Traktor Teichel auf der Suche nach der Heimstärke

Teichel.  Mit neuem Landesklasse-Coach überzeugt Traktor Teichel vor allem auf fremden Plätzen

Andreas Förster gehört mit seiner Erfahrung zu den wichtigen Teicheler Akteuren. Hier versucht er sich gegen zum Saisonstart gegen zwei Stadtrodaer Gegenspieler durchzusetzen.

Andreas Förster gehört mit seiner Erfahrung zu den wichtigen Teicheler Akteuren. Hier versucht er sich gegen zum Saisonstart gegen zwei Stadtrodaer Gegenspieler durchzusetzen.

Foto: Peter Scholz

Nein, den dritten Platz von Traktor Teichel will Thomas Rothe noch nicht überbewerten: „Da ist die Saison noch viel zu kurz“, sagt der Coach des Landesklasse-Teams aus dem Gornitztal. Man müsse sich das alles über einen längeren Zeitraum anschauen. Und auch über seinen Verdienst am gegenwärtigen Höhenflug der Mannschaft will der 41-Jährige noch nicht viel sagen und ihn auch nicht überbewerten: „Da bin ich noch zu kurz in Amt“, sagt der Rudolstädter.

Denn Rothe setzte nach dem zweiten Spieltag, bei einem ausgeglichenen Punktstand nach einer Niederlage gegen Stadtroda und einem Sieg in Neustadt, die Arbeit von Matthias Liebers fort. Der hatte Mitte September aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug als Chefcoach bei den Teichelern bekanntgegeben. Und der ehemalige Co-Trainer beim FC Einheit Rudolstadt übernahm das Zepter, Stefan Staskewitsch wurde wieder offiziell Co-Trainer.

„Die Entscheidung fiel schnell, dauerte nur wenige Tage“, erzählt Rothe, der nach dem Neustadt-Spiel von Traktor-Chef Ralf Alex kontaktiert wurde. Und nach etwa zwei Jahren Pause war es für den gelernten Physiotherapeuten die Rückkehr in die Mannschaftskabine, in der immer „ein besondere Atmosphäre herrscht“. Das habe ihn, dem langjährigen Fußballer und eben auch Co-Trainer, „doch schon ein bisschen gefehlt“.

Verheißungsvoller Frühherbst

Und der Start damals im Frühherbst verlief verheißungsvoll für Rothe und sein Team: Im Landespokal kam man weiter und in der Liga kletterte man in Richtung Tabellenspitze. Der neue Trainer, der an einzelnen Stellschrauben drehte und ein bisschen die Spielausrichtung änderte, war nicht unzufrieden mit dem Verlauf der ersten Begegnungen. Auch wenn er keine der erfolgreichen Partien herausheben will, so war er doch gerade mit den Spielen in Kahla und auch Pößneck sehr zufrieden.

Doch kurz vor der Pause dann der sportliche Knick: Dem Ausscheiden im Landespokal folgte die bislang einzige Niederlage auf fremden Platz in Bad Lobenstein. „Wir wissen, was wir dort falsch gemacht haben. Wir wären auch ohne Pause aus diesem kleinen Tief heraus gekommen“ ist der Trainer überzeugt, der hofft, dass die Corona-Pause nicht zu lange dauert: „Beim Training ist einfach die Gruppendynamik wichtig, sollte man den Sport mehr als Gesundheitshelfer sehen“, sagt der Physio.

Aktuell bleibt ihm nur übrig, darauf zu bauen, dass sich seine Jungs fit halten, Rad fahren, Laufen oder auch Wandern. Und darauf zu hoffen, dass sein mittelfristiger Plan, die jungen Leute in die Mannschaft zu integrieren, durch die fehlende Spielpraxis nicht den Bach runter geht. Zugleich ist das Vorhaben, Teichel wieder zu alter Heimstärke zu machen, zunächst erst einmal gestoppt: „Der Platz im Gornitztal ist klein, hat seine eigenen Charakterzüge. Er gehört zu Teichel und er muss wieder zum Trumpf in unseren Spielen werden“, sagt Rothe.

Ein Vorhaben, dass der neue Coach bereits verinnerlicht hat. Auch wenn er erst seit zwei Monaten im Amt ist.