Experten sehen hohes Risiko für Immobilien-Blase

Erfurt  Immer mehr Experten warnen vor einem Überhitzen des Immobilienmarktes in deutschen Regionen.

Gerade in Berlin ist die Gefahr einer „Blasenbildung“ besonders hoch.

Gerade in Berlin ist die Gefahr einer „Blasenbildung“ besonders hoch.

Foto: Lisa Ducret/dpa

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So warnten unter anderem die Bundesbank und die Europäische Zentralbank davor, dass eine Immobilien-Blase entstehen könnte, weil niedrige Zinsen und steigende Nachfrage den Markt beeinflussen.

Betroffen von dieser Entwicklung sind nach einer neuen Studie des Beratungshauses Empirica vor allem die deutschen Großstädte. In ihrer Untersuchung kommen die Experten des Hauses zu dem Schluss, dass in neun von zwölf deutschen Großstädten eine „eher hohe“ Blasengefahr besteht. Lediglich in Köln, Leipzig und Dortmund sei die Gefahr „mäßig hoch“.

Zu den Städten, in denen die Gefahr einer Blasenbildung besonders hoch eingeschätzt wird gehören demnach Hamburg, Frankfurt am Main, Berlin, München, Düsseldorf und Stuttgart.

Nach der aktuellen Untersuchung der empirica-Experten wachsen Mieten und Kaufpreise in mittlerweile 248 von 401 Landkreisen und kreisfreien Städten nicht mehr im Gleichklang. Noch im Vorquartal habe dies für nur 236 Kreise und Städte gegolten, vor drei Jahren waren es sogar nur 151 Städte oder Landkreise.

Aufgrund eines knappen Angebotes und einer anhaltend hohen Nachfrage nach Immobilien ziehen in vielen Regionen auch die Kaufpreise an. Laut empirica-Studie sind demnach in 315 Kreisen mittlerweile die Kaufpreise den Einkommen enteilt. Noch im Vorquartal lag dieses Zahl bei nur 298, vor drei Jahren waren es 176.

Im Ergebnis indiziert der empirica-Blasenindex für 288 Kreise eine mäßige bis hohe Blasengefahr.

Allerdings taucht in der aktuellen Karte des Beratungshauses lediglich die Stadt Erfurt in einer dunkleren Farbe auf, was für ein höheres Risiko steht. Dagegen fallen in anderen Regionen des Freistaates, etwa im Norden, die Daten unauffällig aus.

Dagegen hatte des Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung jüngst davor gewarnt, dass in den ländlichen Regionen Thüringens – entgegen den Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung – noch immer in Größenordnungen gebaut werde. Das könne zu einem plötzlichen Wertverlust vieler Immobilien führen.

Das Platzen einer Immobilienblase in den USA hatte im Jahr 2008 die gesamte Weltwirtschaft erschüttert und zu einer Bankenkrise geführt.

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