„Arge vermutlich eine Heuschrecke“ – Innungsbäcker kritisieren Frischback-Übernahme

Erfurt  Der Landesinnungsverband für das Thüringer Bäckerhandwerk hat die Übernahme der insolventen Frischback GmbH durch die Arge Bäcker in Thüringen GmbH scharf kritisiert.

Nach Einschätzung des Landesinnungsverbandes wird durch die Arge der immer schärfer werdende Kampf um den Backwarenmarkt zusätzlich befeuert.

Nach Einschätzung des Landesinnungsverbandes wird durch die Arge der immer schärfer werdende Kampf um den Backwarenmarkt zusätzlich befeuert.

Foto: imago/Westend61

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Die Bäckerseele kocht langsam über. Die Thüringer Innungsbäcker distanzieren sich klar von der neu gegründeten Arge Bäcker in Thüringen GmbH. Der Bäckerei-Verbund übernimmt zum Monatsende 57 Frischback-Filialen.

„Ich bin überrascht über die neu gegründete GmbH, denn bereits der Firmenname suggeriert, dass hier im Namen einer Vielzahl Thüringer Bäckereien agiert wird. Das bezweifle ich.“ sagte Lutz Koscielsky, Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes für das Thüringer Bäckerhandwerk.

Gründung der Arge verschärft Kampf um Backwarenmarkt

Bereits vor drei Monaten hatte Koscielsky im Namen der Thüringer Innungsbäcker seine Bedenken gegen das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung der Großbäckerei Frischback geäußert. Mit der Gründung der Arge Bäcker in Thüringen GmbH werde der Marktbereinigungsprozess fortgesetzt und erreiche einen neuen Höhepunkt.

Diese Marktbereinigung sei richtig und notwendig. Sie solle aber nicht unter dem Mäntelchen „Tue Gutes und rede darüber“ laufen. Koscielsky kritisiert: „Was kann daran gut sein, wenn zwei Großbäckereien eine Monopolstellung begründen und kleine, in den Regionen seit Generationen verankerte Bäckereien, in einen immer schärfer werdenden Kampf um den Backwarenmarkt verstricken?“

„Mir ist bisher noch kein Thüringer Bäckermeister bekannt, der Interesse an Filialen und Standorten von ehemals Frischback hat. Vermutlich handelt es sich bei den in der Arge angebotenen Filialen um Standorte, die von den Großbäckereien bereits als unwirtschaftlich ausgesondert wurden. Nicht nur Großbäcker auch kleine Handwerksbäcker können rechnen“, so Koscielsky abschließend.

Arge vermutlich eine „Heuschrecke“

Bei der Arge handele es sich vermutlich um eine „Heuschrecke“, die sich wirtschaftlich starke Standorte aus der Insolvenz von Frischback sichert und unrentable Standorte an kleinere Bäcker abgibt, wohl in dem Wissen, dass diese nicht wirtschaftlich zu betreiben sind, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesinnungsverbandes.

Die Arge Bäcker in Thüringen GmbH war erst in der vergangenen Woche ins Handelsregister eingetragen worden. Geschäftsführer sind Ralf Nahrstedt (Backhaus Nahrstedt) und Tobias Helbing (Helbing mein Lieblingsbäcker GmbH & Co. KG).

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