Gothaer Volleyballer planen neue Saison

Gotha.  Von Finanzen bis Spielerzugängen: Der Verein ist auf vielen Ebenen aktiv, um sich für die neue Spielzeit gut aufzustellen.

Auch in der kommenden Saison gehen die Blue Volleys in der 2. Bundesliga an den Start.

Auch in der kommenden Saison gehen die Blue Volleys in der 2. Bundesliga an den Start.

Foto: Sascha Fromm

In so manch schwerer Minute innerhalb der Sportvereine sorgen positive Nachrichten für angenehme Abwechslung – so auch beim VC Gotha. Die Geisterticket-Aktion des Volleyball-Zweitligisten, die am Montag (18. Mai) endet, wurde von den Fans gut angenommen. 1000 virtuelle Karten wollte der Verein verkaufen, bis zum Montag erreichte die Zahl eine hohe dreistellige Marke.

„Das ist ein riesen Ergebnis und bringt uns die Einnahmen eines verloren gegangenen Heimspiels wieder ein“, freut sich Vereinsmanager Jörg Fischer. Es ist Balsam auf die Seelen der Verantwortlichen, die vom Abbruch der Liga besonders betroffen waren. Gleich auf vier Heimspiele mussten die Gothaer verzichten, was Einnahmeverlusten im fünfstelligen Betrag entsprach.

Viel Geld für den VC, der seit Ausbruch der Corona-Krise mit seinen Sponsoren in Gesprächen steht – mal mit besseren, mal mit schlechteren Nachrichten. Zumeist bleiben es vage Aussagen. „Viele halten sich zurück, weil sie auch nicht wissen, wie es wirtschaftlich weitergeht. Es ist ein großes Feld. Aber wir haben noch nicht auf eine Entscheidung gedrängt. Es gibt allgemein Zurückhaltung, aber abgesagt hat uns noch keiner“, sagt Fischer, der sich mit seinem Team dennoch um eine sichere und solide Zukunft kümmert.

Planungen für 2. Bundesliga laufen

Diese heißt mit dem Flagschiff, den BlueVolleys, weiterhin 2. Bundesliga. Zwischen 160 und 180.000 Euro beträgt die Summe, die als Budget zur Verfügung stehen – so hoffentlich auch in der neuen Spielzeit. „Eigentlich“, gibt Fischer zu, „müsste man mit Minimum 250.000 Euro in eine Saison gehen. Aber bei uns gibt es viel Ehrenamt und Eigeninitiative, was Kosten spart. Und wir sind vor allem auf der Suche nach jungen Spielern, die auf dem Markt sind.“

Nicht nur deshalb lässt sich der Club mit der Präsentation etwaiger Neuzugänge noch etwas Zeit. Trainer Jonas Kronseder, der nach seinem guten Premierenjahr dem Verein erhalten bleibt, ließ bereits durchblicken, zumeist in den Volleyball-Internaten nach jungen, hungrigen, deutschen Talenten Ausschau zu halten. Zwei bis drei Spieler möchte man holen. „Wir sondieren den Markt. Keine passenden Spielern zu bekommen ist eine Sorge, die wir noch nicht haben“, sagt Fischer, zumal bis zum von der Liga angedachten Start am 12. September noch viel Zeit ist.

Nur ein Abgang steht fest

Im Gegenzug steht bisher nur Malte Neubert als Abgang fest. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Finnen Lauri Jylhä. „Es besteht Interesse seinerseits, noch eine Saison hier zu spielen“, sagt der Vereinsmanager. Nun prüfe man perspektivisch, ob es für den Verein finanziell machbar ist. Ein halber Neuzugang steht derweil schon fest. Aus der eigenen U 20 rückt Len Spankowski in die Erste auf. „Er soll voll ins Mannschaftstraining integriert werden. Wie ihn Jonas dann einsetzt, werden wir sehen“, sagt Fischer.

Aber auch unterhalb der Zweitliga-Vertretung stellt sich der VC breit auf. Die Zweite nahm nach einigen Diskussionen schließlich das Aufstiegsrecht in die Regionalliga wahr und soll in neuer Besetzung ein solider Unterbau der Ersten werden. Trainiert wird sie von Martin Fischer. Steffen Hüther, der sich bisher für die Thüringenliga-Auswahl verantwortlich zeigte, rutscht in die Dritte, die ebenfalls aufstieg und nun in der Thüringenliga an den Start geht. Neben einer Damenmannschaft sind außerdem alle Altersklassen im Nachwuchs besetzt.

Während diese Planung weit gediegen ist, gilt es nun, in den nächsten Wochen und Monaten auf anderen Ebenen Fortschritte zu machen. So sind die Gothaer Mitglied im „Team Sport Thüringen“, einer Interessengemeinschaft von zwölf hochklassigen Vereinen im Freistaat. Die Idee geht auf René Witte, Manager des Handball-Zweitligsten ThSV Eisenach, zurück, der die Clubs sammeln wollte, um bei der Politik und Wirtschaft mit gemeinsamer Stimme sprechen zu können.

Hoffen auf politische Hilfe

Unter anderem geht es darum, Unterstützung in Form von Geldern zu bekommen. „Wir hoffen, dass die Politik am 28. Mai mit entsprechenden Beschlüssen uns hilft“, so Fischer. Nach einem Berechnungsschlüssel sollen Gelder auf die Mannschaften verteilt werden, Gotha erhofft sich einen fünfstelligen Betrag, der vieles einfacher machen würde.

„Die Gründung war eine goldige Idee. Wir wollen auch abseits der finanziellen Sachen uns austauschen und voneinander profitieren“, so Fischer. Dies geschieht in wöchentlichen Sitzungen, die die Clubs – momentan noch online – abhalten.

Zeitgleich bereiteten die Gothaer ihre Beachvolleyball-Plätze auf. Denn durch die Lockerungen ist es zeitnah wieder möglich, Sport im Freien zu betreiben. Ein Hygienekonzept ist schon erstellt und muss nur noch angenommen werden. Dann sollte es möglich sein, in kleinen Gruppen zu trainieren.

„Vollständig als Team werden wir uns aber nicht versammeln können“, sagt Fischer. Wenn Trainer Kronseder im August zum Auftakt bittet, soll die Truppe in Gruppen geteilt werden. „Wir probieren uns bestens vorzubereiten“, so Fischer.