Drastischer Rückgang bei Kfz-Zulassungen in Thüringen

Erfurt.  Autohändler haben die Corona-Krise in Thüringen deutlich zu spüren bekommen. Der Kfz-Verband berichtet von Problemen mit Behörden.

Bis Ende Mai wurden in Thüringen 19.156 neue Autos angemeldet (Symbolbild).

Bis Ende Mai wurden in Thüringen 19.156 neue Autos angemeldet (Symbolbild).

Foto: Armin Weigel / Armin Weigel/dpa

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Thüringens Autohäuser haben die Corona-Krise deutlich zu spüren bekommen. In den ersten fünf Monaten brach die Zahl der Neuzulassungen von Pkw um ein Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein.

Bis Ende Mai wurden 19.156 neue Autos angemeldet, 9135 weniger als im Vorjahr, wie die Daten des Landesverbandes des Verkehrsgewerbes belegen. In diesen Zahlen lässt sich die Pandemieausbreitung ablesen: Lagen die Neuzulassungen in den ersten drei Monaten noch jeweils über 4000, waren es im April noch 2540. „Wir hatten erhebliche Probleme, neue Autos zuzulassen, weil die zuständigen Behörden geschlossen waren“, berichtet der neue Präsident des Landesverbandes des Kfz-Gewerbes, Helmut Peter, am Montag in Erfurt.

Händler konnte dringend benötigte Fahrzeuge für Pflegedienst nicht anmelden

Er erinnere sich an einen Fall, wo es einem Händler nicht möglich war, 14 dringend benötigte Fahrzeuge für einen Pflegedienst anzumelden. „Der hat in der Zulassungsstelle einfach keinen Termin bekommen“, sagt Peter. Dabei sei die persönliche Mobilität doch selten so wichtig gewesen wie in der Krise. Daher kündigte Peter Gespräche mit den Städten und Landkreisen darüber an, wie man ähnliche Situationen in der Zukunft besser meistern kann. Insgesamt seien die Autohäuser noch glimpflich durch die schwierigen Monate gekommen, weil die Werkstätten weiterarbeiten konnten.

Dagegen brachen das Neu- und das Gebrauchtwagengeschäft stark ein. „Ich rechne auch nicht damit, dass wir schnell wieder auf das Niveau vor Corona zurückkehren“, räumte Peter ein. Er wurde einstimmig zum neuen Präsidenten des Landesverbandes der Autohäuser und Werkstätten – die Hälfte der 2000 Betriebe sind Mitglieder – gewählt, weil sich der bisherige Präsident Holger Schade zurückzieht. Er wolle sich stärker auf sein Unternehmen, das Autohaus Schade mit Stammsitz in Eisenach konzentrieren, das in den letzten Monaten stark gewachsen sei, so Schade.

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