SV 1883 Schwarza erhöht die Beiträge

Rudolstadt.  Alle Mitglieder des größten Sportvereines im Landkreis müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen

Auch für Kinder und Jugendliche – hier die Schwarzaer Sportgymnastin Tina Leypold – muss ab kommendem Jahr beim SV 1883 Schwarza tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Auch für Kinder und Jugendliche – hier die Schwarzaer Sportgymnastin Tina Leypold – muss ab kommendem Jahr beim SV 1883 Schwarza tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Foto: Archiv/Peter Scholz

Die 1957 Mitglieder des SV 1883 Schwarza müssen ab dem 1. Januar 2021 tiefer in die Tasche greifen. Auf der Mitgliederversammlung, die corona-bedingt vom März in den September verschoben wurde, stimmten die Delegierten mit großer Mehrheit einer deutlichen Beitragserhöhung zu.

Mit lediglich zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen votierten die mehr als 50 Delegierten für eine allgemeine Erhöhung der monatlichen Beiträge um 2,50 Euro. Damit müssen Vollzahler dann zehn Euro bezahlen. Der ermäßigte Beitrag beläuft sich auf acht Euro, Kinder und Jugendliche 7,50 Euro zahlen.. Bemerkenswert: Es werden bei der Beitragserhöhung keine Unterscheide zwischen Kindern und Erwachsenen gemacht.

„Der Anstoß zu dieser Erhöhung kam aus verschiedenen Abteilungen“, erklärt Geschäftsstellenleiter Michael Hunger. So sei es nur dank spezieller Zusatzbeiträge gegenwärtig möglich, das sportliche Angebot so zu erhalten. Denn während in den letzten zehn Jahren – 2010 gab es die letzte Beitragserhöhung – die Mittel aus der öffentlichen Hand gleich geblieben seien, stiegen die Kosten immer weiter. „Man muss ehrlich sagen, dass uns das Thema schon seit mehreren Jahren bewegt“, blickt Hunger zurück.

Etwas Gegenwind

Zumindest etwas Gegenwind bekam der Vorschlag in der Diskussion. „Wir haben in den vergangenen Wochen wegen der Pandemie vieles einschränken müssen“, sagte Arnd Wockenfuß von der Abteilung Fitness. Dem sollte man Rechnung tragen: „Ich bin für einen höheren Beitrag, aber nicht jetzt.“ Er schlug vor, das Thema im kommenden Jahr noch einmal zur Sprache zu bringen. Ähnlich äußerten sich Reiner Hofmann (Abteilung Turnen) und Robert Karl (Abteilung Basketball): „Man sollte diese deutliche Erhöhung lieber auf mehrere Jahre verteilen“, schlug Hofmann vor. In die gleiche Kerbe schlug auch der Basketballer: „Der Zeitpunkt ist derzeit einfach unglücklich.“

Dagegen sprachen sich Fußball-Abteilungsleiter Andreas Granowski und Thomas Barth von der Abteilung Turnen klar für die Erhöhung aus. „7,50 Euro sind einfach zu wenig, um den Vereinssport in diesem Umfang am Leben zu halten“, meinte Granowski. Barth wiederum sprach sich auch gegen eine Erhöhung in Etappen aus: „Wir sollten dem Mitglied lieber nur einmal weh tun“, so der Turner, der sich vehement für die Erhöhung aussprach. Zudem solle man sein Licht als Mehrspartenverein nicht unter den Scheffel stellen: „Für den Tennisunterricht oder auch die Musikschule wird viel mehr ausgegeben.“

Jens Hennersdorf betonte zudem, dass das Geld auch für zukünftige Aufgaben gedacht ist: „Die finanziellen Anforderungen an uns als Verein werden in den nächsten Jahren immer höher werden“, so der stellvertretende Vereinschef. Und mit den Blick auf andere mögliche Freizeitbetätigungen bekräftigt auch er: „Selbst nach dieser Erhöhung haben wir noch Dumpingpreise.“