Weimar: Gewerbegebiet unterm „Wasserbusen“

Weimar.  Die Stadtverwaltung will für Firmenansiedlungen den Flächennutzungsplan bei Gelmeroda ändern.

Die Trinkwasserhochbehälter an der Autobahn (hier während der Sanierung) sollen das Gewerbegebiet nach Süden begrenzen.

Die Trinkwasserhochbehälter an der Autobahn (hier während der Sanierung) sollen das Gewerbegebiet nach Süden begrenzen.

Foto: Maik Schuck

Neben den Entscheidungen zum Merketal steht dem Weimarer Stadtrat mit der Ausweisung eines neuen Gewerbe- und Sondergebietes die nächste weitreichende Entscheidung bevor. Den Ausschlag, diesen Schritt zu gehen, gab offenbar der Verlust eines Investors im Sommer.

Die Firma wollte ein mindestens 60.000 Quadratmeter großes Grundstück für seine Ansiedlung in Weimar erwerben. Das Größte, das die Stadt anbieten konnte, waren aber zwei Teilflächen in Legefeld, die zusammen auf 50.000 Quadratmeter kommen – geteilt durch eine öffentliche Straße. Die interessierte Firma sucht nun mit der LEG an anderer Stelle in Thüringen.

Das soll Weimar nicht noch einmal passieren. „Jetzt haben wir das Momentum auf unserer Seite“, ist Oberbürgermeister Peter Kleine überzeugt. Nachrichten wie jene über das Entwicklungszentrum der Antennentechnik und deren chinesischen Mutterkonzern machten auch andere Unternehmen auf Weimar aufmerksam.

Deshalb greift die Verwaltung auf das Stadtentwicklungskonzept (Isek) zurück. Drei dort aufgeführte Gebiete für neue Gewerbegebiete seien geprüft worden. Entwickeln wolle man eine Fläche bei Gelmeroda. Es geht um den Acker zwischen Tankstelle und Wasserspeicher vor der Autobahn. Dazu muss aber der Flächennutzungsplan geändert werden. Die Nutzung der Fläche stieß schon im Isek nicht nur auf Gegenliebe, weil dafür eine landwirtschaftliche Nutzfläche entfällt.

Stimmt der Stadtrat der Änderung zu, dann erwartet Stadtarchitekt Bernward Fechtel einen längeren Planungs- und Entwicklungsprozess. Frühestens in fünf bis sechs Jahren könne dort etwas entstehen. Schon deshalb sei es wichtig, sich jetzt zu entscheiden.

Das Gebiet soll 30 Hektar (300.000 m²) in seinem vermarktbaren Bereich umfassen. Insgesamt werde es wegen der nötigen Abstandsflächen und wegen eines Solarparks entlang der Autobahn wesentlich größer sein.

In Legefeld soll in diesem Jahr dennoch ein weiteres Gewerbegrundstück verkauft werden. Er warte täglich auf den Vertrag, stellte der Oberbürgermeister in Aussicht. Die Entscheidung für ein neues Gewerbegebiet mache das noch dringlicher.