0 für Waltershausen. Doch Gothas Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Flanke von Dominik Döbereiner egalisierte Weida per Kopfball (22.). Die Gäste blieben am Drücker, ließen Gothalaufen, um nach Ballgewinnen sofort die eigenen schnellen Spitzen in Szene zu setzen. Abermals war Robin Trott erfolgreich, der wieder auf 2:1 für die Gäste stellte (24.). Aus ein zwei weiteren gute Chancen vor der Pause zogen die Gäste keinen Nutzen mehr. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Kräfteverhältnis. Wacker wurde zusehends stärker. Mit Norman Bonsack (62.) und Christian Hatzky (46.) Einwechslungen kam deutlich mehr Gefahr vor das Gäste-Tor. Zunächst verfehlte Georgian-Armando Simin kurz nach dem Wiederanpfiff das Gehäuse um Haaresbreite. Für Simin kam Bonsack, der keine Minute nach seiner Einwechslung eine Zickler-Vorlage zum 2:2 verwertet und zwei Minuten später die Gothaer 3:2 in Front brachte (64.). Benjamin Pufe, Döbereiner und Bonsack hätten bei weiteren Möglichleiten für klare Verhältnisse sorgen können, mussten sich aber unter anderem Gäste-Pascal Böhm geschlagen geben. Waltershausen überwand die Schwächephase ohne weiteren Schaden und konnte nach Julian Fröhlichs Kopfball dann noch die 3:3-Punkteteilung bejubeln (85.).

Waltershausens Trainer Stefan Koch war mit dem Remis zum Abschluss und auch mit der Saison insgesamt nicht unglücklich. „Wir hatten in beiden Halbserien Schwächephasen, haben uns aber immer wieder gefangen. Seit sechs Spielen sind wir ungeschlagen und können mit Rang neun und 44 Punkten am Ende zufrieden sein.

Gemischtere Gefühle hatte sein Wackers Trainer Lars Harnisch nach seiner ersten Saison als Coach in Gotha. „Unser Saisonziel war es, die ersten Fünf zu kommen. Das haben wir nicht geschafft.. Andererseits hatte es die Mannschaft als Verbandsliga-Absteiger mit neuem Trainer und nach sechs Auftaktniederlagen am Anfang nicht leicht. Das Team hat sich aber gefangen und sogar im Laufe der Saison eine recht weit nach vorne kämpfen können. Gegen Ende der Rückrunde haben wir dann leider wieder den Faden etwas verloren. Das müssen wir nächste besser machen“, so Harnisch.

1. FC Sonneberg – FC An der Fahner Höhe II7:1

Beim Spitzenreiter kassierte die Verbandsliga-Reserve des FC An der Fahner Höhe II zum Abschluss zwar eine Klatsche. Die Feierlaune der Gräfentonnaer dürfte das trotzdem nicht sehr getrübt haben – angesichts des vorher noch aus eigener Kraft geschafften Klassenerhalts. Zum Ende der Hinrunde waren die Aufsteiger noch mit sieben Punkten abgeschlagener Vorletzter. Mit einer Siegesserie in der Rückrunde sicherte sich die Mannschaft, die seit dem Jahreswechsel von Marco Liebner trainiert wurde, als Zwölfter (32 Punkte) noch das rettende Ufer – wobei die Fahnerschen Glück hatten, dass es am Ende nur vier und nicht fünf Absteiger der Staffel 3 erwischt hat.

FSV Ohratal – Hildburghausen2:3

Das Spiel um „die goldene Ananas“ ist schnell zusammengefasst. Ohratal traf das Tor nicht und Hildburghausen spielte mit Leidenschaft. Marty Jung hätte der Knotenlöser gleich in der 8. Minute sein können, er scheiterte aber am Pfosten. Hildburghausen machte geschickt mit einer Fünfer-Abwehrkette die Räume klein. Trotzdem hatten die Hausherren Führungs-Chancen. Aber es mit 0:0 in die Pause. Innerhalb von elf Minuten nutzten die Gäste Fehler im Spielaufbau des Heimteams zu einer 3:0-Führung. Die Ohrdrufer gaben sich der drohenden Niederlage nicht hin. Jung (61.) und Maximilian Meitz (83.) verkürzten auf 2:3, Steven Reinhold ließ seine Chance zum Ausgleich per Kopfball liegen (84.). Viele der Ohrataler Akteure waren womöglich schon in Gedanken auf der Abschlussfahrt, die gleich nach dem Schlusspfiff starten sollte. Mit 60 Punkten und Rang fünf am Ende einer langen Saison zog Trainer Michael Storch Fazit: Mit den Punkten und dem Tabellenplatz können wir grundsätzlich natürlich sehr zufrieden sein. Das Saisonziel war es, vorne mitzuspielen und das haben wir bis zum Schluss getan. Im Nachgang habe ich aber auch Spiele im Kopf, wo wir Punkte haben liegen lassen. Aber so ist das nun mal im Fußball. Man konnte auf jeden Fall beobachten, dass sich jeder von uns mit jedem Spiel weiterentwickelt hat und an Erfahrung gewonnen hat. Das ist bei mir nicht anders.“ Nach einer zweiwöchigen Pause starten die Ohrataler am 01. Juli dann schon wieder die Vorbereitung auf die kommende Saison.

SG Siebleben – SG Borsch1:3

Gegen den Tabellenzweiten war für die SG Siebleben im letzten Spiel nichts zu holen. Die Randgothaer hielten in der ersten Halbzeit mit 0:1 (M. Gimpel, 14.) den Schaden in Grenzen. Nach der Pause brachte Julian Peinelt mit dem 1:1 zurück ins Spiel (52.). Doch obwohl die Hausherren ab der 57. Minute nach einer Roten Karte für die Gäste ab der 59. Minute sogar in Überzahl spielten, trafen die Borscher noch zweimal (75., 77.) und besiegelten die Siebleber Niederlage. Der Abstieg der Elf von Trainer Philipp Bergmann nach einer von Verletzungspech und Personalsorgengeprägten Saison 2018/2019 stand seit ein paar Wochen bereits fest.

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