Straßenrennfahrer mit crossigen Wurzeln

Mattstedt.  Phillip Tonn aus Mattstedt besitzt großes Talent und hat die Motorrad-Weltmeisterschaft fest im Visier

Phillip Tonn und Stiefvater Heiko Klepka bereiten die Maschine vor.

Phillip Tonn und Stiefvater Heiko Klepka bereiten die Maschine vor.

Foto: Thorsten Horn

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eigentlich ist das Weimarer Land als Motocross-Hochburg bekannt, doch mit dem erst 14-jährigen Neu-Thüringer Phillip Tonn besitzt der Freistaat nun auch ein Talent im Straßenrennsport.

Die Mutter des gebürtigen Westsachsen ist mit Ken Roczens Vater Heiko Klepka liiert, sodass Phillip Tonn nun in Mattstedt zu Hause ist. Somit kann der Weltmeistermacher auch dem aufstrebenden Straßenrennfahrer so einiges mit auf den Weg geben. „Heiko weiß ja in Sachen Fitness noch alles von Kenny. Das ist für mich perfekt. Man kann zwar Motocross und Straße nicht ohne Weiteres miteinander vergleichen, aber bei grundlegenden Dingen hilft er mir schon sehr“, sagt er.

Dabei ist auch er in seinem innersten ein bisschen Motocrosser. „Mit sieben Jahren habe ich mit Motocross angefangen und fuhr zunächst eine 50-er KTM, später eine 65er. Ich fuhr auch Rennen und dabei ganz gute Ergebnisse ein. Das Wetter spielte aber nicht immer so mit, wie ich es mir wünschte, da bin ich auf Asphalt umgestiegen“, sagt Phillip Tonn.

Auch hierbei machte er von Beginn an eine ausgesprochen gute Figur. 2014 gewann er auf Anhieb den ADAC-Pocket-Bike-Cup sowie in den darauffolgenden Jahren die beiden Klassen Einsteiger und Nachwuchs des ADAC-Mini-Bike-Cups. Daraufhin ging es für ihn ab nach Spanien, wo er im sogenannten Hawkers-Cup unterwegs war. Im vorigen Jahr zündete er die nächste Stufe und erhielt beim Sichtungslehrgang einen der begehrten Startplätze im MotoGP-Rookies-Cup, der im Rahmen einiger europäischer Motorrad Grand Prix läuft.

Kein Wunder, dass er den achtfachen Weltmeister Marc Marques zu seinem Vorbild erkor. Als Zweitjüngster war er allerdings der mit Abstand kleinste Fahrer im Feld, was sich für ihn beim Beherrschen des Motorrades negativ auswirkte.

„Ich bin zum Glück über den Winter ein Stück gewachsen. Ich bin jetzt so 1,60 oder 1,61“, sagt er. Nachdem er auf Grund der Corona-bedingten Pause vor kurzem auf dem Sachsenring seine ersten Trainingsrunden drehte, erklärte er: „Ich kann das Motorrad jetzt viel besser bewegen. Ich denke, es wird in diesem Jahr ein bisschen einfacher werden. Mein Ziel sind die besten Zehn. Wenn es noch besser wird, habe ich natürlich nichts dagegen.“

Zu seinem prominenten Stiefbruder sagt der Rennfloh: „Kenny war im vorigen Jahr mal da, aber da haben wir nicht viel Zeit miteinander verbringen können, aber es ist schon cool, mit so einem prominenten Fahrer zu quatschen.“

Seine Saison beginnt voraussichtlich im Juli in Spanien mit dem European-Talent-Cup und wenig später mit dem Rookies-Cup.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren