Pößnecker Ringer werden auch nach Corona auf der Matte stehen [mit Video]

Pößneck.  Der Nachwuchs stellt vor: Wer ringen möchte, kommt im Saale-Orla-Kreis am 1. SV Pößneck nicht vorbei.

Bei ihnen liegt das Ringen in der Familie: Josephine (links) und Joey Wrensch vom 1. SV Pößneck.

Bei ihnen liegt das Ringen in der Familie: Josephine (links) und Joey Wrensch vom 1. SV Pößneck.

Foto: Benjamin Schmutzler

Zu den Olympischen Spielen der Antike, also vor mehr als 2000 Jahren, gehörten unter anderem das Barfußlaufen, Pferdewagenrennen, Faustkampf - und auch Ringen.

Ein Entschluss, diese Sportart ab 2020 aus dem olympischen Programm zu nehmen, wurde nach zahlreichen Protesten aus aller Welt wieder gekippt. Zum Glück, finden auch die Ringer beim 1. SV Pößneck. Vor ungefähr elf Jahren belebte der Jenaer Trainer Gerald Pfister die Kampfart in der Stadt, Silvio Hoffmann steht heute stellvertretend mit seiner Erfahrung für die Nachwuchsarbeit der Abteilung Ringen beim 1. SV Pößneck.

Zu den Kindern, die regelmäßig Training und Wettkämpfe bestreiten, zählen Josephine und Joey Wrensch. In unserer Nachwuchsserie erzählen die 13- und der 12-Jährige, die sich beide als Mitteldeutsche Meister für ihre ersten deutschen Meisterschaften qualifizieren konnten, warum sie die Faszination Ringen nicht mehr loslässt.

Faszination Ringen: So trainiert der Nachwuchs in Pößneck
Faszination Ringen: So trainiert der Nachwuchs in Pößneck

Wer sind wir?

Mein Bruder und ich kommen aus einer Ringerfamilie. Vati, unser großer Bruder, der Onkel: alle ringen sie, teilweise bis in die Bundesliga. Also haben auch wir mit dem Sport hier beim 1. SV angefangen, so ungefähr mit sechs Jahren. Das ist ein gutes Alter, ab da darf man bei Wettkämpfen mitmachen. Pößneck war früher eine Ringerhochburg, es gab Rotation und Fortuna.

Zum Ringen zählen zwei Stilarten. Beim Freistil sind Beinangriffe erlaubt, beim klassischen Griechisch-Römisch darf man nur mit dem Oberkörper arbeiten. Jede Mannschaft hat Spezialisten im Team, die eine Kampfart besonders gut können. Im Nachwuchsbereich gibt es zwei Gruppen, zur Zeit sind ungefähr 25 aktive Kinder beim Training dabei. Die Trainer sind Silvio Hoffmann, Veit Hoffmann und unsere Mutti Susanne Wrensch.

Wo sieht man uns in Aktion?

Seit Frühjahr 2019 haben wir eigene Trainingsräume in der Turnhalle beim ehemaligen Obst-Gemüse-Großhandel, Franzensplatz 6 in Pößneck. Dort gibt es einen großen Raum mit einer zehn-mal-zehn Meter Matte, zwei Umkleiden, Toiletten, einem Aufenthalts- und Kraftraum.

Trainiert wird unter normalen Umständen immer Dienstag (die Fortgeschrittenen), Mittwoch (alle zusammen) und Freitag (erst die kleinen, danach die großen Kinder), jeweils von 16.30 bis 18 Uhr. An den Wochenenden sind die Wettkämpfe und Turniere, an denen wir teilnehmen.

In Thüringen sind es oft kleinere Wettkämpfe, viele Vereine haben eigene Veranstaltungen. In Pößneck gibt es zum Beispiel die Thüringen Open in der Rosentalhalle. Im Saale-Orla-Kreis sind wir die einzigen, aktiven Ringer. 2020 konnten leider nur die Thüringer Meisterschaften Anfang des Jahres stattfinden, danach kam Corona. In Zukunft wollen wir wieder häufig bei Landes-, mitteldeutschen- und deutschen Meisterschaften teilnehmen.

Das müssen wir können

Ringen ist ein Kampfsport, es geht eins gegen eins auf der Matte. Ziel ist der Schultersieg, also den Gegner auf den Schultern zu fixieren. Das geschieht mit Techniken (Griffen), die mit Wertungen belohnt werden, wenn sie klappen. Kommt es nicht zum Schultersieg, werden die Wertungen zusammengezählt. Erfolgreiche Würfe haben eine hohe Wertung. Wenn im Nachwuchsbereich ein Kämpfer 15 Punkte Vorsprung hat, hat er gewonnen.

Die Ausstattung

Gerungen wird auf einer Matte, in der Mitte befindet sich die Kampfzone. Und es gibt eine Achtungszone die den Kämpfer warnt, dass er bald die Matte verlässt. Das darf er nämlich nicht.

Die Kämpfer tragen ein Ringertrikot in blau oder rot. Dies ist ein Einteiler, der recht eng am Körper anliegt. Es gibt spezielle Ringerschuhe mit griffiger, flexibler Gummisohle. So werden Fuß und Knöchel gut stabilisiert. Beim Training reichen aber auch normale Sportsachen. Wer möchte, darf einen Mundschutz oder Bandagen für die Knie oder Ellenbogen tragen. Manche haben Ohrenschützer gegen die sogenannten Ringerohren.

Das Coole an uns

Unsere Trainer sind sehr zielstrebig, es wird viel Wert auf die Techniken gelegt. Allgemein klappt das Miteinander mit allen Kindern, Trainern und den Eltern sehr gut. In der neuen Turnhalle ist cool, dass die große Matte liegenbleiben kann und wir nicht immer auf- und abbauen müssen. Außerhalb des Trainings feiern wir gemeinsam, gehen Bowling spielen oder gemeinsam essen. Jedes Jahr gibt es Motivationsauszeichnungen.

Wer passt zu uns und wer nicht

Man sollte nicht zu verschlossen oder ängstlich sein, Ringen ist nicht gefährlich. Wer ehrgeizig ist und ein Ziel vor Augen hat, der ist bei uns genau richtig.

Beim Ringen muss man gut aufpassen und sich konzentrieren. Man sollte regelmäßig beim Training erscheinen. Unsere Trainer bekommen schnell mit, wer nach Ausreden sucht, um zu schwänzen.

Ihr wollt mitmachen?

Seid neugierig und kommt vorbei. Ihr dürft ein paar Mal mitmachen und dann entscheiden alle gemeinsam, ob du Vereinsmitglied wirst. Der Beitrag ist 36 Euro für das ganze Jahr. Ruf vorher kurz an, melde dich an und komm dann zur Turnhalle.

Unter www.sv-poessneck.de erfährst du alles zu unserer Abteilung und du findest die Telefonnummern. Unter 1. SV Pößneck sind wir auch auf Facebook vertreten, auf Youtube gibt es Videos von uns bei größeren Turnieren.