Wacker-Teamchef Berbig: Es ist Zeit für eine Revolution des Spielplans

Nordhausen.  Thüringens Fußball-Regionalligisten plädieren für einen Saisonabbruch.

Nordhausens Teamchef Tino Berbig. 

Nordhausens Teamchef Tino Berbig. 

Foto: Christoph Keil

Nach der Ablehnung von Geisterspielen durch alle Fußball-Regionalligisten im Nordosten beginnt nun die Diskussion um einen möglichen Saisonabbruch. Die große Mehrheit der Vereine ist dafür, auch Wacker Nordhausens Teamchef Tino Berbig. „Ich sehe keine Alternative. Wir haben noch vier Nachholspiele. Das wäre doch alles Wettbewerbsverzerrung“, so der ehemalige Torwart. Berbig regt derweil ein Nachdenken über andere Lösungen an: „Jede Krise ist eine Zeit für Revolution. Jetzt wäre Gelegenheit, die Spielpläne radikal zu verändern. Zum Beispiel erst im Herbst zu beginnen und die Sommerpause abzuschaffen.“

Auch Thüringens anderer Viertligist ZFC Meuselwitz, sieht Probleme, die Saison zu Ende zu spielen. Doch Präsident Hubert Wolf nennt auch Hürden. „Sollten im Juni Sportplätze wieder offen und das Kontaktverbot aufgehoben sein, könnte das Arbeitsamt das Kurzarbeitergeld einfordern. Deshalb müssen wir auf die Entscheidungen des Staates warten“, so Wolf. Anfang Mai müsse aber eine Entscheidung getroffen werden. „Die meisten Vereine könnten dann die Saison bis Ende Juni ohne viele englische Wochen beenden“, sagt Wolf.

Der NOFV möchte das Spieljahr gern sportlich zu Ende bringen. Präsident Erwin Bugar sagt, es sei „nicht ausgeschlossen, dass wir im Juli oder August noch spielen“. Dann würde eine neue Spielzeit tatsächlich erst im September beginnen, wie es Tino Berbig anregt.

Keinen Corona-Bonus gibt es für Nordhausen in Sachen Insolvenz. Obwohl der DFB in seinen neuen Regeln den bisherigen Neun-Punkte-Abzug bei Insolvenz eines Vereins für die aktuelle Saison gestrichen hat, gilt das für Wacker noch nicht. „Die Regeln sind erst mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung gültig“, sagte Holger Fuchs, Geschäftsführer des NOFV.

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