Stenzel sticht Rot-Weiß Erfurt ins Herz

Erfurt.  Der ZFC Meuselwitz gewinnt das Hallenfußball-Turnier in Erfurt vor Erfurt und dem FC Carl Zeiss Jena

Fabian Stenzel (links) hat in dieser Szene das Nachsehen gegen Sinisa Veselinovic vom FC Rot-Weiß Erfurt. Nach zwei Toren beim 4:3 im „Endspiel“ aber durfte der frühere Erfurter den Turniersieg bejubeln.

Fabian Stenzel (links) hat in dieser Szene das Nachsehen gegen Sinisa Veselinovic vom FC Rot-Weiß Erfurt. Nach zwei Toren beim 4:3 im „Endspiel“ aber durfte der frühere Erfurter den Turniersieg bejubeln.

Foto: Frank Steinhorst

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Langer Pass von Torwart Chris Kroner, Luca Bürger legt mit Übersicht in die freie Mitte ab, Fabian Stenzel hat keine Mühe, drin. So schnell kann Hallenfußball sein. So einfach. So erfolgreich. Im letzten Turnierspiel des 26. Thüringer Hallenfußball Masters hat der ZFC Meuselwitz mit seinem vierten Treffer einen glänzenden Schlusspunkt gesetzt und Regionalliga-Staffelkonkurrent FC Rot-Weiß durch das 4:3 noch ein Schnippchen geschlagen. Hinter den Erfurtern kam der FC Carl Zeiss Jena auf Platz drei unter den sieben Teams.

„Wir haben heute gern hier gespielt. Das hat man uns angesehen“, freute sich ZFC-Trainer Heiko Weber, nachdem sein Team den Sieg bei dem Traditionsturnier herausgeschossen hatte. Verdientermaßen. Wenn auch mit zwei Unentschieden blieben die Meuselwitzer am Samstag vor 1200 Zuschauern in der Erfurter Riethsporthalle als einzige Mannschaft ungeschlagen und vereitelten den Rot-Weißen auf der Zielgeraden deren sechsten Erfolg der Turniergeschichte.

Mit Stenzel stach die Erfurter ausgerechnet ein früherer Rot-Weißer tief ins Herz. Der „Spieler des Turniers“ vor einem Jahr hatte Rot-Weiß-Keeper Julian Knoll mit schön verzögertem Abschluss zum 1:0 schon ziemlich alt aussehen lassen (5.), um mit dem 4:2 eine Minute vor Schluss noch das i-Tüpfelchen auf die ZFC-Gala zu setzen. Der Neunmeter zum 3:4 von Sinisar Veselinovic, nachdem Paul Sahanek den Anschluss zuvor mit der Hand verhindert hatte, bedeutete Makulatur.

Wieder kann Erfurt das Turnier nicht gewinnen

„Dasselbe wie im letzten Jahr“, knurrte Rot-Weiß-Mann Pierre Becken. Wie im Januar 2019 an gleicher Stelle entschieden die Meuselwitzer das letzte 10-Minuten-Duell des Hallenmasters gegen Erfurt für sich. Mit dem Unterschied, dass sie diesmal nicht Carl Zeiss Jena zum Turniersieg verhalfen, sondern sich selbst zum zweiten Mal nach 2011 an die Spitze schossen. Zur Freude von Trainer Weber. „Es macht doch mehr Spaß als draußen zu trainieren“, betonte der Coach. Er räumt seiner jungen Mannschaft gern den Kick unterm Hallendach ein. Fünf Turniere bestreitet der ZFC bis zum kommenden Wochenende.

Gestern verpasste der Regionalliga-Neunte den Turniersieg in Markranstädt knapp. Er unterlag im Finale Halle 1:5. Heute ist das Team beim Turnier in Halle zu Gast.

Zeiss-Trainer Schmitt: „Gut aus der Affäre gezogen“

Drittligist Carl Zeiss Jena, der in Zwickau zeitgleich ein Turnier bestritt und dort Vierter wurde, trainierte da bereits wieder, um sich für den schweren Kampf um den Klassenerhalt zu rüsten. „Man will immer gewinnen. Aber wir haben uns gut aus der Affäre gezogen“, sagte Zeiss-Trainer Rico Schmitt. Er lobte die vier aus dem U 21, die ihre Sache „sehr ordentlich machten“. Am Dienstag heben die Jenaer zum Trainingslager in die Türkei ab.

Die Hoffnungen, als erste Mannschaft zum dritten Mal in Folge den Pokal mitzunehmen, zerstoben im Thüringenderby mit dem Erzrivalen FC Rot-Weiß. 0:4 hieß es am Ende. Knackpunkt seien für Schmitt indes weniger die empfindlichen Schläge gewesen, sondern vielmehr die Unentschieden gegen Landesklässler Waltershausen (0:0) und Meuselwitz (4:4). Insgesamt war er indes froh, dass es „wohltuend fair“ gewesen ist. Mit dem Pokal für den besten Torschützen an Meris Skenderovic (vier Treffer wie der beste Spieler des Turniers, Daniel Rechberger) ging eine Trophäe nach Jena.

Das Acht-Tore-Spektakel gegen den Turniersieger ist nach dem Geschmack der Zuschauer gewesen. Und nach dem von Heiko Weber. „Ich mag solche Spiele“, sagte er im Anschluss. Vorm munteren Scheibenschießen mussten die Meuselwitzer indes kurz bangen. Mit ähnlich humorlosen Hammer ins Dreiangel wie gegen Jena zum zwischenzeitlichen 2:3 glich Luca Bürger gegen Landesklässler Gispersleben noch zum 1:1 aus. Gegen Waltershausen mühten sich Stenzel und Co. zu einem 2:1. „Gegen die sogenannten Kleinen ist es schwerer als gegen Großen“, so Weber.

Jena in Zwickau Vierter

Das 18. ZEV-Hallenmasters in Zwickau hat Drittligist Chemnitzer FC gewonnen. Nach 2002 holten sich die Himmelblauen zum zweiten Mal den Pokal der Stadt Zwickau. Im Finale besiegten die Mannen um den besten Spieler, dem Ex-Jenaer Davud Tuma, den Regionalligisten VfB Auerbach mit 4:2.
Im Spiel um den dritten Platz unterlag der FC Carl Zeiss Jena, der am Samstag zeitgleich zum

allenturnier in Erfurt auch in Westsachsen antrat, dem fünfmaligen Cup-Gewinner FSV Zwickau mit 3:5. In der Partie um Platz 5 zwischen der Sport-Im-Osten-Auswahl Allstars und dem Perspektivteam der SG Dynamo Dresden gab es einen 5:3-Erfolg der Dynamos. Der 23-jährige Jenaer Keeper Flemming Niemann wurde als bester Torhüter ausgezeichnet. Bester Torschütze war Jan Luderer (6 Treffer) vom VfB Auerbach.
In den Gruppenspielen hatte der FC Carl Zeiss gegen FSV Zwickau 4:5 verloren und gegen die Allstars 7:4 gewonnen. Im Halbfinale unterlagen die Thüringer dem Regionalligisten VfB Auerbach überraschend recht klar mit 1:4. Im zweiten Halbfinale verlor der FSV Zwickau mit 3:5 gegen den CFC.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.