Rammelts folgenschweren Fauxpas nutzt Geratal

Geratal/Weimar.  In der Fußball-Verbandsliga gewinnt die Spielvereinigung Geratal mit 2:0 gegen den SC 03 Weimar.

Der sitzt: Die SpVgg Geratal gewann gegen Weimar mit 2:0, der Elfmeter von Tom Barchewitz brachte die Goethestädter aus dem Konzept.

Der sitzt: Die SpVgg Geratal gewann gegen Weimar mit 2:0, der Elfmeter von Tom Barchewitz brachte die Goethestädter aus dem Konzept.

Foto: Andreas Heckel

Michael Junker, der Trainer des SC 03 Weimar, war nach dem 0:2 bei Geratal am Samstagnachmittag gehörig angefressen. Nein, so dürfe man sich einfach nicht präsentieren, wenn man denn in dieser Verbandsliga bleiben will. „Betrachtet man die Situation in der Oberliga, könnte es schon eine Menge Absteiger geben. Da müssen wir aufpassen“, sagt er.

Schon in der ersten Viertelstunde entwickelte sich ein munteres Spiel zwischen den Strafräumen. Beide Verteidigungen standen jedoch sicher und ließen keine Torschüsse zu. Auch danach ließ keine Partei locker. Heyer trat einen Freistoß fast von der Grundlinie, der sich auf das Tornetz senkte (15.). Dann wieder die Gäste. Nach einer Calenius-Flanke wurde der erfolgversprechende Abschluss vielfüßig unterbunden (17.). Bei Geratal schalteten sich häufig die Außenverteidiger Barchewitz und Kellner mit in den Angriff ein. Barchewitz führte den Ball an der Seitenlinie bis zum Strafraum, seine Hereingabe verfehlte das Tor um Haaresbreite, Thorwarth war schon zum finalen Ablenken hereingerutscht (18.). Heydt wurde oft gesucht und mit Pässen in den freien Raum geschickt, hatte aber noch kein Glück. Thorwarth verlängerte einen Ball auf Heydt, dem in guter Position aber der Ball versprang (23.). Direkt im Gegenzug erlief sich Albrecht im Sprint gegen seinen Gegenspieler einen langen Ball, doch Bradsch blieb im Eins-gegen-Eins Sieger. Schlitzohrig versuchte es Priefer mit der Hacke nach einem Weidlich-Eckball, doch Torwart Feuerstein war auf der Hut (29.). Wieder wurde Heydt geschickt, dessen Schuss vom Torwart abgewehrt wurde und Weidlich knallte den Nachschuss übers Tor (44.). Es war eine ansehnliche erste Halbzeit, in der jedoch technische Fehler einiger Gerataler Spieler sichtbar wurden. Zu viele Fehlabspiele, verspringende Bälle und zu schnelles Verlieren der gut erkämpften Bälle verhinderten ein noch besseres Spiel. Weimar stand sicher und ließ sich nicht herauslocken. Deren schnelle Stürmer konnten teilweise erst im zweiten Zupacken gestellt werden.

Der Kampfgeist der Gastgeber zeigte sich auch im zweiten Umlauf, vorerst jedoch ohne zählbares Ergebnis. Und dann halfen die Gäste aus Weimar mit. Mit Kapitän Florian Rammelt gingen die Pferde durch – „ohne Not“, wie es Trainer Michael Junker erklärt, verursachte nach 65 Minuten einen Foulstrafstoß an Weidlich. Junker fand deutliche Worte: „Der Gerataler lief ja aus dem Strafraum raus, war unterwegs zu seinem eigenen Tor. Und er hält den Fuß hin und dann donnert es“. Die Gastgeber hätten – ohne diesen Fauxpas – wohl an diesem Tage kein Tor erzielt. Tom Barchewitz ließ sich die Möglichkeit nicht entgehen. Flach unten links punktgenau getreten, hatte der Torwart, der zwar unten war, keine Chance (1:0, 65.). Dieser Treffer wirkte aufputschend für die Gerataler. „Und wir waren völlig von der Rolle“, sagt Junker.

Fortan zogen die Gerataler nochmals das Tempo an und dominierten die erstaunlich nachlassenden Gäste. Weitere Treffer verhinderten nur die genannten eigenen Fehler. Bischofs Freistoß verlängerte Thorwarth mit dem Kopf, jedoch neben das Ziel (72.). Von Weimar war nun nichts zwingendes mehr zu sehen. Die Mannschaft war vollauf mit Abwehraufgaben beschäftigt. Wieder war es Heydt, der einen Pass in den Raum erlief, diesmal klappte seine flache Hereingabe, denn Torjäger Daniel Thorwarth wurde zentral allein gelassen und solche Gelegenheiten lässt der sich nicht entgehen (2:0, 89.). Die letzte Aktion hatten die Gäste nach einem Eckball, als Sachs per Kopf Torwart Bradsch prüfte (90.).

Das Fazit: Es war ein chancenarmes Spiel. Die Innenverteidigung der Hausherren mit dem Duo Behr/Bischof stand sicher und das Mittelfeld mit Linse, Heyer und Priefer setzte Akzente. Weimar spielte routiniert, ließ sich vom Rückstand aber stark verunsichern. „Es fehlen uns dann die Mittel. Das ist ernüchternd“, sagte Junker.