Volleyballerinnen von Schwarz-Weiß Erfurt starten Vorbereitung mit Minikader

Erfurt.  Vom endgültigen 13er-Kader sind beim Erstligisten sechs „alte“ Einheimische noch dabei.

Ball im Blick: Zugang Sara Kovac aus Kanada.

Ball im Blick: Zugang Sara Kovac aus Kanada.

Foto: Marco Schmidt

Neu-Trainer Dirk Sauermann, zu dessen Heimat inzwischen Finnland geworden ist, rief seine „dank“ Corona momentan allein selig machenden einheimischen Damen am Donnerstag zum ersten Schnuppertraining für die neue Bundesliga-Saison in die Riethsporthalle.

Vom nunmehr endgültigen 13er-Kader sind immerhin sechs „alte“ Einheimische noch dabei: die Außenangreiferinnen Sindy Lenz, Paula Reinisch, Mittelblockerin Sabrina Krause, Diagonalspielerin Rica Maase sowie die auf Libero positionierten Michelle Petter und Mia Stauß. Auch die junge Dame auf Zuspiel, Meghan Barthel (20, neu vom VC Olympia Dresden), ist bereits vor Ort und wird den ersten Teil der Vorbereitung mit aufnehmen können.

Mit Unterstützung von Trainer Waibl nach Erfurt

Die Zuspielerin, die von sich meint, auf dem Parkett noch emotionaler werden zu müssen, erklärt: „Ich wollte unbedingt erste Bundesliga spielen und hoffe darauf, mich hier weiter verbessern zu können. Deshalb bin ich auch mit Unterstützung von Trainer Alex Waibl nach Erfurt gekommen.

Als „Exot“ in der Auftaktrunde gesellte sich die sportlich-schlanke Kanadierin Sara Kovac hinzu. Sie hatte alle Corona-Pflichten schon erfolgreich – ihr Dauerstrahlen verriet es – hinter sich gebracht. Die Außenangreiferin ist die erste Neue aus Übersee, die sofort am ersten leichten Trainingsaufgalopp teilhaben konnte.

Dirk Sauermann, dem die sprichwörtliche finnische Gelassenheit aus jeder Pore schaut, hat allein Außenangreiferin Maddie Palmer, weil wie er bis dato in Finnland am Ball, bereits live spielen sehen. Schlagen die Sara Kovac (22 Jahre, 1,83 m), Maddie Palmer (24, 1,83 m), Jasmine Gross (22, 1,91 m) ähnlich überzeugend ein wie ihre mit hoher Angriffspower und -effizienz ausgestatteten Vorgängerinnen Cassidy Pickrell und vor allem Danielle Brisbois, sollte der sicherlich zuvorderst angestrebte Klassenerhalt und vielleicht mehr keine Utopie sein.

Nach dem Flug in Quarantäne

Schon im Lande, aber noch in Quarantäne befindet sich die 21-jährige Mittelblockerin mit einem Namen wie Musik, Agnes Victoria Michel Tosi (1,87 m). Sie spielt in der neuen Saison die argentinische Karte, nachdem ihre allseits beliebte, auf Zuspiel variabel auftrumpfende Landsfrau Clarisa Sagardia eine neue Herausforderung gesucht hat. SWE-Manager Christian Beutler hofft indes darauf, die Dauer der Quarantäne der neuen Südamerikanerin verkürzen zu können. Und unterstreicht: „Natürlich immer unter Beachtung der auferlegten Hygiene-Regeln.“

Mit der US-amerikanischen Zuspielerin Madelyn Cole (22, 1,78 m) und der russischen Außenangreiferin Marija Liwanowa (22, 1,83 m), in den USA volleyballtechnisch ausgebildet, zuletzt in Aserbaidschan unter Vertrag, ist der Schwarz-Weiß-Kader auf dem Papier komplett. Denn die Russin sitzt noch in St. Petersburg fest, Ankunft in Erfurt ungewiss.

Saisonstart am 3. Oktober

Dem Coach bleibt nichts anderes, als mit den Spielerinnen zu arbeiten, die da sind. Und er blickt schon mal in die sportliche Zukunft: „Wie auch immer das Team zusammengesetzt ist, es gilt, in jedem Spiel unsere Chance, mag sie auch noch so klein sein, nutzen zu wollen. Das heißt, dass die Spielerinnen bei aller Leistungsbefähigung vor allem auch charakterlich zueinander passen müssen.“ Und fast beschwörend: „Man kann und muss daran arbeiten, die Charaktere zu verbinden und anzugleichen.“

Noch aber hängt die Saison 2020/21 am Tropf der Pandemie. Wenn alles optimal ohne Corona-Rückfall läuft, werden die Schwarz-Weißen am 3. Oktober in Straubing und zwei Wochen später in Aachen ihre ersten Punktspiele bestreiten. Wenn man dem späten ersten Heimauftritt am 24. Oktober gegen Potsdam etwas Positives abgewinnen will, dann ist's die Hoffnung auf dann vielleicht doch zugelassene Zuschauer.