Zweimal Dedidis per Kopf: FC Carl Zeiss im Test gegen Zwickau 2:2

Jena.  Zwei Wochen ist der FC Carl Zeiss Jena ohne Pflichtspiel. Trainer Kunert kündigt an: „Es wird für jeden Spieler nicht so einfach, einen Platz im 18er-Kader zu finden.“

Doppeltorschütze Vasileios Dedidis (rechts) im Zweikampf mit Zwickaus Bastian Strietzel.

Doppeltorschütze Vasileios Dedidis (rechts) im Zweikampf mit Zwickaus Bastian Strietzel.

Foto: Frank Steinhorst

Zwei Wochen ohne Punktspiel, doch Jenas Trainer Dirk Kunert wollte sein Team nicht einrosten lassen. Erst wurde nach dem Corona-Fall bei Bischofswerda die Auswärtsfahrt nach Bautzen abgesagt, jetzt hat der Titelverteidiger im Thüringenpokal Freilos. Jena fand mit dem ehemaligen Drittliga-Konkurrenten aus Zwickau einen guten Gegner. Auch die Westsachsen waren froh über den Test, denn sie sind erst am kommenden Montag (19 Uhr) beim Halleschen FC wieder gefordert.

Am Ende gab es auf dem Nebenplatz des Abbe-Sportfeld, wo sonst die Frauen, die Zweite und die U 19 spielen, ein verdientes 2:2 (0:0) mit zwei Kopfball-Toren von Vasileios Devidis für Jena, das übrigens am 7. Oktober 1960 also exakt vor 60 Jahren – als SC Motor den ersten seiner vier DDR-Pokalsiege mit 3:2 über Rostock gefeiert hatte.

Alle 22 Spieler bekamen Einsatzchance

Trainer Kunert war an diesem Tag mit dem aktuellen Zustand des FC Carl Zeiss befasst und befand die Testspielleistung als „sehr gut“. „Wir waren sogar die aktivere Mannschaft“, sagte der FCC-Coach. Alle 22 Spieler des Kaders bekamen ihre Einsatzchance. „Endlich herrscht richtig Konkurrenz bei uns. Es wird für jeden Spieler nicht so einfach, einen Platz im 18er-Kader zu finden“, kündigte Kunert an.

So ergab sich auch ohne Zuschauer die Möglichkeit gleich mal den Last-Minute verpflichteten Fabian Eisele zu testen. Der Stürmer fügte sich agil sofort ins Gefüge ein. Auch Jenas erster Torschuss kam vom 25-Jährigen (31.). Zuvor hatte Sedlak den Gastgeber zweimal vor einem Rückstand bewahrt. Erst köpfte Nkensah den Keeper an (20.). Dann zeigte Sedlak eine starke Parade, als Zwickaus „Neuner“ Wegkamp völlig frei aus zehn Metern zum Schuss kam.

Bis auf Bock alle fit

Die Zwickauer hatten vier Ex-Jenaer im Aufgebot. Starke, Miatke, Hehne und Wolfram kickten mal im „Paradies“. Jenas Coach durfte gar aus dem Vollen schöpfen. Kein verletzter Spieler – nur Dominik Bock sitzt noch eine Corona-Quarantäne ab, weil er mit einem Infizierten in Kontakt geraten war. So wurde zur Pause kräftig gewechselt. Unter den fünf Neuen war mit dem blonden Felix Rehder der Kapitän der U-19-Elf. Das Abwehr-Talent rückte in den Kader der Regionalliga-Truppe, weil sich die Verpflichtung eines Innenverteidigers aus der 3. Liga zerschlagen hatte. „Ich war sehr glücklich, zum ersten Mal in der Ersten zu spielen. Es hat richtig Spaß gemacht“, sagte der bullige 19-Jährige, der schon als Kind Verteidiger war. Für seine U-19-Kollegen ist die Berufung Rheders ein Zeichen, dass Kunert auch der Jugend eine Chance gibt.

Zwickaus Coach als Balljunge

Nach dem Wechsel war weiterhin kein Klassenunterschied zu sehen. Zwickaus Coach Joe Enochs, der die Partie auf der kleinen Gegentribüne verfolgte, betätigte sich sogar als Balljunge („Wenn ich einen Ball sehe, muss ich einfach hinterher“). Auf dem Rasen sah der US-Amerikaner hingegen wenig Chancen, aber konzentrierte Abwehrarbeit. Jena hatte durch die eingewechselten Eckardt und Dedidis sogar zwei ordentliche Gelegenheiten. Doch dann schlug der FSV zu. Flanke, Kopfball, Tor – der eingewechselte Möker war es (60.). Devidis hätte zwei Minuten später ausgleichen können. Doch sein Schuss strich – ärgerlich – am langen Pfosten vorbei. Danach ließ Jenas Trainer nur noch Eisele und Slamar auf dem Feld. Aber sie durften dann nach 72 Minuten auch auf die Bank.

Zwickau verpasste kurz darauf das 2:0. Erst scheiterte Wegkamp am eingewechselten Niemann, dann haute Reinhardt das Leder völlig frei drüber. Dafür war Dedidis nun bereit. Im dritten Versuch ließ er es endlich klingeln. Flanke Wolf – Kopfball Dedidis – 1:1 (70.). Mit einer Kopie (nur Voufack flankte) gelang Jena sogar noch die Führung wieder durch Dedidis (80.). „Wir haben das trainiert“, meinte der Doppeltorschütze beglückt. Doch den Sieg verhinderte mit Wolfram ein Ex-Jenaer. Erst parierte Niemann stark nach Leibelts Fehler, dann tunnelte der Torschütze den Keeper im Nachschuss (84.).

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