Mike Mohring macht Platz im Bundespräsidium frei

Erfurt  Der frühere Thüringer CDU-Landeschef, Mike Mohring, verzichtet auf Kandidatur für das Bundespräsidium und kandidiert für den größeren Bundesvorstand.

Der frühere Thüringer Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU, Mike Mohring. (Archivfoto)

Der frühere Thüringer Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU, Mike Mohring. (Archivfoto)

Foto: Sascha Fromm

Der frühere Thüringer Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU, Mike Mohring, verzichtet auf eine erneute Kandidatur für das Bundespräsidium seiner Partei. Er werde stattdessen für den Bundesvorstand antreten, erklärte der 49-Jährige per Twitter und veröffentlichte gleichzeitig ein Bewerbungsvideo. Es sei gut, wenn es an der Spitze Menschen gebe, die Erfahrungen aus Erfolgen und Niederlagen sowie „richtigen, aber auch fehlerhaften Entscheidungen“ gesammelt hätten.

Mohring war in Folge der Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten vor knapp einem Jahr auf Druck aus seiner eigenen Partei von seinen Ämtern zurückgetreten. Seitdem arbeitet er an seinem Comeback.

Im Herbst ließ er sich von seiner Partei im Wahlkreis 191 – der die Stadt Jena, den Landkreis Sömmerda und große Teile des Landkreises Weimarer Land umfasst – als Direktkandidat für den Bundestag nominieren. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er im engsten Führungskreis der Bundespartei verbleiben wolle.

„Ich werbe für Unterstützung aus meinem Landesverband, weil ich glaube, dass die Union aus Ostdeutschland möglichst stark in der Bundesspitze vertreten sein sollte“, sagte er noch im Dezember.
Zu diesem Zeitpunkt wurde aber bereits deutlich, dass er dafür kaum die Unterstützung seines Landesverbandes bekommen würde.

Neben Mohring noch Dagmar Schipanski nominiert

Ein Präsidiumsplatz sei nach der Landtagswahlniederlage 2019 unrealistisch, hieß es übereinstimmend aus der Landesspitze. Gleichzeitig verdichteten sich die Informationen, dass sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff neben seinem Amtskollegen Michael Kretschmer für einen der beiden ostdeutschen Präsidiumsplätze bewerben wird.

Mohring wurde 2010 erstmals in den Bundesvorstand gewählt, seit 2018 gehört er dem Präsidium an. Neben Mohring nominierte der Thüringer Landesvorstand bereits vor Weihnachten die frühere Landtagspräsidentin Dagmar Schipanski (77) erneut für den Bundesvorstand.

Landeschef Christian Hirte gehört dem Gremium qua Amt an. Die Chancen Mohrings für eine Wahl auf dem Bundesparteitag ab Freitag gelten als ungewiss.