Thüringer bei Karate-Meisterschaften in Chemnitz im Favoritenkreis

Waltershausen  Bei den in Chemnitz stattfindenden deutschen Karate-Meisterschaften haben Karate-Athleten aus dem Freistaat Thüringen gute Medaillenchancen.

Der Waltershäuser Noah Bitsch (rechts) könnte den 19. Titel gewinnen.

Der Waltershäuser Noah Bitsch (rechts) könnte den 19. Titel gewinnen.

Foto: Bernd Thissen/dpa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Noah Bitsch blickt schon wieder nach vorn. Vorbei ist der Ärger über das unglückliche frühe Aus bei der Europameisterschaft in Spanien, als der Karateka in der 2. Runde an einem Österreicher scheiterte. Denn bei der an diesem Wochenende in Chemnitz stattfindenden deutschen Meisterschaft ist der Waltershäuser in seiner Kategorie bis 75 kg wieder in der Favoritenrolle.

Die Liste der potenziellen Thronfolger ist jedoch lang und wird immer stärker. Über Jahre dominierte der Nationalkader von Bushido Waltershausen seine Kumite-Klasse nach Belieben und holte unglaubliche 18 Titel. Doch in den letzten Jahren entwickelten sich die Talente immer weiter und wollen nun am Stuhl von Bitsch rütteln. Allen voran Maximilian Bauer vom USC-Duisburg, der im letzten Jahr bereits Dritter wurde und unter anderem auch von Bitsch schon trainiert wurde.

Dementsprechend gewarnt gibt sich der Thüringer. „Meine Klasse ist die stärkste in ganz Deutschland. Da sind alles junge Bundeskader drin und man kann nichts so einfach mitnehmen. Außerdem kann in einem Kampf immer alles passieren“, sagt Bitsch und spricht aus Erfahrung.

Denn in Guadalajara wurde ihm ein Augenblick der Unkonzentriertheit zum Verhängnis. Sein Konkurrent erwischte ihn kalt und brachte eine Dreipunkt-Technik an, der Bitsch den kompletten Kampf hinterher rannte. Zwar erzielte er noch zwei Punkte zum 2:3, kam aber nicht mehr in die Verlängerung oder gar zum Sieg. Dies soll sich in Chemnitz nicht wiederholen. „Bei der EM hat man den Wunsch, oben zu stehen. Bei der DM ist es fast ein Muss und ein anderer Druck, weil ich in meiner Kategorie noch ungeschlagen bin.“

Schwester Jana lässt die Meisterschaften diesmal aus, dafür starten mit Madeleine Schröter (Musashi Weimar/bis 61 kg) und Charlotte Grimm (KV Arnstadt/über 68 kg) zwei große Talente in ihren Kumite-Gruppen. „Charlotte ist ganz klar die Nummer eins in meinen Augen. Aber sie ist noch sehr jung und man muss sehen, wie gut sie erholt ist. In Spanien war sie schwer erkältet“, sagt Bitsch, der auch an Schröter Komplimente verteilt. „Sie ist das größte Talent in dem Alter bei den Frauen“, befindet der 29-Jährige.

Seine gute Form unter Beweis stellen will auch Sven Baum. Der Rollstuhl-Athlet aus Erfurt startet in der Kategorie Para und hofft dort auf den großen Wurf. In Spanien zeigte Baum die bisher vielleicht beste Kata seiner Laufbahn, musste sich aber mit Platz sieben zufrieden geben, obwohl die Ausführungen sauber und stimmig waren.

Deutsche Karate-Meister­-schaften der Leistungsklasse und Para, Samstag und Sonntag in Chemnitz

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren