SG Eisenach/Herleshausen bereit für eine Überraschung

Eisenach.  Nach dem Befreiungsschlag kann der Volleyball-Thüringenligist in eigener Halle sofort nachlegen. Die beiden Gegner haben es jedoch in sich.

Bei seinem Comeback feierte Johannes Aßmann mit  Eisenach-Herleshausen einen Doppelsieg. Am Samstag spielt die SG erneut in eigener Halle.

Bei seinem Comeback feierte Johannes Aßmann mit Eisenach-Herleshausen einen Doppelsieg. Am Samstag spielt die SG erneut in eigener Halle.

Foto: Mike El Antaki

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Sie können es doch noch: Nach einer bisher enttäuschend verlaufenden Saison zeigten die Männer der SG Eisenach/Herleshausen beim ersten Heimauftritt des Jahres, dass sie das Volleyballspielen nicht verlernt haben. Die fünf Punkte gegen Schlusslicht VC 08 Jena (3:2) und den SV TU Ilmenau (3:1) waren nicht nur mit Blick auf die Thüringenliga-Tabelle überlebenswichtig, sondern vor allem auch „Balsam für die Seele“, wie Routinier Ingo Böhme rückblickend meinte. Denn nachdem die Truppe wochenlang mit sich gehadert und nach Ursachen für den Leistungseinbruch geforscht habe, wissen „wir nun wieder, was wir können“, sagt der Mittfünfziger.

Der Befreiungsschlag brachte beim Überraschungs-Landesmeister das Lachen und den Teamgeist zurück, ist jedoch kein Grund um sich selbstgefällig zurückzulehnen. Zeit dafür bleibt ohnehin nicht. Schon am Samstag geht es mit einem weiteren Heimspieltag weiter, bei dem sich zeigen wird, was die Siege der Vorwoche wirklich wert sind. Gegner der bundesländerübergreifenden Spielgemeinschaft sind nämlich der neue Tabellenführer Schmalkalder VV und VC Gotha II. Was da auf die SG zukommt, seien zwei mega-schwere Aufgaben, weiß Böhme. Obwohl Schmalkalden vorige Woche durch den Sieg im Spitzenspiel Rang eins erobert hat, stuft er die Zweitbundesliga-Reserve sogar noch einen Tick stärker ein. „Für mich sind die Gothaer der Aufstiegsfavorit Nummer eins“, sagt Böhme. Mit Grausen erinnert er sich an das Spiel gegen die VC-Zweite im November, als die Eisenacher beim 0:3 (12, 24, 15) in eigener Halle streckenweise vorgeführt wurden. Diesmal soll die „Puppenstube“ in der Ziegeleistraße nicht so leicht zu erobern ein, wie Böhme ankündigt: „Wir werden alles versuchen, um eine Überraschung zu schaffen. Ich gehe auch davon aus, dass uns wie vorige Woche wieder viele Fans lautstark unterstützen.“ Böhme wird voraussichtlich erst zum zweiten Spiel hinzustoßen. Der SVW-Vereinsvize ist am Vormittag noch mit der von ihm trainierten Jugendmannschaft unterwegs. Gegenüber der Vorwoche fällt zudem Andreas Neitzel aus, doch an personellen Alternativen fehlt es Spielertrainer Richard Horlbeck nicht. Vermutlich kann er wieder zehn oder elf Akteure auf dem Spielprotokoll eintragen. Horlbeck selbst war es, der vorige Woche maßgeblichen Anteil daran hatte, dass sich die SG aus dem Sumpf zog. Der Linkshänder brillierte mit effizientem Aufschlag und starkem Angriff. Unübersehbar war indes, welche Bedeutung Johannes Aßmann für das Eisenacher Spiel hat. Auch wenn der Bruder von Gothas Zweitliga-Kapitän Christoph beim Comeback nach langer Verletzungspause noch nicht ganz der Alte war, konnte er wichtige Bälle blocken und gab er der gesamten Mannschaft einen enormen Schub.

Trotz des Eisenacher Doppelsieges zuletzt sind die Rollen am Samstag klar verteilt. In beiden Partien ist die SG als Tabellenachter Außenseiter. Ein oder zwei Punkte wären bereits ein Erfolg, mehr eine kleine Sensation, gibt sich Böhme realistisch. Am Ende der Saison kann jeder einzelne Zähler Gold wert sein. Schließlich ist offen, wie viele Mannschaften absteigen. Aber ob zwei oder drei Teams in die Verbandsliga müssen, das ist Horlbeck egal. „Damit beschäftigen wir uns nicht“, betont der Gymnasiallehrer. Oder anders gesagt: Das Team glaubt wieder an sich.

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