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Alles ist anders im Universum (19): Ein Schneemann im Kuipergürtel

Washington  Das Universum ist voller Überraschungen. Vieles, was Astronomen jahrhundertelang dachten zu wissen, kann heute dank moderner Teleskope und Satelliten als nicht mehr gültig zu den Akten gelegt werden. Diesmal: Ein Schneemann im Kuipergürtel.

Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Himmelskörper Ultima Thule.

Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Himmelskörper Ultima Thule.

Foto: Uncredited/NASA/dpa

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Am 1. Januar 2019 flog die Raumsonde „New Horizons“ in einer Entfernung von nur 3500 Kilometern an dem Objekt „Ultima Thule“ vorbei. Der gerade mal 35 Kilometer große Himmelskörper befindet sich im sogenannten Kuipergürtel, welcher von der Erde aus gesehen in rund 6,5 Milliarden Kilometern Entfernung, jenseits des Planeten Neptun, einen Ring aus kleinen Gesteins- und Eisbrocken um die Sonne bildet.

Die Freude und Überraschung im NASA-Hauptquartier auf die ersten von der Sonde gesendeten Bilder war riesig. Ultima Thule hat nämlich die Form eines Schneemannes. Laut dem Chef der New Horizons-Mission, Alan Stern, soll es sich um zwei völlig verschiedene Objekte handeln, welche sich lange Zeit umkreist und irgendwann miteinander verbunden haben.

Besonders auffällig ist der helle Ring an der Stelle, an der beide Objekte aneinander kleben. Warum dieser Ring weiß ist und um welches Material es sich handelt, können die Wissenschaftler noch nicht sagen. Vom Mond weiß man, dass helleres Material von jüngerem Alter ist.

Das Kamerasystem der Raumsonde, „Lorri“ genannt, machte bei dem Vorbeiflug in der Silvesternacht Fotos mit einer maximalen Auflösung von 35 Metern pro Bildpunkt. Die gesammelten Daten werden nun nach und nach von New Horizons zur Erde übermittelt.

Aufgrund der riesigen Entfernung zu unserem Heimatplaneten benötigt das Signal aus dieser Region des Sonnensystems gut sechs Stunden, bis es bei den NASA-Wissenschaftlern ankommt. Die letzten zu empfangenden Daten von Ultima Thule, erwarten die Wissenschaftler deshalb erst im Herbst des Jahres 2020.

Die rund 700 Millionen Euro teure New Horizons-Mission hat bereits hochinteressante Bilder und Daten vom Zwergplaneten-Systems Pluto gesammelt.

Im Januar 2006 war die Sonde vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet, danach an zahlreichen Planeten vorbeigeflogen, um sich den benötigten Schwung zu holen für das Erreichen des Pluto-Systems.

Weitere Folgen aus der Serie „Alles ist anders im Universum“

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