Fußball-Europameisterschaft

Pandev, Pukki und Schotten-Rückkehr: Die EM-Außenseiter

dpa
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Der Finne Teemu Pukki (r) will mit seinem Team für Überraschungen sorgen.

Der Finne Teemu Pukki (r) will mit seinem Team für Überraschungen sorgen.

Foto: dpa

Nordmazedonien und Finnland - diese Teilnehmer gab es bislang bei einer EM nicht. Wie unangenehm so ein Debütant fußballerisch sein kann, hat im März bereits die Elf von Bundestrainer Joachim Löw erfahren.

Die Favoriten sind ausführlich beschrieben und den Fußballfans bestens bekannt, doch wer werden die bunten Farbtupfer und Überraschungsteams dieser Fußball-EM?

2016 schafften es Island (Viertelfinale) und Wales (Halbfinale) erstaunlich weit, bei der WM 2018 gelang Gastgeber Russland der Sprung in die Runde der letzten Acht. Ob es bei der um ein Jahr verschobenen paneuropäischen EM wieder so kommt, ist kaum vorherzusehen - doch spannende Geschichten bringen die Außenseiter definitiv mit.

Comeback auf der insel

Die Schotten sind zurück! 23 Jahre nach der WM 1998 spielt das Team von der Insel erstmals wieder bei einem großen Turnier mit - und in der Vorrunde geht es gleich gegen Rivale England. Unter Trainer Steve Clarke hat Schottland zu alter Stärke gefunden und sich über die Playoffs für die EM qualifiziert. Besonders herbeigesehnt wird das britische Aufeinandertreffen mit England, das am 18. Juni ansteht. Mit Andrew Robertson (Liverpool) oder Kieran Tierney (Arsenal) zählen bekannte Premier-League-Akteure zum Aufgebot.

Zahmer Debütant

Vorne Teemu Pukki, hinten Lukas Hradecky - und dazwischen? So wirklich verheißungsvoll sieht das finnische Team vor dem EM-Debüt nicht aus. Zwar schafften Pukki, Hradecky und Co. mit der Quali für ein großes Turnier das, was selbst der Generation um Jari Litmanen nicht vergönnt war, jedoch ist das Team klarer Außenseiter. Der jüngste Test gegen Estland ging mit 0:1 gewaltig schief. St. Petersburg, wo die Finnen zwei ihrer drei Vorrundenbegegnungen spielen, liegt nur rund 400 Kilometer entfernt.

Mutiger Debütant

Diesen Neuling kannte selbst Uli Hoeneß nicht so genau. "Die Nordwestmazedonier" nannte Bayerns Ehrenpräsident die Nation jüngst, um sich schnell selbst zu korrigieren. Sportlich ist das Team um den 37 Jahre alten Routinier Goran Pandev aber durchaus ernstzunehmen, wie nicht erst der 2:1-Sieg über Ex-Weltmeister Deutschland im März bewies. Neben Pandev sind Eljif Elmas (21) und Enis Bardhi (25) die vielversprechendsten Spieler eines Teams, das sich gegen Österreich und die Ukraine durchaus Chancen ausrechnen darf.

Bundesliga-Außenstelle

Österreichs Nationalteam hat mehr Bundesliga-Spieler im Kader als Deutschland selbst. Nur fünf Profis aus dem Aufgebot von Franco Foda spielen nicht in Deutschland. Stars wie David Alaba, Marcel Sabitzer und Martin Hinteregger sind die Stützen des Teams. Bereits 2008 (als Gastgeber) und 2016 (qualifiziert) war die Alpenrepublik bei der EM dabei, einen Sieg gab es jeweils nicht. Das soll sich diesmal ändern, der Sprung ins Achtelfinale ist in der machbaren Gruppe das Minimalziel.

Gegen drei Titelträger

Ein großer Außenseiter schafft es zur EM, muss ohne seinen Star antreten und hat bei der Auslosung den Weltmeister, den Europameister und den vorletzten Weltmeister zugeteilt bekommen. Ungefähr so sieht die Ausgangslage der Ungarn aus. Die Mannschaft von Trainer Marco Rossi muss ohne Leipzigs Offensivspieler Dominik Szoboszlai auskommen, zudem geht es nacheinander gegen Portugal, Frankreich und Deutschland. Immerhin: Die ersten beiden Spiele finden vor eigenem Publikum in Budapest statt. Dort soll auch in Corona-Zeiten eine Auslastung von 100 Prozent ermöglicht werden.

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