Bauern beklagen Trockenheit und Preisverfall

Erfurt.  Mitgliederversammlung des Verbandes auf der Erfurter Messe. Rukwied als Präsident im Amt bestätigt.

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, spricht zu den Delegierten bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes.

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, spricht zu den Delegierten bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes.

Foto: Martin Schutt / dpa

Die deutschen Bauern sehen ihre aktuelle Lage als äußerst schwierig an. Natürlich bekommen auch die Landwirte die aktuelle Corona-Pandemie zu spüren, sagte der Präsident des Bauernverbandes, Joachim Rukwied, am Freitag zum Auftakt der diesjährigen Mitliederversammlung des Verbandes in der Erfurter Messehalle.

So befänden sich etwa die landwirtschaftlichen Betriebe mit einer Schweinehaltung in der „größten Krise seit Jahrzehnten", so Rukwied. Die durch den Ausbruch von Corona geschlossenen Schlachthöfe belasteten die Agrar-Unternehmen, hinzu käme die Bedrohung durch die sich ausbreitende afrikanische Schweinepest.

Die Schlacht- und Ferkelpreise seien gegenwärtig im freien Fall. Daher bedürfe es dringend einer unbürokratischen Unterstützung für die Schweinehalter durch die Politik, forderte der Verbandschef. Landwirtschaft müsse eine Zukunft in Deutschland haben.

Bauernverband soll jünger und weiblicher werden

„Zusätzlich haben die Trockenheit der vergangenen Jahre und die Folgen des Klimawandels massive Auswirkungen auf die Situation unserer Bauernfamilien", erklärte Rukwied. Er beklagte zudem den massiven Preisverfall auf den Märkten. „Das ist mittlerweile eine ständige Situation für uns Landwirte", verwies Rukwied auf den niedrigen Milchpreis. Auch die Ausbreitung des Wolfes in Deutschland belaste die Agrarbetriebe und Tierhalter.

Die geplanten Gesetzesänderungen würden aus Sicht des Verbandes die wirtschaftliche Lage in vielen Agrarunternehmen weiter zuspitzen. In der Summe würden die vorgesehene Verschärfung der Düngeverordnung, das Aktionsprogramm Insektenschutz und die Tierschutz-Nutztierhalterverordnung viele Betriebe ins Aus drängen, warnte der Bauernverbands-Präsident. Das gesamte Paket sei in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation nicht umsetzbar.

Man sei grundsätzlich zu Veränderungen bereit, versicherte Rukwied. So unterstütze man etwa die Vorschläge der sogenannten Bochert-Kommission zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland. Allerdings sei völlig unklar, wie dieser finanziert werden solle. „Damit dürfen die Bauern nicht allein gelassen werden", so Rukwied.

Grußwort von Bundesministerin

Erleichtert zeigte sich der Verbandschef darüber, dass es - auch durch das tatkräftige Agieren der deutsche Landwirte - gelungen sei, die weitere Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union weitgehend im bisherigen finanziellen Umfang fortzuführen. Für die Zukunft der deutschen Landwirtschaftsbetriebe seien anstehende Entscheidungen aus Brüssel von enormer Bedeutung.

Nach Angaben von Rukwied waren 466 Landwirte der Einladung zur Mitgliederversammlung nach Erfurt gefolgt. Sie bestätigten bei der anstehenden Neuwahl des Vorstandes Joachim Rukwied mit großer Mehrheit im Amt des Präsidenten. Er hatte zuvor erklkärt, der Verband müsse in der Zukunft jünger und weiblicher werden und er hatte eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit angekündigt.

Die nach Thüringen angereisten Landwirte aus ganz Deutschland verfolgten in der Erfurter Messehalle auch die Videobotschaft von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Sie dankte den Landwirten für die Sicherung der Ernährung der Menschen in einer schwierigen Zeit. Deutschland habe sich seit 2018 auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schwenpest vorbereitet, so Klöckner.