Vorerst keine neuen Corona-Verbote für Thüringen

Erfurt.  Vorerst wird es keine Verschärfung der Corona-Einschränkungen in Thüringen geben. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) appelliert jedoch, auf private Feiern zu verzichten.

Alles „Unnötige“ sollte vermieden werden, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Alles „Unnötige“ sollte vermieden werden, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Foto: Martin Schutt / dpa

Nach zähen Verhandlungen haben sich Bund und Länder am Montagabend darauf geeinigt, den sogenannten Lockdown ohne größeren Verschärferungen zu verlängern. Mögliche neue Eingriffe sollen erst in der kommenden Woche besprochen werden. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Zuvor hatte die Bundesregierung auf härtere Maßnahmen gedrängt. So sollten alle Schüler im Unterricht Masken tragen. Gleichzeitig war geplant, Kontakte auf Angehörige und höchstens zwei Angehörige eines anderen Haushalts zu beschränken. Bis jetzt liegt die Grenze bei maximal zehn Personen.

Nun bleibt es beim Appell, auf private Feiern oder öffentliche Zusammenkünfte ganz zu verzichten. Alles „Unnötige“ sollte vermieden werden, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Abend. Das Abflachen der Infektionskurve sei noch nicht der „nötige Durchbruch“, den man sich vor zwei Wochen erhofft hatte.

Schulen und Kindergärten nicht pauschal schließen

Es gebe zwar eine „Stabilisierung“, aber auf „wesentlich höheren Niveau als im Sommer“. Es bleibe aber dabei, dass Schulen und Kindergärten nicht pauschal geschlossen werden sollen. Nur etwa jeder 1000. Schüler sei infiziert worden. „Dennoch wissen wir nicht ausreichend Bescheid, ob Kinder das Virus weitergeben“, sagte Ramelow.

Insgesamt wurden 240 Schüler und 74 Lehrer in Thüringen seit Ende der Sommerferien positiv auf das Corona-Virus getestet. Knapp 5000 Schüler und gut 800 Lehrkräfte mussten in Quarantäne. 19 Schulen mussten ganz oder teilweise geschlossen werden.

In den Kindergärten wurden 93 Kinder und Erzieherinnen infiziert; knapp 2000 Kinder und rund 560 Erzieherinnen mussten in Quarantäne. 73 Einrichtungen wurden vollständig oder teilweise geschlossen. Allein in Gera waren am Montag fast 400 Schüler und Kindergarten-Kinder in Quarantäne. Auch 84 Erzieherinnen und Lehrer müssten sich isolieren, hieß es von der Stadt

Fitnessstudios in Thüringen bleiben geschlossen

Die Fitnessstudios in Thüringen bleiben vorerst geschlossen. Das Oberverwaltungsgericht in Weimar lehnte in vier Eilanträge ab, die Verordnung außer Vollzug zu setzen. Die Beschlüsse seien unanfechtbar, hieß es. Geklagt hatten Studios aus Jena, Gera, Saalfeld und Apolda.

Zuletzt wurden 227 tägliche Neuinfektionen in Thüringen registriert, damit summiert sich die Gesamtzahl der positiven Tests seit Pandemiebeginn auf knapp 11.000. Nach Wochenenden kommt es aber zu Meldeverzögerungen.

Für ganz Thüringen erhöhte sich die sogenannte Inzidenz auf 90,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Die Zahl der Menschen, die mit dem Virus starben, liegt bei 254. Laut dem bundesweiten Register lagen zuletzt 74 Menschen mit Covid-19 auf den Intensivstationen, etwa ein Viertel von ihnen wird künstlich beatmet. Auch die Isolierstationen füllen sich. In den Thüringen-Kliniken in Saalfeld und Rudolstadt mussten zusätzliche Stationen eingerichtet werden.

Hunderte Schüler in Thüringen in Corona-Quarantäne