Tödlicher Absturz: Behörde veröffentlicht Untersuchungsbericht

Alkersleben.  Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat den Abschlussbericht zum Unglück von 2018 in Alkersleben vorgelegt. Der offenbart tragische Details.

Zwei Tote forderte der Absturz des Kleinflugzeuges im September 2018 am Flugplatz Alkersleben (Ilm-Kreis).

Zwei Tote forderte der Absturz des Kleinflugzeuges im September 2018 am Flugplatz Alkersleben (Ilm-Kreis).

Foto: Sascha Fromm

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Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat den Abschlussbericht zum tödlichen Flugzeugabsturz in Alkersleben (Ilmkreis) veröffentlicht. Am 26. September 2018 war ein Ultraleichtflugzeug vom Typ P 92 Echo kurz nach dem Start verunglückt. Besonders tragisch: Das Flugzeug verfügte über einen Notfallschirm, der aber im Flug nicht ausgelöst wurde. Der Bericht offenbart weitere tragische Details des Geschehens.

Demnach hatte der 69-jährige Pilot seinen Flugschein 14 Jahre zuvor bestanden und war regelmäßig geflogen. An jenem Mittwoch wollte er mit einem Freund bei gutem Wetter einen Ausflug zur Wasserkuppe, einem Gipfel im hessischen Landkreis Fulda, unternehmen. Das am Vortag vorbereitete Flugzeug startete um 11.22 Uhr.

Zwei Menschen bei Flugzeug-Absturz im Ilm-Kreis gestorben

Pilot meldet per Funk Probleme

Der Flugleiter berichtete dem Ermittler, dass der Start normal verlaufen sei, sich das Flugzeug kurz darauf aber schon mit geringer Geschwindigkeit im Gegenanflug befunden habe. Der Pilot habe sich gemeldet mit den Worten: „Ich habe Probleme. Ich komm’ nochmal zurück zum Platz.“ Die Sendetaste im Flugzeug blieb ohne weitere Worte gedrückt.

Die Maschine flog mehrere Kurven, bis sie sich schließlich in der Endanflugkurve befand, berichtete der Flugleiter. Die Querneigung habe sich stetig vergrößert und die Endanflugrichtung übersteuert. Das Ultraleichtflugzeug verschwand hinter einer Baumreihe, prallte 11.24 Uhr mit dem Propeller zuerst auf einen Acker neben dem Flugplatz und geriet in Brand. Das Rettungssystem, das einen Fallschirm auswerfen kann, an dem das Flugzeug in einem Notfall zum Boden schweben kann, explodierte - wohl durch den Brand - am Boden.

Die Ermittler stellten fest, dass sich das Triebwerk an der Luftschraubennabe durchdrehen ließ und die Zündkerzen ein unauffälliges Verbrennungsbild zeigten. In den Schwimmerkammern des Vergasers und in den Schläuchen zum Triebwerk befand sich Restkraftstoff. Der Hochdecker hatte die vorherige Jahresprüfung elf Monate zuvor bestanden.

Ermittler entdecken zwei Auffälligkeiten

Aufgefallen sind zwei Dinge: Eine Differenz von 600 Stunden zwischen der Betriebsstundenaufzeichnung und dem im Flugzeug eingebauten Zähler. Zudem hob die Maschine leicht überladen ab. Die maximale Zuladung beträgt den Angaben zufolge 157,5 Kilogramm, die beiden Insassen brachten indes 170 Kilogramm auf die Waage.

Eine explizite Unfallursache hat die Bundesstelle in diesem Fall nicht ausermittelt. Eine tiefergehende Analyse sei nur dann üblich, wenn neue Erkenntnisse für die allgemeine Luftfahrt zu erwarten seien, sagt deren Pressesprecher Germout Freitag auf Anfrage unserer Zeitung. Beispielsweise dann, wenn ein systematischer Mangel an einem Flugzeugtyp zu einem Unfall führte, auf den andere Piloten hingewiesen werden müssten.

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