Verheißungsvoller Start für die TSG Kaulsdorf

Kaulsdorf.  Fußball-Landesklässler TSG Kaulsdorf ist nur mit dem Saisonstart zufrieden

TSG-Trainer Louis Rochler (Dritter von links) bei einer Taktik-Besprechung mit seiner Mannschaft.

TSG-Trainer Louis Rochler (Dritter von links) bei einer Taktik-Besprechung mit seiner Mannschaft.

Foto: Peter Scholz

Louis Rochler fühlt sich wohl, da draußen an der Seitenlinie. „Mich hat es schon immer gereizt, die Mannschaft taktisch auf ein Spiel vorzubereiten“, sagt der 27-Jährige, einer der wohl jüngsten Trainer aller drei Landesklasse-Staffeln in Thüringen.

„Schon die Vorbereitung auf die jeweiligen Spiele macht mir richtig viel Spaß“, so der Lehrer an einer Neuhäuser Schule.

Und sein Start in die Punktspiele gefiel dem jungen Mann: „Einschließlich dem Spiel gegen Niederpöllnitz verlief der Start durchaus verheißungsvoll.“ Doch danach war der Wurm drin, rutschte die TSG auf einen Abstiegsplatz. Gegen Moßbach (1:1), Apolda (0:1) und auch Zeulenroda (2:3) ließ man Punkte liegen, „die Spiele hätten wir ziehen müssen“, sagt Rochler. Doch gegen die direkten Konkurrenten fehlte die letzte Konzentration und hatte man hier und da auch Pech: Allein vier Mal knallte der Ball beispielsweise gegen Zeulenroda an das Aluminium. „Aber den Spielern mache ich da keinen Vorwurf, die haben sich immer voll reingehängt“, so der Trainer.

Der Marsch ins sportliche Erfolgstal könnte zur Annahme verleiten, dass den Kaulsdorfern die Corona-Pause seit Anfang November irgendwie in den Kram passt. Doch Louis Rochler verneint das vehement: „Nein, wir sind absolut nicht froh über die Pause, die wollte keiner von uns.“ Ein Rhythmus wäre wichtig gewesen, auch in dieser Phase der Saison. Dennoch ist der Trainer überzeugt, dass der jetzige Stopp richtig ist: „Die Gesundheit der Gesellschaft ist wichtiger als Hobbyfußball.“

Wann es jetzt weitergeht für seine Männer, weiß natürlich auch Louis Rochler nicht: „Es wir noch dauern. Es gibt kein Sprachrohr für den Amateurfußball“, blickt er etwas pessimistisch nach vorn. Insofern ist er froh, dass zumindest der Nachwuchs trainieren kann: „Ich finde es gut, dass die Junioren in den Genuss der Lockerungen kommen und sie zumindest trainieren dürfen.“ Denn wenn die 12- oder 13-jährigen Kicker nicht trainieren können, sind sie auch ganz schnell wieder weg vom Fußballplatz.

Zurück zu den Erwachsenen. Die sollen sich in diesen Tagen fit halten, haben von ihrem jungen Übungsleiter Trainingspläne ans Herz gelegt bekommen. „Sie sollen nicht nur Ausdauerläufe machen, sondern auch Sprints“, sagt Louis Rochler, der davon überzeugt ist, dass sich seine Truppe daran hält. Ohnehin sei es kein Problem, dass etwa zwei Drittel der Mannschaft älter als der Coach ist. „Der gegenseitige Respekt ist immer da“, hat Rochler beobachtet.

Und auch eine gewisse Arbeitsteilung. Denn trotz seines besten Fußballer-Alters sieht sich Rochler nicht als Spielertrainer. „Ja, ich habe gegen Greiz und Lobenstein selbst mitgespielt, aber das hatte personelle Gründe. Ich versuche es schon zu vermeiden“, sagt der Übungsleiter und betont: „Ich kann den eigenen Ehrgeiz und die Interessen der Mannschaft gut abwägen.“