Thüringen bei der Grünen Woche: Tüten-Cocktails und Whisky-Freude

Berlin/Rudolstadt/Leinefelde-Worbis.  Thüringen zeigt bei der Grünen Woche in Berlin ein breites Spektrum von Getränken. Von Cocktails aus der Tüte und Whisky aus dem Eichsfeld.

Marcus Klatt aus Rudolstadt bietet mit seiner Firma „Tüt dir ein“ Cocktails aus der Tüte auf der Grünen Woche in Berlin an. Neben derlei exotischen Angeboten finden sich auch mehrere Brauereien und Spirituosen-Hersteller aus dem Freistaat auf der Messe.

Marcus Klatt aus Rudolstadt bietet mit seiner Firma „Tüt dir ein“ Cocktails aus der Tüte auf der Grünen Woche in Berlin an. Neben derlei exotischen Angeboten finden sich auch mehrere Brauereien und Spirituosen-Hersteller aus dem Freistaat auf der Messe.

Foto: Peter Michaelis

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Marcus Klatt kann, was andere nicht können. Einen fertigen Cocktail binnen 20 Sekunden servieren. Tüte aufreißen, Inhalt mit Eis aufschütteln und ab ins Glas. Man wolle nicht den Barkeeper ersetzen. „Aber wer nicht alles im Regal hat oder selbst nicht mixen kann, aber trotzdem Cocktails auf seiner Party haben will, für den sind wir die richtigen“, sagt der Firmengründer auf der Grünen Woche in Berlin.

Angesprochen werden sollen mit dem Angebot Party-Service-Anbieter, Gastronomie und Haushalte. „Die Leute stehen ungern in der Schlange.“ Etwa bei einer Hochzeit könne man dem entgegenwirken, indem das Grundprodukt fertig gemixt bereitsteht. Lediglich Getränke mit Kohlensäure dürfen nicht in die Tüten des Rudolstädter Unternehmens „Tüt dir ein“.

Auf Wunsch könne man den Mix soweit fertigstellen, dass vor Ort nur die kohlensäurehaltige Zutat ergänzt werden muss. Über das Internet im eigenen Online-Shop und bei einigen Thüringer Einzelhändlern sind die Party-Tüten erhältlich. „Wir breiten uns aus“, so Klatt.

Mischungen aus Rudolstadt gibt es mit und ohne Alkohol

Der zugehörige Trinkhalm ist aus Stärke und Pflanzenfasern – der Umweltgedanke spielt also eine Rolle beim Party-Getränke-Hersteller, der neben drei Gründern inzwischen auch zwei Angestellte und je nach Jahreszeit Aushilfen beschäftigt. Die Gemische aus dem Thüringer Osten gibt es übrigens auch in zahlreichen Varianten ganz ohne Alkohol.

Ohne Alkohol geht es beim Genuss aus Leinefelde-Worbis nicht. Der Whisky der Number-Nine-Spirituosen-Manufaktur ist nur mit Alkohol erhältlich. „Whisky ist ein globales Thema“, findet Mathias Bideau, der als Vertriebsleiter für Hochprozentiges zuständig ist. Seit reichlich drei Jahren sind Whiskys aus dem Eichsfeld überhaupt erst auf dem Markt erhältlich. Mit der Nachfrage gibt man sich zufrieden. Unter den deutschen Brennereien gehöre man zweifellos zum Spitzenfeld, das zeigten mehrere Auszeichnungen.

Whisky aus Worbis vor allem in Mitteldeutschland gefragt

Es gebe inzwischen auch Nachfrage aus dem Ausland. „Aber die Mengen, die da gewünscht werden, können wir noch nicht liefern.“ Vor allem in Mitteldeutschland ist man in Fachgeschäften vertreten. „Und auch in Berlin läuft es sehr gut“, so Bideau. Die Brennerei profitiert von der Zugehörigkeit zur Neunspringe-Brauerei. Das Ausgangsprodukt, die Maische, sei der beim Bier ähnlich. Man nutzt also die Expertise der Brauer, um Whisky machen zu können.

Am Anfang sei man bei der Herstellung unterschiedlicher Sorten auf Nummer sicher gegangen. „Die wilden Sachen kommen noch.“ Erreicht wird unterschiedlicher Geschmack durch das Räuchern oder Nicht-Räuchern des Malzes – und durch unterschiedliche Fässer für die Reifung.

Hier kann die Holzart ebenso variieren wie das Getränk, das vorher im Fass gereift ist und aufs Aroma abfärbt. Möglich sind etwa Weißwein oder Sherry. Spontane Reaktion auf besondere Nachfrage ist durch die Lagerdauer nicht einfach möglich.

Auf der Grünen Woche schielt man trotz hochpreisiger Produkte vor allem auf Besucher, die sonst eher nicht im Fachhandel oder auf Fachmessen zu erreichen sind. Neben Whisky stellt die Brauerei aus dem Eichsfeld natürlich Bier und eine Reihe alkoholfreier Getränke her.

„Und derzeit ist die Nachfrage gut. Obwohl es eigentlich in dieser Jahreszeit etwas ruhiger sein sollte, fahren wir aktuell mit zwei Schichten am Limit.“

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