Panzerfriedhof in Rockensußra hat neuen Eigentümer

Sondershausen  Rockensußra (Kyffhäuserkreis). Der Panzer-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hat Deutschlands größten Panzerverschrotter in Rockensußra übernommen.

Der Panzer-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hat Deutschlands größten Panzerverschrotter in Rockensußra übernommen. Archiv-Foto: Wilhelm Slodczyk

Der Panzer-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hat Deutschlands größten Panzerverschrotter in Rockensußra übernommen. Archiv-Foto: Wilhelm Slodczyk

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Eigentümerwechsel bei Thüringens größtem Verschrottungs-Unternehmen: Der Panzer-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hat Deutschlands größten Panzerverschrotter in Rockensußra (Kyffhäuserkreis) übernommen.

Darüber informierte der Rüstungskonzern KMW jetzt auf seiner Internetseite. Bislang gehörte die im Kyffhäuserkreis seit Jahren aktive Battle Tank Dismantling GmbH Koch zur Scholz-Gruppe, einem der weltweit führenden Unternehmen für Stahl- und Schrottrecycling.

Das Unternehmen betreibt Europas einzige NATO-zertifizierte Panzer-Verschrottungsanlage. In Rockensußra wurden seit 1991 rund 16 000 Militärfahrzeuge zerstört und verwertet; darunter mehr als 1800 Kampfpanzer und weitere knapp 6000 gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge.

Größter Panzerfriedhof Europas in Thüringen

Der Hersteller von Militärfahrzeugen KMW schließt mit der Firmenübernahme nicht nur innerhalb der eigenen Unternehmensgruppe, sondern sogar innerhalb der Grenzen Thüringens den Zyklus, den ein Panzer durchläuft. An seinem Standort in Kölleda im Landkreis Sömmerda produziert Krauss-Maffei Wegmann gepanzerte Einsatzfahrzeuge. Künftig kümmert sich die gleiche Firma in Rockensußra darum, solche Stahlkolosse wieder in ihre Einzelteile zu zerlegen.

Beim Recycling der Militärtechnik kann sich der Rüstungsspezialist aus Bayern auf die weltweit nahezu einzigartige Erfahrung seiner jüngsten Firmentochter verlassen. Battle Tank Dismantling und die Vorläufer-Gesellschaften des Unternehmens in Rockensußra demilitarisieren, demontieren und verschrotten solche komplexen Kriegswaffen wie Kampfpanzer bereits seit 1991. Dazu verfüge die Firma als einziges Unternehmen in Deutschland über sämtliche dafür notwendigen Lizenzen, schildert Firmensprecher Dr. Kurt Braatz die Vorteile, von denen Krauss-Maffei Wegmann mit dem Kauf profitieren kann.

Bislang hat der Leopard-Panzer-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann nach Angaben der Zeitung „Die Welt“ vor allem über Aufträge für neue Waffen berichtet. Etwa Kampfpanzer und Panzerhaubitzen für Katar über 1,9 Milliarden Euro oder 131 weitere Boxer-Transportpanzer für die Bundeswehr.

Jetzt lautet die Überschrift in einer firmeninternen Mitteilung: „Krauss-Maffei Wegmann rüstet ab.“ Damit ist eben die Übernahme von Europas größtem „Panzerfriedhof“ in Thüringen gemeint. Kein anderes Unternehmen verschrottet Militärtechnik in solchen Dimensionen. Das große Volumen von rund 16 000 in Rockensußra zerstörten Militärfahrzeugen seit der Wende erklärt sich aus der Firmengeschichte.

Durch die Wiedervereinigung hatte Gesamtdeutschland rechnerisch eine ganze Panzerarmee zu viel. Es wurden Hunderte Panzer der einstigen NVA im Auftrag des Bundes zerlegt und verschrottet. Es entstand eine Demilitarisierungsfirma auf einer Fläche von etwa 35 000 Quadratmetern. 2005 wurden die Aktivitäten in Rockensußra auch noch auf die Verschrottung von Industriemaschinen ausgeweitet.

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