Immer mehr Thüringer Kommunen nutzen Beratungspaket der Aufbaubank

Bernd Jentsch
| Lesedauer: 3 Minuten
Der Vorstandschef der Thüringer Aufbaubank, Matthias Wierlacher, und der Chef der Thüringer Energie- und Green Tech Agentur, Dieter Sell, lassen sich von der Leiterin des Kindergartens in Gebesee, Anje Hucke (von links) das Haus vorstellen

Der Vorstandschef der Thüringer Aufbaubank, Matthias Wierlacher, und der Chef der Thüringer Energie- und Green Tech Agentur, Dieter Sell, lassen sich von der Leiterin des Kindergartens in Gebesee, Anje Hucke (von links) das Haus vorstellen

Foto: Bernd Jentsch

Erfurt/Gebesee.  Die Thüringer Aufbaubank hat ihre Beratung von Kommunen bei Investitionen ausgebaut und erste Projekte vorgestellt. Darum geht es konkret.

Im Kindergarten in Gebesee herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung - dafür sorgt eine Machbarkeitsstudie, die der Chefin des Hauses, Antje Hucke, jetzt übergeben wurde.

Die Einrichtung ist das erste Projekt einer Kooperation zwischen der Thüringer Aufbaubank und der Thüringer Energie- und Green Techagentur Thega. Für die Kita mit 108 Plätzen ist bis Ende 2025 eine Vergrößerung notwendig, weil die Einrichtung die Flächenanforderungen gemäß Thüringer Kindergartengesetz nicht mehr erfüllt.

Zweigeschossiger Neubau ist für die Stadt Gebesee die kostengünstigste Variante

Mittels einer Bedarfsanalyse hat die Aufbaubank berechnet, wie viele Plätze die Stadt in ihrer Kita langfristig benötigt. Im zweiten Schritt haben die Kommunalexperten der Aufbaubank mit der Kommune verschiedene Erweiterungsvarianten auf ihre Machbarkeit geprüft und zwei Optionen als wirtschaftlich umsetzbar ermittelt: die Sanierung und Erweiterung des bestehenden Gebäudes sowie einen Neubau.

Die Thega hat diese Varianten auf ihre ökologischen Folgen untersucht. Das Berechnen von Verbrauchswerten und Treibhausgasemissionen für die beiden baulichen Varianten und die gebäudetechnische Ausstattung ermöglichen es, in der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung auch die Auswirkungen auf das Klima abzubilden und bei der Investitionsentscheidung zu berücksichtigen. Der Abschlussbericht zeigt, dass ein zweigeschossiger Neubau für die Stadt Gebesee die kostengünstigste Variante ist und 30 Prozent weniger Energie verbraucht als ein eingeschossiges Gebäude. Zusätzlich wird eine Holzbaukonstruktion empfohlen, da die Lebenszykluskosten und Treibhausgasemissionen geringer sind.

„Wir als Aufbaubank wollen mit unserem Know How und unseren finanziellen Lösungen dazu beitragen, überall im Freistaat gute Lebensbedingungen zu schaffen“, so der Vorstandsvorsitzende der Bank Matthias Wierlacher.

30 Vorhaben in der Planung oder in der Umsetzung

„Mit unserer Investitionsberatung unterstützen wir Thüringer Kommunen bei der Initiierung von Bauprojekten und helfen bei der Planung und Entwicklung sinnvoller Umsetzungsvarianten, gerade wenn entsprechende Ressourcen in den Kommunen fehlen“, so Wierlacher. Die Kommunalberatung hatte die Aufbaubank in Absprache mit der Europäischen Investitionsbank und dem Thüringer Innenministerium ausgebaut.

Man habe sich zunächst 50 Projekte vorgenommen, bestätigt Wierlacher. Davon seien mittlerweile etwa 30 Vorhaben in der Planung oder sogar schon in der Umsetzung. Das bedeute aber auch, dass sich noch bis zu 20 Kommunen mit ihren Plänen und Ideen bei der Bank bewerben können. „Wir sind uns aber ziemlich sicher, dass wir die Beratung auch über die 50 Vorhaben hinaus fortsetzen werden“, kündigte Wierlacher an.

„Mit dem Projektbericht erhält die Stadt eine praxisnahe Grundlage, um die Zukunft der Kinderbetreuung in Gebesee sicherzustellen und sich entsprechende Fördergelder zu sichern“, sagt Thega-Geschäftsführer Dieter Sell.

Der Gebäudebereich ist in Deutschland für etwa 30 Prozent der Kohlendioxidemissionen in Deutschland verantwortlich, weswegen energieeffiziente Gebäude ein wichtiger Schlüssel für wirksamen Klimaschutz sind.