Nebeneinander der Generationen beim SV Rot-Weiß Knau

Knau.  Die Volleyballer des SV Rot-Weiß Knau arbeiten am Team der Zukunft. Doch noch haben auch die Alten nicht genug.

Jung und Alt gemeinsam am Ball: Tino Schöler (links) und Andre Weise stehen hier als Blocker symbolisch für das Miteinander der Generationen bei den Knauer Volleyballern.

Jung und Alt gemeinsam am Ball: Tino Schöler (links) und Andre Weise stehen hier als Blocker symbolisch für das Miteinander der Generationen bei den Knauer Volleyballern.

Foto: Alexander Hebenstreit

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Gesichter kommen, Gesichter gehen, das Erscheinungsbild dieses oder jenes Kollektivs ändert sich hier und da immer wieder. Das ist nichts Neues, schon gar nicht im Sport. Gerne wird in solchen Fällen von Generationenumbruch gesprochen. Nicht selten wird es als besonders positives Merkmal verkauft, wenn eine Mannschaft mit vielen jungen Spielern bestück ist.

Doch warum eigentlich? Auch erfahrene Sportler haben ihre Daseinsberechtigung. So lange es noch in den Fingern und Füßen juckt und die Leistung stimmt, gibt es keinen Grund die Älteren aufs Abstellgleis zu verfrachten.

Fließender Prozess statt einschneidende Zäsur

So oder so ähnlich sieht man das auch in Knau, wo man die Verjüngung der Volleyballmannschaft nicht per Hauruckaktion sondern mit der nötigen Geduld angeht. Keine einschneidende Zäsur, vielmehr kann von einem Nebeneinander der Generationen gesprochen werden. „Das trifft es ganz gut“, bestätigt Trainer André Weise. „Wir sind zum Teil sehr erfahrene und zum Teil sehr junge Spieler. Wenn man Leute von 14 bis 50 Jahre im Kader hat, ist genau das die große Herausforderung.“

Mit Marco Weise und Arndt Petermann verabschiedeten sich zwei verdiente Spieler in den sportlichen Ruhestand, dafür rückten die nächsten Jungspunde nach. „Das Hauptziel ist, dass die jüngeren Spieler immer unabhängiger werden, aber auch der Leistungsgedanke zählt“, erklärt André Weise, der den Luxus genießt, als Trainer aus den Vollen schöpfen zu können.

Doppelte Mannschaftsstärke zu jedem Spiel

Zu jedem Saisonspiel traten die Rot-Weißen in doppelter Mannschaftsstärke, also zu zwölft an, zumeist wären sogar noch mehr Spieler verfügbar gewesen. Und natürlich will auch jeder auf seine Einsatzzeiten kommen. So merkte etwa Kay Weise, Zuspieler seit Jahrzehnten, am Rande des jüngsten 3:0-Siegs über den PSV Zeulenroda an, dass es ihm schon schwer falle, das Geschehen von der Auswechselbank zu verfolgen.

Auch mit Mitte 40 macht Volleyball eben noch Spaß und auch wenn die goldenen Zeiten als Thüringenmeister und Regionalligist lange her sind, lebt der Leistungs- und Wettkampfgedanke fort. Das spiegelt sich auch im Training wieder, wo sich die Verantwortlichen über eine sehr gute Beteiligung freuen dürfen. „Das ist aber auch Grundvoraussetzunge“, wie André Weise anmerkt.

Titelverteidigung abgeschrieben

Daran, dass es in dieser Saison wohl nicht zur Titelverteidigung in der Bezirksliga Ost reichen wird – es wäre die vierte Meisterschaft in fünf Jahren gewesen – stört man sich im Oberland nicht. „Die Bilanz ist durch die zwei erfolgreichen Spieltage im Januar wieder positiver. Wir sind zufrieden. Wenn wir unter den ersten Vier bleiben, ist das vollkommen in Ordnung – und wenn wir am Ende Fünfter oder Sechster werden ist es auch nicht schlimm“, meint der Trainer der Rot-Weißen weiter.

Ob es mittelfristig eine sportliche Etage nach oben gehen soll, lasse sich aus heutiger Sicht noch nicht abschätzen. „Wir hätten sicher nichts dagegen, aber wenn dann nur mit einem Kader, der es sich erspielt hat und die nötige Qualität mitbringt“, so André Weise, der in diesem Fall ausnahmsweise seine Generation ausklammert.

Jugend entwickelt dennoch Eigenleben

Überhaupt sollen die Nachrücken allen Nebeneinanders von Jung und Alt zum Trotz auch ein Eigenleben entwickeln. „Es ist schon so, dass sie auch ein bisschen ihr eigenes Ding machen sollen. So treten wir zu einzelnen Turnieren zum Beispiel allein mit der jungen Garde an“, erklärt Weise weiter.

Das Engagement des Knauer Nachwuchs’ kann sich jedenfalls sehen lassen. Der beschränkt sich nämlich nicht nur darauf, selbst am Volleyballnetz auf seine Kosten zu kommen. Fünf junge Spieler ließen sich im Herbst zu Schiedsrichtern ausbilden. Im Frühjahr sollen dann auch noch die ersten Trainerlizenzen folgen.

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