Aktion „Heimat shoppen“: Thüringer sollen im Ort einkaufen gehen

Jena/Gera  Die Thüringer Industrie- und Handelskammern wollen dem stationären Einzelhandel unter die Arme greifen. In 19 Thüringer Städten wird die Aktion gefördert – in Ostthüringen erstmals in Jena, Eisenberg und Altenburg.

Wer in der Heimat einkaufe, gestaltet sein Lebensumfeld mit. Symbol-

Wer in der Heimat einkaufe, gestaltet sein Lebensumfeld mit. Symbol-

Foto: Bodo Marks/dpa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) wollen dem stationären Einzelhandel unter die Arme greifen. Erstmals beteiligen sich alle drei Thüringer IHK an der Aktion „Heimat shoppen“.

In 19 Thüringer Städten wird die Aktion mit Marketing-Material, Öffentlichkeitsarbeit und Beratung gefördert – in Ostthüringen erstmals in Jena, Eisenberg und Altenburg. „Wir haben im vergangenen Jahr bei der IHK in Gera angefragt, weil es die Aktion zum Beispiel in Weimar schon gibt“, sagt Citymanager Hannes Wolf von der Initiative Innenstadt in Jena.

Der Zahlenspiegel des Handelsverbands Deutschland von 2018 macht deutlich: Während sich die Umsätze des Online-Handels seit 2010 fast verdreifacht haben, wuchs der stationäre Einzelhandel lediglich noch um 23 Prozent. Wobei in Thüringen zum vollständigen Bild auch die Information gehört, dass der Freistaat von der Ansiedlung einer Reihe von Online-Händlern stark von diesem Segment profitiert hat.

Nicht jedes Geschäft ist fürs Internet gemacht

Wolf sieht es nüchtern: „Der Online-Handel ist ja nicht böse.“ Man müsse den Menschen zeigen, dass ein Online-Riese wie Zalando eine begrenzte Auswahl im Netz gar nicht nötig habe. Aber ein Modegeschäft vor Ort könne eben nicht 100.000 verschiedene Artikel vorhalten.

Auf der anderen Seite könne eine Reihe von Geschäften gar nicht über das Internet punkten. „Was sollte ein Handwerksfleischer im Internet?“ Aber auch bei Geschäften, wo es weniger eindeutig ist: „Da unterstützen wir den Handel hier vor Ort.“ Zur Aktion in Jena vom 13. bis 15. September profitiert man hier vom Altstadtfest, das zu dieser Zeit läuft. Mehr Kunden als sonst sind in der Stadt und können erreicht werden.

„Es gibt zum Beispiel eine Schatzkartenjagd für Kinder“, so Wolf. Die führe durch viele Geschäfte – am Ende stehe ein kleiner Schatz. Zudem will man unterschiedliche Führungen auf die Beine stellen, auch kulinarisches soll dabei eine Rolle spielen. „Wichtig ist, dass wir Geschichten zu den Inhabern der Geschäfte erzählen.“ Etwa 150 der geschätzt 300 Jenaer Einzelhändler wollen sich beteiligen – viele sind eher kleine Geschäfte. In Thüringen insgesamt sind es mehr als 1000 Gewerbetreibende in 19 Städten.

Kreative Aktionen vor Ort sind gefragt

In der Ostthüringer Kreisstadt Eisenberg kümmert sich die Innenstadtinitiative um die Aktion. Der Verein sammelt derzeit besonders schöne Fotos aus der Stadt, die rund um die Aktion parallel vom 4. bis 6. Oktober zum Landmarkt am 6. Oktober läuft. Auch hier hofft man, den Menschen lokale Geschäfte wieder stärker ins Bewusstsein rufen zu können. In Altenburg läuft Heimat shoppen parallel zum Bauernmarkt am 5. und 6. Oktober.

Wichtig sei, dass engagierte Akteure in den Städten zusammenfinden könnten, um ein solches Projekt voranzutreiben, sagt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. „Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen tragen dazu bei, dass unsere Städte lebenswert bleiben“, findet Peter Höhne, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostthüringen zu Gera. Wer in der Heimat einkaufe, gestalte sein Lebensumfeld mit.

Etwa 1,8 Millionen Euro geben 31 Kammern deutschlandweit für Werbemittel und die Image-Kampagne aus.

Eine Übersicht über die teilnehmenden Städte findet sich unter www.heimat-shoppen.de

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren