1. SV Pößneck vor Heimspieltag in fremder Halle

Pößneck.  Die Volleyballer des 1. SV müssen ihre angestammte Halle fürs Derby gegen Rot-Weiß Knau räumen. Und das ist nicht das einzige Problem.

Vor einem knappen Jahr durften die Volleyballer des 1. SV Pößneck nach dem Heimsieg über Rot-Weiß Knau in der Rosentalhalle tanzen. Diesmal ist ihr Heimvorteil aber allenfalls die Hälfte wert.

Vor einem knappen Jahr durften die Volleyballer des 1. SV Pößneck nach dem Heimsieg über Rot-Weiß Knau in der Rosentalhalle tanzen. Diesmal ist ihr Heimvorteil aber allenfalls die Hälfte wert.

Foto: Alexander Hebenstreit

Begeisterung klingt anders. Fragt man Jürgen Kühn nach der Spielstätte seiner Volleyballer am morgigen Sonnabend, gibt er eher missmutig zu Protokoll, dass es diesmal die Turnhalle der Franz-Huth-Schule in der Karl-Marx-Straße sein werde. In der Datenbank des Thüringer Volleyball-Verbands ist zwar – wie immer wenn der Gastgeber 1. SV Pößneck heißt – die Rosentalhalle als Spielort angegeben, doch dieses Mal müssen Jürgen Kühns Schmetterspezialisten ihre angestammte Heimstätte zugunsten des Fußballs räumen.

Nimbus der Unbesiegbarkeit ist passé

Das wäre vielleicht alles nur halb so wild, wenn nicht gleich mehrere Faktoren zusammenspielen würden, die diesem Spieltag einen besonderen Charakter verleihen. Es ist der erste Auftritt des Bezirksliga-Spitzenreiters, seit dem der bis dato ungeschlagene Tabellenführer beim 0:3 gegen Verfolger SVV Weimar II erstmals in dieser Saison die Grenzen aufgezeigt bekam.

Nun also werden die Volleyballer des 1. SV unter nicht einfachen Vorzeichen beweisen müssen, ob es nur ein Ausrutscher war oder ob einhergehend mit dem Nimbus der Unbesiegbarkeit auch das Selbstverständnis am Netz verloren ging. Potenzielle Aufbaugegner sehen jedenfalls anders aus. Da ist zum einen die SSG Blankenhain als Tabellendritter und zum anderen der amtierende Meister und Lokalrivale, der SV Rot-Weiß Knau, der auch noch ein gehöriges Wörtchen um die Vergabe der Podestplätze mitredet.

Hallenbelegung sei „manchmal nicht mehr lustig“

Insofern verwundert es kaum, dass die Pößnecker diese schwierige Prüfung lieber in ihrer angestammten Halle absolvieren würden. „Ich finde es manchmal nicht mehr lustig, dass wir als Pößnecker Mannschaft nicht in unserer Halle spielen dürfen“, sagt Jürgen Kühn und fügt an, dass man es nun einmal nicht ändern könne.

Da das heutige Abschlusstraining nicht in der deutlich flacheren Turnhalle in der Karl-Marx-Straße sondern im angestammten Rosental stattfindet, ist der Heimvorteil des Spitzenreiters nahezu nichtig. „Die Höhe macht schon etwas aus“, merkt Pößnecks Trainer mit Blick auf die Spielstätte an und auch personell sah es für seine Mannschaft schon rosiger aus. „Wir waren in dieser Saison schon besser aufgestellt“, meint Kühn vor dem richtungsweisenden Spiel.

Weimar-Niederlage nagt noch an Pößnecks Spielern

Da auch noch die jüngste Niederlage gegen Weimar ein wenig an seinen Mannen nagt, könnten die Vorzeichen für Jürgen Kühn und sein Team wahrlich besser sein. Doch Bangemachen gilt nicht – vor einem Derby schon gar nicht. „Ich denke, dass wir uns trotzdem ordentlich verkaufen werden. Unser Ziel sind natürlich zwei Siege gegen zwei starke Gegner“, so Kühn.

Siegen – daran lässt Andre Weise keinen Zweifel – wollen aber auch die Volleyballer des SV Rot-Weiß Knau. „Wir wollen möglichst nur ein Spiel in der Saison gegen Pößneck verlieren“, merkt Knaus Spielertrainer mit Blick auf die 1:3-Pleite in der Hinrunde an. Die Favoritenrolle im Derby läge zwar bei den Gastgebern, doch das Spiel gegen Weimar habe gezeigt, dass der Spitzenreiter nicht unschlagbar ist.

Knau mit Vor- und Nachteil

Die Oberländer, die mit vollem Kader anreisen wollen, werden aber erst in der zweiten Partie des Tages ins Geschehen eingreifen, was aus Weises Sicht gegen sein Team spricht. „Es wird für alle darauf ankommen, sich schnell an die Halle zu gewöhnen. Insofern ist es schon ein Nachteil. Aber der anderen Seite kann man die Gegner im ersten Spiel aber schon ein bisschen ausgucken“, lässt er die zweite Seite der Medaille nicht unerwähnt.

Der 1. SV Pößneck weist vorab darauf hin, dass es auch in der ungewohnten Turnhalle wie üblich ein reiches Verpflegungsangebot geben wird, so dass auch aus Zuschauersicht nichts gegen einen langen Volleyballtag spricht. Aufschlag zum Spiel zwischen den Gastgebern und der SSG Blankenhain wird am Sonnabend um 11 Uhr sein. Das Derby zwischen Pößneck und Knau folgt im Anschluss, wobei das Nachbarschaftsduell mutmaßlich nicht vor 13 Uhr beginnen wird.