Chinesischer Batteriehersteller richtet in Erfurt europäisches Lager ein

Erfurt  CATL übernimmt einstige Halle des gescheiterten Online-Mode-Händlers Lesara

Die drei Hektar große Leasara-Halle steht seit 2019 leer. Jetzt will CATL das Logistikzentrum nutzen.

Die drei Hektar große Leasara-Halle steht seit 2019 leer. Jetzt will CATL das Logistikzentrum nutzen.

Foto: Holger Wetzel

CATL, der chinesische Hersteller von Autobatterien, will die frühere Lesara-Halle im Erfurter Güterverkehrszentrum (GVZ) mieten, dem größten Gewerbegebiet der Landeshauptstadt, gelegen an der B7. Das hat das Thüringer Wirtschaftsministerium bestätigt. „Die Immobilie soll als europäisches Lager genutzt werden“, sagt die Sprecherin Peggy Hoy.

Unternehmen baut Lithium-Ionen-Batterie-Fabrik am Erfurter Kreuz

CATL baut derzeit seine erste Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien in Thüringen im Industriegebiet am Erfurter Kreuz. Schon bei Baubeginn wurden Erweiterungspläne bekannt. „Die unmittelbare Nähe zum künftigen Produktionsstandort von CATL und die hervorragende Lage und Anbindung des GVZ waren wichtige Argumente für diese Entscheidung“, sagt Hoy. „Durch das Mieten einer bereits bestehenden Immobilie spart das Unternehmen enorm viel Zeit gegenüber einem eigenen Neubau.“

Vorzeige-Startup schnell insolvent

Lesara galt als Vorzeige-Startup im Online-Versandhandel und hatte sich auf günstige Textilien spezialisiert. Das Logistikzentrum im GVZ wurde im August 2018 eröffnet und kostete 45 Millionen Euro. Allerdings ging Lesara bald die Puste aus. Noch im Herbst 2018 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Seit Anfang 2019 steht das Logistikzentrum mit einer gewaltigen Grundfläche von über 30.000 Quadratmetern leer.

Wirtschaftsministerium hilft bei Standortsuche

Das Wirtschaftsministerium hatte die Investition mit rund zehn Millionen Euro gefördert und war auch bei der Suche nach einem Nachnutzer der Halle aktiv. Gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) unterstützte das Ministerium zudem CATL bei der Standortsuche. „CATL plant, in Thüringen etwa zwei Milliarden Euro zu investieren“, sagt Peggy Hoy. „Aufgrund der Investitionshöhe und der Technologierelevanz dieses Vorhabens wird dieses besonders intensiv betreut.“

Kein Bedarf an Fördermitteln abzusehen

Dass für die Lesara-Halle noch einmal Fördergelder fließen, sei jedoch unwahrscheinlich. „Die ehemalige Lesara-Halle wird von CATL gemietet“, erläutert die Sprecherin. „Ein Bedarf an zusätzlichen Fördermitteln ist derzeit nicht abzusehen.“