THC-Handballerin Jerabkova auf der Jagd

Bad Langensalza.  Die THC-Regisseurin betrachtet sich als Teil der Mannschaft und geht dabei voran: mit Toren. Am Samstag treffen die Handballerinnen auf Blomberg-Lippe.

Aus dem Hintergrund wird sie werfen: Marketa Jerabkova.

Aus dem Hintergrund wird sie werfen: Marketa Jerabkova.

Foto: Sascha Fromm

Gewöhnlich wäre eine andere Spielerin an die Linie gegangen. Gut 30 Sekunden vor Abpfiff aber griff sich Marketa Jerabkova den Ball und ging wie selbstverständlich zum Strafwurf, nachdem sie zwölf Minuten zuvor an Göppingens Keeperin Anne Bocka gescheitert war. Wie so oft versenkte sie den Siebenmeter sicher. 37:27, ihr 13. Tor am Mittwoch, persönliche Top-Marke in dieser Serie, ihr Schlusspunkt, aber nicht das Ende. Dabei war die Tschechin selbst etwas überrascht. „Herbert hat meinen Namen gesagt“, erzählte sie, dass Trainer Herbert Müller darauf drängte. „Dann sage ich nicht nein“, schob sie lächelnd nach.

„Wir achten auch auf die kleinen Dinge. Und wenn eine unserer Spielerinnen die Chance hat, die beste Schützin der Liga zu werden, dann tun wir alles dafür. Und Marketa hatte einen Lauf“, meinte Herbert Müller. Weil es überhaupt der erste von nun 23 Strafwürfen war, den sie verwarf, gab es für ihn erst recht keinen Grund, daran etwas zu ändern.

72 Treffer in der Liga

Nach dem 39:27, dem zweiten Sieg in vier Tagen gegen Göppingen, war er umso zufriedener. Nicht nur, dass sein Gefühl nicht trog und Marketa Jerabkova mit nun 72 Treffern ihre Führung in der Liga-Torschützenliste noch ausbauen konnte. Nach dem Viertelfinaleinzug im Pokal in Göppingen (31:16) war der Coach vor allem froh, dass seine Mannschaft „in der Meisterschaft wieder angekommen ist“. Rechtzeitig vorm großen Endspurt, ehe es nach einer zweiten englischen Woche in die EM-Pause geht.

Sein Bruder Helfried spricht von „drei hammerharten Spielen“, die das THC-Team bis dahin mit Blomberg-Lippe in der Europa-League-Qualifikation und mit Metzingen um Punkte erwarten. Es steht einiges auf dem Spiel. Am Samstag geht es für die Frauen um Regisseurin Jerabkova darum, sich mit „Heimvorteil“ eine gute Ausgangslage für das Rückspiel zu verschaffen. Am Mittwoch heißt es in Metzingen für den Vierten, in der Meisterschaft oben dranzubleiben.

THC will in Runde der letzten 16

Im neuen Euro-League-Format die Runde der letzten 16 zu erreichen strebt der THC an. Dass der Weg dorthin über Blomberg führt, macht ihn steinig, aber auch zu einem willkommenen. „Ich bin froh, dass wir gegen Blomberg spielen und nicht irgendwohin reisen müssen“, unterstrich Helfried Müller angesichts der Corona-Lage.

Das bedeutet, einen unbequemen Gegner hinter sich lassen zu wollen. Blomberg ist für den THC-Trainer die vielleicht größte Überraschung. „Die Mannschaft macht das sensationell, spielt eine Bombensaison“, sagte er. Den für sein schnelles Spiel bekannten Dritten, der am Mittwoch Buxtehude schlug, erwartet er selbstbewusst und mit Ambitionen.

Wer will den Sieg mehr?

„Schnell zurücklaufen, zu fighten“, lautet seine Forderung. „Diesmal ist nicht nach 60 Minuten Schluss, sondern nach 120. Es ist eine Frage, wer will den Sieg am Ende mehr. Ich erwarte, dass wir das zeigen.“ Um Punkte konnten die THC-Frauen die Erwartungen beim 36:28 eindrucksvoll erfüllen.

Dass Kerstin Kündig und Josefine Huber im Schlussspurt gegen Göppingen binnen 30 Sekunden noch zwei Treffer zum Endstand nachlegten, zeigte an, hinten raus noch einmal Tempo und Tore machen zu können. Nach dem Erfolg hob Herbert Müller speziell den guten Start und die Angriffsleistung über 60 Minuten hervor, und nicht zuletzt Marketa Jerabkova, gleichwohl die sich nicht im Vordergrund sieht. Wichtiger sei die Mannschaft, sagte sie.

Wird sie gerufen, ist sie da.

Thüringer HC – HSG Blomberg-Lippe, Samstag, 18 Uhr, Salza-Halle