Erfurter Molkerei will Rote Grütze nach China liefern

Erfurt. Die Molkerei in Erfurt wird zur Dessertzentrale vom Deutschen Milchkontor ausgebaut. Bis 2020 sollen aus Thüringen die wachsenden Märkte in China, anderen asiatischen Ländern oder auch Staaten in Afrika und Südamerika mit Fruchtquark, Joghurts oder Roter Grütze beliefert werden.

Werkleiter Klaus Birker zeigte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Deutschen Milchkontor die neu installierten Anlagen. Foto: Susann Fromm

Werkleiter Klaus Birker zeigte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Deutschen Milchkontor die neu installierten Anlagen. Foto: Susann Fromm

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Das erklärte Sönke Voss, der für Landwirtschaft und Rohstoffe zuständige Vorstand vom Milchkontor, am Dienstag Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. Die war auf ihrer Sommertour zu einer Stippvisite in die Erfurter Molkerei mit ihren etwa 300 Mitarbeitern gekommen. Einen weiteren Zuwachs an Personal stellte Voss für die kommenden Jahre in Erfurt in Aussicht.

Die Mitarbeiter im einzigen Betrieb des Milchkontors in Thüringen könnten mit tarifgerechter Bezahlung rechnen, reagierte das Vorstandsmitglied des genossenschaftlich organisierten Unternehmens auf eine Nachfrage der Landeschefin. "Von der Debatte um Mindestlöhne werden wir fast gar nicht berührt. 95 Prozent unserer Angestellten fallen unter Tarifregelungen." Melker etwa würden sogar überdurchschnittlich gut entlohnt, erklärte Voss weiter.

"Sie sind an erster Stelle für die Qualität der Milch verantwortlich. Fachleute mit solcher Verantwortung sind viel zu gefragt, um sie mit einem niedrigen Gehalt abzuspeisen."

5,3 Millionen Euro fließen dieses Jahr ins Milchwerk

Unabhängig von solchen Tarifkalkulationen kann Werkleiter Klaus Birker 2014 mit Investitionen von etwa 5,3 Millionen Euro in den Erfurter Standort vom Milchkontor rechnen. Die Mittel fließen in weitere neue Anlagen, um die Produktion von Süßspeisen aus Milch zu erhöhen. Schon 2013 wurden etwa 30 Millionen Euro in das Werk in Erfurt investiert, damit hier in Zukunft deutlich mehr als die etwa 23.500 Tonnen Joghurt und Desserts, die im ersten Quartal 2014 die Molkerei verließen, herzustellen. Inzwischen werden alle Produkte der Marke Osterland, die das Milchkontor vertreibt, in Erfurt produziert.

Nach wie vor wird die Produktion in der Molkerei an der Leipziger Straße von H-Milcherzeugnissen bestimmt. Von Januar bis März wurden 80.000 Tonnen solcher Produkte in den Werkhallen hier hergestellt und abgefüllt. Es sei Teil der Unternehmensstrategie beim Milchkontor, sich auf Dauer nicht auf einen Produktionszweig allein zu stützen, erklärte Sönke Voss weiter. Deshalb werde in Erfurt nun der Dessertbereich nachdrücklich ausgebaut.

"Wir fühlen uns hier wohl und wollen auch noch lange bleiben", gab er einen zuversichtlichen Ausblick für den Thüringer Standort des mit mehr als 7100 Mitarbeitern und etwa 5,3 Milliarden Euro Umsatz nach Aussage von Voss größten Molkereiunternehmens in Deutschland.

In der Region Erfurt gebe es eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten, deren Tiere 380 Millionen Liter Milch liefern, die pro Jahr in der Molkerei verarbeitet werden. Für sein erfolgreiches Genossenschaftsmodell erntete der Betrieb Lob von der Ministerpräsidentin.

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