Volleyball-Erstligist VfB Suhl vor personellem Umbruch

Suhl.  Nach dem sportlich missratenen Jahr hinterfragt der Tabellenletzte vieles, plant aber fest für eine neue Saison im Oberhaus.

Der Vertrag von Trainer Mateusz Zrczynski läuft im Sommer aus.

Der Vertrag von Trainer Mateusz Zrczynski läuft im Sommer aus.

Foto: Sascha Fromm

Thüringen wird aller Voraussicht nach in der kommenden Volleyball-Saison wieder mit zwei Erstligisten vertreten sein. Neben Schwarz-Weiß Erfurt plant der VfB Suhl, eine Lizenz für die erste Bundesliga der Damen zu beantragen. Wie Tim Berks, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei den Suhler Wölfen, bestätigte, werde der Südthüringer Verein fristgemäß bis zum 15. Mai eine Lizenz für die Spielzeit 2020/21 beantragen. Es deute sich allerdings ein größerer Umbruch an.

Nach der einen Spieltag vor Schluss abgebrochenen und sportlich missratenen Saison fast der Letzte personelle Änderungen ins Auge. „Wir werden uns auch von einigen Spielerinnen trennen“, meint Berks angesichts der enttäuschenden Platzierung. In 17 Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse stellte Platz elf mit acht Punkten das schlechteste Abschneiden der Wölfe dar. Ob die Zusammenarbeit mit Trainer Mateusz Zarczynski eine Fortsetzung findet, scheint offen. Sein Zwei-Jahres-Vertrag läuft bis 30. Juni dieses Jahres.

Hester Jasper verlässt Verein

Ein Abgang steht fest. Ein schmerzlicher. Nach einer Spielzeit wird Außenangreiferin Hester Jasper den VfB verlassen. Die 18 Jahre alte Niederländerin wechselt zum deutschen Top-Team MTV Allianz Stuttgart. „Vom Charakter her, wie wir sie einschätzen, ist sie genau die richtige Spielerin, die mit ihrer jungen, unbekümmerten Art für Furore sorgen kann“, erklärt Stuttgarts Geschäftsführer Aurel Irion.

Eindruck geschunden hat die gerade 1,75 Meter große, aber extrem sprunggewaltige Niederländerin nicht zuletzt in den Partien gegen den deutschen Meister der Saison 2018/19. In beiden Spielen gegen Stuttgart (0:3) erzielte sie als jeweils erfolgreichste Wölfe-Angreiferin 24 Punkte und soll laut Irion beim MTV den Konkurrenzkampf auf der Position verstärken.

Groß ist der Verlust für den VfB Suhl. Der Verein hätte Jaspar Hester gern gehalten, bastelt unterdessen an einer neuen Mannschaft. Die Folgen durch die Ausbreitung des Coronavirus machen es in Suhl wie anderswo auch nicht leichter, die wirtschaftlichen Grundlagen zu schaffen und ein leistungsstarkes Team zu formen. Aktuell sind die Aktiven in Kurzarbeit.

Volleyball-Bundesliga entlastet alle Vereine

Dass die Volleyball-Bundesliga ihren Vereinen mit einem umfangreichen Sofortmaßnahmenpaket entgegenkommt, entlastet alle – und verschafft gerade finanziell nicht so üppig ausgestatteten Vertretern Luft. So ist die Lizensierung um eine Runde verkürzt worden. Wirtschaftliche Kennzahlen müssen danach nicht am 1. Juli, sondern erst zwei Monate später, Anfang September benannt werden. Hinzu wurden Kosteneinsparungen von der Volleyball-Liga beschlossen sowie alle bestehenden Ausnahmegenehmigungen für Sporthallen verlängert.

Gefordert aber sind die Klubs dennoch. Und das in einer Zeit, in der die Auswirkungen für die Wirtschaft in Zusammenhang mit den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie schwer zu beziffern sind. Auch deshalb erhoffen sich die Suhler Unterstützung durch die Landespolitik, die mit der Bereitstellung eines Fonds für den Erhalt der Thüringer Profisportvereine bereits die Grundlage geschaffen hat.