Weimarer Box-Talent: Savina geht durchs Feuer

Weimar.  Im Winter werden Meister gemacht – das gilt in vielen Sportarten. Auch beim Boxen. Wir schauten beim Boxverein in Weimar vorbei.

Auf ihr ruhen viele Hoffnungen: Savina Sennewald beim Training im Boxverein Weimar.

Auf ihr ruhen viele Hoffnungen: Savina Sennewald beim Training im Boxverein Weimar.

Foto: Jürgen Scheere

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Im Domizil des Weimarer Boxklubs wird tüchtig geschwitzt. Thomas Elke, der Trainer, hat seine Schützlinge gut im Griff – mit ein paar Weihnachtskilo zu viel hat sich tatsächlich niemand zurück ins Training getraut. Das neue Jahr, so erzählt es der Weimarer, bringe für viele neue Möglichkeiten, die extra motivieren. Da will niemand hintan stehen.

Erst recht nicht Savina Sennewald. Die ist gerade zwölf Jahre jung und mit allen Wassern gewaschen, wie es ihr Trainer Thomas Elke sagt. Das sei auch nicht ungewöhnlich, gehe das junge Mädel doch durchs Feuer. „Sie trainiert ausschließlich mit Jungs“, so der Coach, der gleich anfügt, dass er glaube, dass sein Schützling die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in diesem Jahr packe. Gut entwickelt habe sich Sennewald allemal. Seit drei, vier Jahren gehöre die junge Dame zur Equipe des Weimarer Vereins, beiße sich immer weiter durch.

Internationalen Kaderwettkämpfein Bad Blankenburg

Die nationalen Titelkämpfe, die im Mai in Lindow in Brandenburg stattfinden, sind aber noch fern. Elke schaut zunächst auf das, was vorher kommt. Der erste Höhepunkt seien die internationalen Kaderwettkämpfe in der Sportschule Bad Blankenburg im Februar. Das sei die erste Standortbestimmung für ihn und seine Kämpfer. Akribisch gelte es, sich vorzubereiten. Derzeit feile man an der Schnelligkeit und Spritzigkeit der Boxer, zuvor habe man die Kondition im Auge gehabt. Es gehe nun ins Detail, wie Elke betont. In dem Alter der 13- bis 15-Jährigen käme noch hinzu, dass der eine oder andere einen Wachstumsschub bekommt. „Da sieht man einen mal zwei Wochen nicht und dann schießt der in die Höhe“, sagt Elke. Das Training müsse dann entsprechend auch angepasst werden, schließlich habe das auch Einfluss aufs Kampfgewicht.

Den Winter nutzte Elke auch, um die Trainingsgruppen etwas umzustrukturieren. Aus den Schülergruppen der Acht- bis Zehnjährigen, die Anfänger, beförderte er schon den einen oder anderen in die Förderstufe III und von dort gleich fünf Talente in die Förderstufe II. Den Sprung von der einen in die nächste Gruppe schafft man nur durch sportliche Argumente. Ab der Förderstufe II beginne das Kadettenalter – und ab da gibt’s die Tickets für die deutschen Meisterschaften zu verdienen. Wer ins Erwachsenenalter entschwindet, oder wem der Biss irgendwann fehle – ja, auch das gebe es, bemerkt Elke –, der verschwinde auch aus dem leistungsorientierten Training. Solch einen Schnitt zu machen, wie den im Winter jetzt, sei nicht ungewöhnlich. Hinzu käme der Entscheid, die beiden Förderstufen gleich dreimal in der Woche gemeinsam trainieren zu lassen. Es könne eben für den Weimarer Verein nur um eines gehen: die Förderung des Nachwuchs. „Die Talente sind wichtiger als alles andere“, erklärt Elke.

Er sehe derzeit einen ungeheuren Motivationsschub, vor allen Dingen unter den Kadetten, die sich um die Fahrkarte zu den Meisterschaften streiten. Zunächst stünden die Mitteldeutschen Meisterschaften an, dann die Deutschen. Wer es dahin schaffen will, der kommt gleich fünf oder sechs Mal in der Woche in die Trainingshalle in Weimar-West, um gut präpariert zu sein.

Wem er alles zutraut, sich für die nationalen Titelkämpfe zu qualifizieren, will Elke nicht vollends verraten. Vier bis fünf Mann habe er da im Blick – er nennt Murat Makalev, der ein Spitzenmann sei. Oder Elias Dadaev, der im zweiten Jahr Kadett ist. Andere Namen werde er für sich behalten, erklärt er und lacht. Nun, gut, da ist eben noch Savina Sennewald. Die, so sagt es Thomas Elke, werde es ganz sicher packen.

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