Rot-Weiß Erfurt plant Stimmrecht für Mitglieder ab 16 Jahren

Erfurt.  Der Fußball-Verein stellt einen Entwurf der neuen Satzung vor. Mitglieder können wegen Corona aber nicht vor Frühjahr 2021 entscheiden.

Aufsichtsratschef Reike Meyer favorisiert eine Open-Air-Versammlung im Stadion.

Aufsichtsratschef Reike Meyer favorisiert eine Open-Air-Versammlung im Stadion.

Foto: Frank Steinhorst

Fußball-Oberligist FC Rot-Weiß Erfurt soll im nächsten Frühjahr eine neue, moderne Satzung erhalten. Sie ist unter anderem notwendig, weil die erste Mannschaft im Sommer in die FC Rot-Weiß Erfurt Fußball GmbH ausgegliedert worden ist. Zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung soll darüber abgestimmt werden. Damit die Satzung in Kraft treten kann, muss sie von einer Zweidrittelmehrheit beschlossen werden.

Einen Termin für die Versammlung, zu der Rot-Weiß bis zu 700 seiner momentan etwa 2300 Mitglieder erwartet, gibt es wegen der Corona-Restriktionen aber noch nicht. Aufsichtsratschef Reike Meyer hatte zuletzt mitgeteilt, momentan betrachte man eine Open-Air-Veranstaltung im Steigerwaldstadion im kommenden Frühjahr als einzig gangbare Lösung.

Die Gremien des FC Rot-Weiß wie Aufsichtsrat, Präsidium und Ehrenrat sowie der Fanrat haben sich derweil auf einen Entwurf geeinigt, der das seit dem Jahr 2009 geltende Statut des Vereins ablösen soll. Die neue Satzung soll demokratischer sein. So dürfen Mitglieder dann bereits ab 16 Jahren mit abstimmen, Aufsichtsrat und Ehrenrat würden demnach einzeln und nicht als Liste gewählt werden.

Künftig kein klassischer Präsident

Zu den wesentlichen Neuerungen gehört außerdem unter Paragraf 20 die Regelung über die Besetzung des Präsidiums. Demnach wird es künftig keinen Präsidenten im klassischen Sinne mehr geben, sondern einen Vorstand als Kollegialorgan, das aus drei oder fünf Mitgliedern bestehen wird. Aus dessen Mitte wird ein Sprecher des Vorstandes gewählt, heißt es weiter.

Unter Paragraf 25 ist geregelt, dass der Verein künftig – wie im deutschen Fußball gefordert – bei allen Entscheidungen die Stimmenmehrheit besitzt. Der Ehrenrat soll sich derweil in seiner Hauptaufgabe unter anderem der Traditionspflege des Vereins, der Ehrung verdienstvoller Mitglieder widmen und, wenn nötig, als Schlichter in Streitfragen eingreifen. Zu Jahresbeginn will das Präsidium vor der Außerordentlichen Mitgliederversammlung den Satzungsentwurf bei einer digitalen Informationsveranstaltung vorstellen. Schon jetzt ist er über die Internetseite des Vereins abrufbar.