Villa mit Turmbau, Waldgrundstücke und Besonderheiten bei Winterauktion unterm Hammer

Erfurt/Leipzig.  16 Thüringer Immobilien kommen Ende November unter den Hammer. Die meisten davon sind allerdings günstig zu erstehende Waldgrundstücke.

Ein Auktionator hält in einem Auktionshaus während einer Versteigerung einen Hammer in der Hand.

Ein Auktionator hält in einem Auktionshaus während einer Versteigerung einen Hammer in der Hand.

Foto: Daniel Naupold / dpa

Verwittert, verwunschen, vermüllt: In Wernshausen bei Schmalkalden wartet eine denkmalgeschützte, aber seit langem leerstehende Villa darauf, wachgeküsst zu werden: Das um 1908 errichtete Gebäude mit Turmanbau und reich gestalteter Fassade ist das optisch markanteste der 16 Thüringer Objekte, die Ende November bei der Winterauktion der Sächsischen Grundstücksauktionen AG (SAG) versteigert werden. Das Mindestgebot für die Villa, die von Grund auf saniert werden müsste, liegt bei 49.000 Euro.

Für 240.000 Euro angeboten wird indes ein typischer 90er-Jahre-Bau: ein Gewerbeobjekt in Zella-Mehlis, das seit drei Jahren die Explorata-Mitmachwelt beherbergt. Das ist eine Einrichtung, die auf 1300 Quadratmetern Fläche mehr als 100 Experimentier-Stationen für Kinder und Erwachsene anbietet und physikalische Phänomene erklären hilft. Kurzum: Das Objekt ist vermietet und in gutem Zustand.

Leerstehende Wohnhäuser suchen neue Eigentümer

Dagegen stehen mehrere Wohnhäuser leer, für die ebenfalls neue Eigentümer gesucht werden: so in Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis, Mindestgebot: 29.000 Euro), Leutenberg (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, 19.000 Euro) und Neustädt bei Gerstungen (Wartburgkreis, 5000 Euro). Ein Zweifamilienhaus in Mellenbach-Glasbach im Schwarzatal verfügt als Besonderheit über einen Gewölbekeller (6000 Euro).

Beim größten Teil der angebotenen Thüringer Immobilien handelt es sich um unbebaute Grundstücke. So stößt die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) in Burgk (Saale-Orla-Kreis) eine Waldfläche von fast 13.000 Quadratmetern ab, die mit Nadelbäumen bewachsen ist (1000 Euro). Ungefähr 10.500 Quadratmeter messen zwei Waldflächen aus BVVG-Besitz nahe Wurzbach (Saale-Orla-Kreis), die zusammen für 1500 Euro neue Besitzer finden sollen. In Angelroda westlich von Ilmenau (Ilm-Kreis) bietet die BVVG zwei Wald- und Wiesenflächen von insgesamt 14.550 Quadratmetern Größe an, auf denen noch eine Gemeinschaftsantennenanlage steht. Sie erfüllt allerdings keine Funktion mehr.

Die Winterauktion der SAG ist die 250. Versteigerung in der Unternehmensgeschichte. Am 25. und 27. November werden im Auftrag unter anderem von privaten und gewerblichen Grundstückseigentümern, Banken, Wohnungsbaugesellschaften, der Bahn und der Länder 92 Immobilien in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern angeboten. Das Auktionslimit liegt bei rund 13,8 Millionen Euro.

Ungenutztes Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert im Angebot

Besonderheiten finden sich in der Angebotsliste etliche: In einer Wohnanlage in Dresden beispielsweise werden sechs Tiefgaragen-Stellplätze versteigert (15.000 Euro), im sächsischen Brand-Erbisdorf ist ein teilweise vermietetes Büro- und Verwaltungsgebäude zu erwerben, das um 1970 in Stahlbetonskelettbauweise errichtet wurde. Das Mindestgebot dafür liegt bei 750.000 Euro.

In Zunschwitz in Sachsen steht ein ungenutztes Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert (28.000 Euro), im Leipziger Stadtteil Leutzsch ein riesiger entkernter Zweigeschosser auf einem parkähnlichen Grundstück: Die 1992 gebaute Dentalklinik mit Büro, Labor und Wohnungen sollte 2016 zu einer Eigentumsanlage umgebaut werden. Die Planung wurde zwar erstellt, aber nie umgesetzt (3,7 Millionen Euro).

Mehr unter www.sga-ag.de