Ausbildung zur Immobilienkauffrau: Kein Arbeitstag läuft gleich ab

Weimar  Die 19-jährige Julia Schäfer macht in Weimar eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau.

Julia Schäfer erlernt bei der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Weimar den Beruf der Immobilienkauffrau. Sie schätzt es besonders, Büroarbeit, Kundenkontakt und Außendienst in Einklang zu bringen.

Julia Schäfer erlernt bei der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Weimar den Beruf der Immobilienkauffrau. Sie schätzt es besonders, Büroarbeit, Kundenkontakt und Außendienst in Einklang zu bringen.

Foto: Bernd Jentsch

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Wie viele andere Jugendliche habe ich erst mein Abitur gemacht und danach darüber nachgedacht, was ich überhaupt werden will. Für mich kam eher eine Ausbildung infrage, da ich den Praxisbezug dem ganzen theoretischen Wissen vorziehe. Deshalb bewarb ich mich bei verschiedenen Berufsgruppen, wo ich der Meinung war, dass diese Ausbildungsberufe abwechslungsreich sind und ich Büroarbeit, Kundenkontakt und Außendienst habe.

Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass es die beste Entscheidung für mich war, meine Ausbildung bei der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft in Weimar zu beginnen. Mit ihren knapp über 30 Mitarbeitern ist die GWG sehr familiär, und ich habe die Möglichkeit, alle Abteilungen einmal zu durchlaufen.

Der Beruf beinhaltet viele verschiedene Tätigkeiten, sodass der Berufsalltag nie langweilig wird. Natürlich muss ich auch in die Berufsschule, um weitere Themengebiete wie die Fremdverwaltung von Eigentumswohnungen oder auch den Umgang mit einem Bauplan zu lernen, allerdings muss ich den Weg zur Berufsschule nur alle sechs bis acht Wochen für zwei Wochen Blockunterricht antreten.

Im Unternehmen durchlaufe ich die verschiedenen Abteilungen der Wohnungswirtschaft, Buchhaltung, Technik, Marketing und IT. Zu Anfang meiner Ausbildung war ich der Woh-nungswirtschaft zugeteilt, was mir bis jetzt am meisten Spaß gemacht hat, da dieser Bereich breit gefächert ist. Zum einen durfte ich mit zu Wohnungsbesichtigungen, Wohnungsübergaben- und -abnahmen, wobei ich immer unterwegs war und der Arbeitstag nur so an mir vor-beiflog. Andererseits durfte ich an den Sprechstunden für Interessenten und Mieter mit teil-nehmen und zum Schluss auch einige Gespräche selber durchführen, was mir zeigt, wie viel Vertrauen mein Unternehmen in seine Auszubildenden steckt.

Jeder Tag ist dabei anders gestaltet und läuft nie gleich ab, da jeder Mieter, jeder Wohnungsinteressent individuell ist, und man sich auf jeden neu einstellen muss.

Natürlich gehört nicht nur dieser Teil zum Ausbildungsberuf, sondern auch die Büroarbeit, die ich in der Finanzbuchhaltung, Mietenbuchhaltung und Betriebskostenabteilung kennenlernen durfte.

Zurzeit durchlaufe ich den technischen Bereich und lerne viel über den Ablauf bei geplanten Neubau-, Modernisierungs- und größeren Instandhaltungsmaßnahmen. Dabei lernt man wiederum neue Leute kennen, etwa Handwerker, Architekten oder Planer.

Hierbei konnte ich lernen, wie wichtig gute Zusammenarbeit und Koordination der verschiedenen Gewerke auf einer Baustelle sind. In der nächsten Zeit werde ich die anderen Abteilungen meines Unternehmens noch weiter kennenlernen und mein Wissen erweitern können.

Das Spannende an diesem Ausbildungsberuf ist die Abwechslung. Durch meine erste Zeit in der Wohnungswirtschaft habe ich gelernt, auf was man bei der Mieterauswahl zu achten hat und dass man vor allem auch ein Gefühl dafür entwickeln sollte, wie man in einer Konfliktsituation mit Problemmietern richtig handelt.

Es ist kein Tag wie der andere, zu jedem Problem, zu jedem neuen Mieter, zu jeder neuen nicht vorhersehbaren Situation, zu jeder neuen Aufgabe müssen individuelle Lösungen und Vorschläge gefunden werden. Denn jeder Mensch hat das Recht auf eine Wohnung beziehungsweise ein Dach über dem Kopf. Wir als Immobilienkaufleute sind also der erste Anlaufpunkt, da wir die Wohnungen verwalten.

Die Ausbildung zur Immobilienkauffrau kann ich denjenigen empfehlen, die Freude am Umgang mit den verschiedensten Menschen haben und Abwechslung zwischen Bürozeiten und Außendienst mögen.

Steckbrief

  • Die Ausbildung zum/zur Immobilienkaufmann/-frau dauert drei Jahre.
  • Bundesweit gibt es 7416 Auszubildende in diesem Beruf, in Thüringen 161.
  • Im Bereich der IHK Erfurt gibt es in 40 Betrieben 85 Auszubildende. Berufsschulstandorte sind Erfurt und Gera.
Autorin Julia Schäfer ist 19 Jahre alt und lernt den Beruf der Immobilienkauffrau bei der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Weimar.
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