Erfurt. Der insolvente Warenhauskonzern Galeria (früher Karstadt) wird eine Sanierung in Eigenverwaltung durchführen. Ob dabei auch die Filiale in Erfurt gerettet wird?

Bleibt das Kaufhaus „Galeria“ im Anger 1 – das alle noch Karstadt nennen – bestehen? Aufschluss hatten sich vor allem die Mitarbeiter aus einer Mitteilung erhofft, die zum angestrebten Insolvenzverfahren für Ende Januar angekündigt war. Am Mittwochmittag nun äußert sich die Konzernspitze – für Erfurt bleibt aber weiter alles in der Schwebe.

Aktuell Verhandlungen mit Vermietern, wo Filialen bestehen

Klare Aussagen gab es zum Filialnetz nicht. Aber: „Das Amtsgericht Essen hat heute das Verfahren in Eigenverwaltung eröffnet, nachdem der Plan fristgerecht bei Gericht eingereicht worden war“, heißt es in einer Presseerklärung.

„Im Zuge der Sanierung wird Galeria auch das Filialnetz neu aufstellen. Dazu verhandelt das Unternehmen aktuell mit Vermietern. Insbesondere von deren Zugeständnissen hängt vielfach noch ab, welche konkreten Filialen geschlossen, fortgeführt oder eventuell an einen Erwerber übertragen werden können.“

Ranking sieht Erfurt auf unsicherem Platz

Daraus lässt sich für Erfurt noch nichts herauslesen. Allerdings hatte die „Süddeutsche Zeitung“ aufgrund von Angaben aus Galeria-Unternehmenskreisen und Vergleichen der konkreten Situationen der Filialen, etwa Umsatz und auch Eigentumsverhältnisse der Immobilien, die Zukunftsaussichten bewertet. Und hier firmierte Erfurt unter dem Titel „hier wird’s eng“ – die schlechteste der drei Möglichkeiten. Im Gegenzug hatte das Erfurter Haus die letzte Schließungsrunde erfolgreich überstanden.

Von einem Kahlschlag muss auch aufgrund der heutigen Mitteilung nicht ausgegangen werden. So spricht Galeria davon, dass die Filialen in fünf Vertriebsregionen aufgeteilt werden sollen und die Warenhäuser modernisiert und den regionalen Bedürfnissen angepasst würden.

Definitiv nichts wird aber aus einer Übernahme des Erfurter Warenhauses durch „buero.de“. „Wir haben unser Angebot für die 47 Filialen in der Tat zurückgezogen“, hatte buero.de-Chef Markus Schön Ende vorigen Jahres gesagt.