Thüringer Händler sehen sich im Advent benachteiligt

Erfurt/Jena.  In Thüringen dürfen die Geschäfte in der Vorweihnachtszeit nur an einem Sonntag öffnen und das auch nur am ersten oder zweiten Advent.

Das Weihnachtsgeschäft in Thüringen kommt in Fahrt.

Das Weihnachtsgeschäft in Thüringen kommt in Fahrt.

Foto: Foto: Alexander Volkmann

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In einigen Thüringer Städten klingelten die Ladenkassen bereits am zurückliegenden Sonntag, in anderen Orten – darunter Erfurt und Jena – können die Kunden am zweiten Advent einkaufen gehen. Danach ist Schluss, denn eine Sonntagsöffnung an den beiden folgenden Adventswochenenden verbietet das Thüringer Gesetz zu den Ladenöffnungszeiten ausdrücklich.

„Ein klarer Nachteil gegenüber anderen Bundesländern“, beklagt die für den Einzelhandelsbereich zuständige Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Annette Projahn. Gerade an den Sonntagen wollten die Kunden auch in Thüringen in Familie zum Einkaufsbummel aufbrechen. Projahn betreibt ein Modegeschäft in der Weimarer Innenstadt.

Online-Handel kennt keine Öffnungszeiten

„Der stationäre Handel ist ohnehin im Hintertreffen gegenüber Onlineshops. Für die gelten keine regulierten Zeiten.“ Jeder könne von der Couch aus rund um die Uhr und an allen Tagen einkaufen.

Man habe dieses Problem wiederholt gegenüber der Landesregierung thematisiert, versichert der Landesgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes in Thüringen, Knut Bernsen. „Die Händler im Freistaat sind durch diese deutschlandweit einmalige Regelung gegenüber Wettbewerbern aus Nachbarbundesländern benachteiligt.“

Auf Änderungen an der gesetzlichen Regelung in Thüringen drängt auch die Initiative Innenstadt Jena. „Jeder Händler weiß aus eigener Erfahrung, dass die Kauflust der Menschen steigt, je näher das Weihnachtsfest heranrückt“, sagt Jenas Citymanager Hannes Wolf. Daher seien der dritte und vierte Advent wichtiger für den Handel als die ersten beiden Wochenenden der Vorweihnachtszeit.

Die Händler in Jena sehen sich durch die Konkurrenz in den Innenstädten in Sachsen-Anhalt und Sachsen unter Druck. Dort bestehe die Möglichkeit, an den Sonntagen zu öffnen. In Tschechien, das nicht so weit entfernt ist, gelten noch liberalere Regelungen, kritisiert Wolf. Er will mit einem neuen Landesverband der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Bewegung in das Thema bringen.

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