"Kliniken fühlen sich alleingelassen" - Personalmangel Thema im Landtagsausschuss

Erfurt.  Die Lage in den Kliniken und insbesondere in den Notaufnahmen ist sehr angespannt. Neben den Intensivstationen sind auch die Notaufnahmen durch Pandemie und Personalmangel stark gefordert.

Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten ist ein häufig genannter Parameter, wenn es um die Beschreibung der Corona-Situation in den Krankenhäusern geht.

Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten ist ein häufig genannter Parameter, wenn es um die Beschreibung der Corona-Situation in den Krankenhäusern geht.

Foto: Patrick Seeger/dpa (Symbolfoto)

Die Vakanzen in der Führungsriege der Gesundheitsabteilung im Sozialministerium haben ein parlamentarisches Nachspiel. "Wir werden den Personalmangel im zuständigen Landtagsausschuss zum Thema machen", kündigte Unionsfraktionsvize Christoph Zippel im Gespräch mit unserer Zeitung an. Vor allem während der Corona-Krise würden die unbesetzten Stellen zum Problem. "Gerade die Krankenhäuser fühlen sich alleingelassen", berichtete Zippel. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Wie unsere Zeitung am Mittwoch berichtete, ist die Hälfte der Referatsleiterpositionen in der ministeriellen Gesundheitsabteilung nicht besetzt. Die Leitung in vier der acht Referate wird durch die stellvertretenden Leiter wahrgenommen. Zudem wird die während der Pandemie besonders geforderte Gesundheitsabteilung vom Zentralabteilungsleiter mitgeführt. Dadurch hätten "Synergien genutzt werden" können, hieß es aus dem Ministerium. Zippel kritisierte dagegen, dass diese beiden Schlüsselpositionen von einer Person geleitet werden, sei kein Zustand. "Da muss es klare Verantwortlichkeiten geben." Er wolle niemandem Fähigkeiten absprechen, aber es sei Aufgabe der Ministerin, dafür zu sorgen, dass man nicht sehenden Auges eine Überforderung der Mitarbeiter riskiert.

Eine Ministeriumssprecherin bekannte zwar, dass die Arbeitssituation im Haus "extrem angespannt" sei. Zugleich betonte sie jedoch: Die Arbeitsfähigkeit der vier Referate sei gesichert.

Sozialministerin Heike Werner (Linke) selbst hatte jüngst erst den massiven Stellenabbau der letzten Jahre kritisiert, der zu "erheblichen Beeinträchtigungen bei der Aufgabenerfüllung" geführt habe. Als Zippel im Sommer vergangenen Jahres die Personalsituation im Ministerium abfragte, waren sogar acht Referatsleiterpositionen und eine Abteilungsleiterstelle teilweise schon seit vielen Jahren unbesetzt.

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