Vor dem Saisonstart: Handball-Zweitligist ThSV Eisenach im Check

Eisenach.  Am Sonnabend startet der ThSV Eisenach beim ambitionierten Aufsteiger Fürstenfeldbrück.

Soll das Eisenacher Spiel ankurbeln: Neuzugang Daniel Dicker

Soll das Eisenacher Spiel ankurbeln: Neuzugang Daniel Dicker

Foto: sportfotoeisenach

19 Mannschaften, 342 Begegnungen, 38 Spieltage von Anfang Oktober bis Ende Juni kommenden Jahres – der 2. Handball-Bundesliga steht nach knapp siebenmonatiger Zwangspause eine Mammutsaison bevor. Und gleich am ersten Spieltag sorgt Corona erneut für Wirbel: das für Freitag angesetzte Topspiel zwischen TuS Nettelstedt und dem HSV Hamburg muss verschoben werden. Fünf Hamburger Spieler sind mit dem Covid-19-Virus infiziert.

Für den ThSV Eisenach kann es planmäßig losgehen: mit dem Gastspiel beim ambitionierten Aufsteiger Fürstenfeldbrück (Sonnabend, 19.30 Uhr), ehe eine Woche später mit Nettelstedt einer der Aufstiegsanwärter an der Wartburg gastiert. Trainer Markus Krauthoff-Murfuni spricht von einer „Monsteraufgabe“ und fordert von seiner Mannschaft, „von Anfang an bereit zu sein“.

Die Lage

Eisenach hat in der Vorbereitung gegen namhafte Gegner respektable Ergebnisse erzielt. „Dafür können wir uns freilich nichts kaufen“, warnt Krauthoff-Murfuni, lobt aber die Entwicklung der Mannschaft und ausdrücklich deren momentane Fitness. Trotz aller Einschränkungen lief das Training reibungslos. Der Kader ist auf 17 Spieler (14 Feldspieler, drei Torleute) reduziert worden. „Es macht Spaß, den Jungs zuzusehen“, sagt ThSV-Präsident Shpetim Alaj und zeigt sich erleichtert, dass alle gesund sind.

Die Neuen

Die drei Neuzugänge sind allesamt integriert. Kristian Beciri ist in der Lage, das Kreisläuferspiel auf ein höheres Niveau zu heben. Die Mitspieler haben „extremes Vertrauen“ in ihn, sagt Krauthoff-Murfuni. Zudem ist der 2,01-m-Riese in die Rolle des Abwehrchefs gerückt, die nach Duje Miljaks Karriereende vakant war. An seiner Seite soll Daniel Dicker den Innenblock komplettieren und die Philosophie des Trainers beflügeln: aus einer beweglichen Deckung stabil nach vorn spielen. Nach holprigem Start hat sich Torhüter Thomas Eichberger akklimatisiert. Zuletzt konnte er Erfolgsquoten von 30 Prozent gehaltener Bälle vorweisen. Mit Blaz Voncina bildet er ein von Typ und Abwehrverhalten sich ergänzendes Duett.

Die Verletzten

Von schweren Ausfällen blieb der ThSV in der Vorbereitung verschont. Die Knieverletzung von Justin Mürköster erwies sich nur als Kreuzbandzerrung. „Hier hat ihm seine starke Muskulatur geholfen“, sagt Krauthoff-Murfuni. Kristan Volar hat nach seinem vor Jahresfrist erlittenen Kreuzbandriss noch athletische Defizite, soll aber „zeitnah“ an das Mannschaftstraining herangeführt werden. Komplett geheilt ist der Fingerbruch von Ante Tokic. Dagegen braucht der mit dem Fuß umgeknickte Adrian Wöhler noch etwas Zeit, sollte aber in zwei Wochen wieder dabei sein.

Die Zuschauer

Hinter dem Ticketverkauf und der Möglichkeit des Spielbesuches stehen die wohl größten Fragezeichen. Alles steht und fällt mit der Pandemie und den ausgerufenen Warnstufen. Wie Manager René Witte skizziert, können bei Warnstufe 1 und 2 etwa 800 bis 1000 Fans in die Halle (mit je nach Lage unterschiedlich starken Kontrollen). Bei Warnstufe 3 sind maximal 400 bis 500 Zuschauer erlaubt. Aus diesem – Stand jetzt – definierten Mindestmaß ergibt sich die Zahl der etwa zu verkaufenden Dauerkarten. Der Rest ginge in den freien Verkauf, wobei für alle Zuschauer personalisierte Tickets und generelle Maskenpflicht in der Halle Pflicht sind.

Das Ziel

Für Trainer Krauthoff-Murfuni ist sportlich betrachtet der reine Klassenerhalt „eigentlich kein Ziel“, für Manager Witte wiederum steht in kritischer wirtschaftlicher Lage das Überleben des Vereins ganz vorn – und damit der Nichtabstieg. Beide sind sich letztlich darüber einig, „so schnell wie möglich 32 bis 35 Punkte zu holen“. Der Rest wäre Zugabe.

Der Auftaktgegner

Für den TuS Fürstenfeldbruck ist mit dem Aufstieg ein großer Traum in Erfüllung gegangen. 27 Jahre nach der Pleite des TSV Milbertshofen (1991 erster Eisenacher Gegner in der Bundesliga!) füllen die Rand-Münchner die fast drei Jahrzehnte währende bayerische Handball-Leere mit neuem Leben. Stand Dienstag dürfen am Sonnabend 200 Zuschauer in die Halle, allerdings – wie überall – keine Gästefans.

TuS Fürstenfeldbruck – ThSV Eisenach, Sonnabend, 3. Oktober, 19.30 Uhr, Wittelsbacher Halle, Fürstenfeldbruck