Trainer Jannik Rönnberg lebt Fairplay vor

Herpf/Gräfentonna.  Junger Landesklassencoach des FC An der Fahner Höhe II verhinderte in Herpf Gelb für einen Gegenspieler. Am Sonntag ist sein Team auswärts gefordert.

Fair und engagiert: Jannik Rönnberg feiert einen Treffer seiner Elf.

Fair und engagiert: Jannik Rönnberg feiert einen Treffer seiner Elf.

Foto: Marcel Minar

Im dritten Auswärtsspiel der Saison hat der FC An der Fahner Höhe II bei den Gegnern erstmals bleibenden Eindruck hinterlassen. Aber nicht nur weil der Gast in Herpf beim 1:1 ebenbürtig mitspielte, sondern auch wegen einer kleinen Geste mit großer Aussagekraft. Als Herpfs Kapitän Oliver Nier an der Mittellinie einen Gegenspieler vermeintlich foulte, hatte Schiedsrichter Thomas Fischer aus Kreuzebra schon die gelbe Karte gezückt. Fahners Coach wies den Unparteiischen daraufhin, dass Nier nur ausgerutscht sei und verhinderte so die Verwarnung.

In solchen Situation treten nicht viele Trainer für den Gegner ein. Rönnberg schon. „Für mich war das keine außergewöhnliche Aktion, sondern eine Selbstverständlichkeit. Fairplay sollte immer an erster Stelle stehen“, erklärt Rönnberg, der diese Ehrlichkeit und gegenseitigen Respekt auch von seinen Spielern erwartet. „Wir wollen uns doch sportlich durchsetzen und nicht durch Schummeleien.“

Seit Sommer hat der erst 23-Jährige das Sagen bei der FCA-Zweiten und ist der mit Abstand jüngste Trainer Thüringens oberhalb der Kreisoberliga. Die erste Bestandsaufnahme nach fünf Partien fällt positiv aus, wobei weniger auf die Tabelle schaut (7 Zähler/9. Platz) schaue. „Die Entwicklung der Mannschaft steht für mich über den Ergebnissen“, betont Rönnberg, dessen Elf bisher Höhen und Tiefen zeigte. „Aber“, so der Coach, „mit und gegen den Ball haben wir schon große Fortschritte gemacht.“

In der Landesklasse betrat Rönnberg Neuland, ein Trainernovize ist er aber nicht. Schon als 18-Jähriger, als ihn eine Knieverletzung zur Spielpause zwang, sammelte er als Nachwuchscoach bei seinem Heimatverein (An der Lache Erfurt) erste Erfahrungen an der Seitenlinie. „Danach habe ich meine Trainerscheine gemacht, erst Teamleiter, dann B-Lizenz und vor gut einem Jahr in Leipzig die Elitelizenz“. Derweil trainierte er von 2018 bis zum Frühjahr im Nachwuchsleistungszentrum des FC Rot-Weiß Erfurt die D-Junioren. Nun kam der Schritt in den Männerbereich. Allerdings lautete der ursprüngliche Plan, zunächst als Co-Trainer von Tobias Busse zu arbeiten. „Dann kam der Verein mit der Idee auf mich zu, dass ich die Zweite übernehme. Da habe ich nicht lang überlegt, zumal ich mit den Verantwortlichen sofort auf einer Wellenlange lag“, schildert Rönnberg, dessen Team am Sonntag erneut Richtung Südthüringen aufbricht. Mit der SG Borsch, die seit Jahren das Niveau in der Landesklasse mitbestimmt, wartet eine ganz harte Nuss. Rönnberg hat personell alles an Deck und traut seiner Elf zu, dem Favoriten die Stirn bieten – fußballerisch und natürlich fair.